Allgemeine Berichte | 15.08.2024

Naturschutzinitiative e.V. (NI)

FOC-Erweiterung: Zukunftsorientiert planen!

Blick von der Nelkenstraße/Beulköpfchen: Rechts Schloss Montabaur und das FOC mit seinen überdimensionierten Werbetafeln, links das Wohngebiet Kesselwiese mit dem davor liegenden Grünzug und dem zu erhaltenden Biotopkomplex.  Foto: Harry Neumann

Montabaur. Nach der raumordnerischen Zustimmung der SGD Nord zur Erweiterung des „Fashion Outlet Center“ (FOC) befürchtet die Naturschutzinitiative e.V. (NI) eine weitere Verschlechterung für das Landschaftsbild und die Biotopvernetzung.

Fuhr man früher die Autobahn entlang, erfreute das Stadtbild von Montabaur mit dem Burgberg und der historischen Stadtkulisse, die nach Norden hin zum Talrand des Gelbachtals abgehoben ist. Doch das Bild änderte sich. Zuerst mit der neuen ICE-Trasse und dem ICE-Bahnhof, danach mit der Errichtung der zahlreichen Verwaltungsgebäude, schließlich mit den Gebäuden des FOC. Anstatt das Schloss prägen nun auf dem Dach die überdimensionierten Werbeschilder nach Norden die Stadtkulisse. Deutlich wird das besonders von der Anhöhe „Nelkenstraße“ nördlich der Autobahn zwischen dem Gewerbegebiet Alter Galgen und Eschelbach/Beulköpfchen.

„Die ehemals liebliche Stadtkulisse ist nun zerstört, die Flächenversiegelung schreitet fort, mit einer Neubeanspruchung von Boden gehen unwiederbringlich Funktionen des Naturhaushaltes und des Bodens verloren“, erklärten Harry Neumann, Vorsitzender der NI und Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI.

Ein Großteil der Erweiterung soll auf der Fläche des heutigen Großparkplatzes stattfinden, wo die Parksituation dann durch den Bau eines Parkhauses geregelt werden soll. Es solle aber auch ein östlich angrenzender bisher freigelassener Grünzug, der ins Gelbbachtal führt, in Anspruch genommen werden. „Diesem kommt aber eine wertvolle biotopverbindende Funktion in Richtung Ahrbachtal zu, die auch weiterhin freigelassen werden muss“, so Immo Vollmer.

Aufgrund seiner reich strukturierten Biotopausstattung und zur Sicherung des noch verbliebenen Talabschnittes wurde der noch nicht bebaute Grünzug in der Landes-Biotopkartierung (2006) als Biotopkomplex „Gehölz-Grünland-Komplex mit Aubach-Abschnitt in Montabaur“ ausgewiesen. Ein Bereich, der seitdem schon durch Wohnbebauung weiter eingeengt wurde und nun am nördlichen Ende durch die geplante Großbebauung ganz abgeriegelt würde. Dies könne die NI nicht hinnehmen und biete der Stadt Montabaur im Bebauungsplanverfahren ihre naturschutzfachliche Expertise an, erklärte der Natur- und Umweltschutzverband in einer Pressemitteilung.

Dass dieser von der Autobahn zerschnittene Grünzug noch Bedeutung für Wanderbeziehungen von Tieren und Pflanzen hat, wurde vor wenigen Jahren deutlich, als eine Europäische Wildkatze im Bereich der Autobahnauffahrt überfahren wurde.

Für zukünftige Bebauungsplanungen fordert die NI deshalb, diesen Korridor freizuhalten, auch wegen seiner ausgleichenden Funktion für das Stadtklima und die Wohngebiete. „Auch für eine Umnutzung der bisherigen großen Parkplatzfläche fordern wir ein besseres städtebauliches Konzept, so dass sich die aktuelle Blockbebauung hier nicht einfach nahtlos fortsetzt“.

Solche versiegelten Großparkplätze könnten effektiver durch Mehrstöckigkeit und der Installierung von Solarmodulen genutzt werden, wobei wieder ein erheblicher Teil entsiegelt werden könnte.

„Montabaur sollte endlich den Flächenverbrauch deutlich reduzieren. Denn das damit zusammenhängende Artensterben und der zunehmende Verlust an Biodiversität sind die größten Herausforderungen für das Überleben der Menschheit. Zukunftsorientierte Planungen müssen daher ökologisch ausgerichtet sein, anderenfalls dürfen sie erst gar nicht begonnen werden“, betonten Harry Neumann und Immo Vollmer.

Pressemitteilung

Naturschutzinitiative e.V. (NI)

Blick von der Nelkenstraße/Beulköpfchen: Rechts Schloss Montabaur und das FOC mit seinen überdimensionierten Werbetafeln, links das Wohngebiet Kesselwiese mit dem davor liegenden Grünzug und dem zu erhaltenden Biotopkomplex. Foto: Harry Neumann

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