Verein Eine-Welt Linz ruft zur Teilnahme an Kampagne auf
„Faire Kamelle“ – ein gutes Gefühl
„Jecke Fairsuchung“will zu gerechterem Handel und Nachhaltigkeit beitragen
Linz. Sie gehören zum Karneval wie das Kostüm: die „Kamelle“. Wenn am Rosenmontag wieder süße Leckereien wie Bonbons oder Schokoriegel von den Festwagen regnen, schlagen die Kinderherzen höher. Wer am lautesten „Kamelle!“ ruft, kann am Ende mit prall gefüllten Beuteln voller Naschwerk nach Hause gehen.
Vor mehreren Jahren startete die „Jecke Fairsuchung“ in Nordrhein-Westfalen als landesweite Kampagne, um fair gehandeltes Wurfmaterial in den Karneval zu bringen. Mit wachsendem Erfolg bietet sie seitdem den Karnevalsvereinen über die Grenzen von NRW hinaus faire Kamelle an und hat somit eine neue Marke im Sortiment von Karnevalssüßigkeiten geschaffen. Allein in Köln werden jedes Jahr mehrere hundert Tonnen Süßigkeiten bei den Karnevalszügen geworfen. Ziel der „Jecken Fairsuchung“ ist es, dass im Straßenkarneval zehn Prozent der Ausgaben für Wurfmaterial für faire „Kamelle“ eingesetzt werden und somit ein Beitrag geleistet wird für einen gerechteren Handel und mehr Nachhaltigkeit.
Die „Jecke Fairsuchung“ bietet eine verantwortungsbewusste und öffentlichkeitswirksame Alternative zum „normalen“ Wurfmaterial. Alle Produkte kommen direkt von den Produzenten aus Fairem Handel und zum größten Teil aus biologischem Anbau. Sie sind speziell wurftauglich und möglichst umweltschonend verpackt und in ansprechendem Design gestaltet.
Seit ein paar Jahren macht der Vorsitzende des Vereins Eine-Welt Linz e.V., Hans-Joachim Schmitz, in den Wochen vor Karneval immer wieder auf die Möglichkeit aufmerksam, bei den Rosenmontagszügen auch „Kamelle“ aus Fairem Handel zu werfen. Je mehr fair gehandelte Süßigkeiten in den Beuteln landen, desto bekannter werden die Produkte. Und umso besser geht es den Menschen in den Entwicklungsländern. Bisher folgen leider nur wenige Karnevalsvereine dem guten Beispiel.
Mit der im April 2019 erhaltenen Auszeichnung zur Fair-Trade-Stadt hat Linz das Bewusstsein für den Gedanken des Fairen Handels mit Erfolg gestärkt. Hans-Joachim Schmitz würde sich freuen, wenn bereits 2020 zahlreiche Zugteilnehmer fair gehandelte „Kamelle“ ordern. In diesen Tagen hat er die Karnevalsvereine angeschrieben und über das Angebot informiert.
