Fachkräfte-Allianz Mayen-Koblenz rückt erfahrene Mitarbeitende in den Fokus
Fachkräfteforum: Wertvolle Jahre – wertvolle Mitarbeiter
Kreis MYK. Schlüsselpositionen lassen sich nur schwer nachbesetzen, qualifizierte Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt rar – der Fachkräftemangel bleibt für viele Unternehmen eine zentrale Herausforderung. Dass ein wichtiger Teil der Lösung oft näher liegt als vermutet, zeigte das diesjährige Fachkräfteforum der Fachkräfte-Allianz Mayen-Koblenz jüngst im Großen Saal der Industrie- und Handelskammer Koblenz. Zahlreiche Unternehmensvertreter folgten der Einladung unter dem Titel „Wertvolle Jahre – wertvolle Mitarbeitende: Erfahrung zahlt sich aus!“.
Im Fokus der Veranstaltung stand die Frage, wie Unternehmen erfahrene Fachkräfte länger im Betrieb halten, zurückgewinnen oder gezielt neu einstellen können. Denn gerade Mitarbeitende, die kurz vor dem Ruhestand stehen oder diesen bereits erreicht haben, sind heute häufiger als früher bereit, länger beruflich aktiv zu bleiben oder erneut ins Erwerbsleben einzusteigen. Dieses Potenzial wird im Mittelstand bislang vielfach unterschätzt.
Einen zentralen Impuls lieferte Diplom-Wirtschaftspsychologin Stefanie Schneider. Die ehemalige Personalleiterin und heutige Unternehmensberaterin zeigte praxisnah auf, wie Unternehmen das Potenzial erfahrener Fach- und Führungskräfte besser ausschöpfen können. Flexible Übergänge in den Ruhestand, sogenannte Seniorenkarrieren, Mentorenprogramme sowie angepasste Aufgaben- und Rollenprofile seien nur einige der vielfältigen Möglichkeiten. Auch die gezielte Neueinstellung älterer Fachkräfte könne sich lohnen, wie ein Blick auf internationale Beispiele – etwa nach Schweden – verdeutliche.
Im Anschluss wurde das Thema in einer moderierten Dialogrunde mit regionalen Praxisvertretern vertieft. Uwe Berens, Geschäftsführer der Projekt 3 gGmbH, und Georg Rosenbach, Geschäftsführer der Heuft Thermo-Oel GmbH & Co. KG, berichteten aus ihren Unternehmen. Beide machten deutlich, dass der erfolgreiche Einsatz erfahrener Mitarbeitender eine bewusste strategische Entscheidung und individuelle Lösungen erfordert. „Projekt 3 macht ganz viel, aber stets individuell. Rahmenbedingungen müssen altersgerecht angepasst werden. Organisatorisch und strukturell muss Vorsorge frühzeitig getroffen werden, um die Fluktuation in die Rente zu vermindern und Mitarbeitende möglichst lange im Unternehmen zu halten“, erklärte Uwe Berens. Stefanie Schneider ergänzte: „Frühzeitige Kommunikation ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor.“ Auch Georg Rosenbach betonte die Bedeutung einer wertschätzenden Unternehmenskultur: „Bei HEUFT leben wir den Leitsatz ‚Menschen arbeiten für und mit Menschen‘. Als Familienunternehmen ist für uns selbstverständlich: Junge und Ältere gehören gleichermaßen dazu. Bei uns arbeiten bis zu drei Generationen Hand in Hand zusammen. Darauf sind wir stolz.“
Das Fachkräfteforum setzte damit wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft und machte deutlich, dass erfahrene Mitarbeitende ein entscheidender Erfolgsfaktor im Wettbewerb um Fachkräfte sind. Beim abschließenden Get-together nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum intensiven Austausch und ließen den Abend in angenehmer Atmosphäre gemeinsam ausklingen.
Pressemitteilung
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
