Allgemeine Berichte | 06.04.2023

Der Freundeskreis Sayner Hütte feierte in der Kruppschen Halle sein 20jähriges Bestehen

Fast wäre das Kulturdenkmal abgerissen worden

Blick auf die Geschichte der Gebäude und deren Sanierung – Dabei war der Jubiläumsverein Motor

Zum Abschluss der Jubiläumsfeier kamen die Protagonisten auf die Bühne.  Fotos: HEP

Bendorf-Sayn. „Sein oder nicht sein“, war bei der Sayner Hütte die Frage, denn den Gebäuden drohte 1970 der Abriss. Glücklicherweise blieb es bei der Drohung, denn heute ist das gesamte Areal an der Koblenz-Olper-Straße in Bendorf-Sayn ein prächtiges, außergewöhnliches und einmaliges Industriedenkmal aus Glas und Eisen mit großer Strahlkraft.

Daran, dass die Kruppsche und die Gießhalle heute solch fantastische Schmuckstücke sind, hat der am 4. April 2003 von 41 Mitgliedern gegründete Freundeskreis Sayner Hütte einen riesigen Anteil.

Jetzt feierte dieser starke Verein sein 20jähriges Bestehen natürlich in der tollen Kruppschen Halle, die das Besucher- und Ausstellungszentrum ist.

Freundeskreis-Vorsitzender Sascha Schoblocher freute sich über etwa 120 Gäste von Vereinen, Institutionen sowie aus Wirtschaft und Politik. Dazu gehörten auch Simone Schneider, Staatssekretärin im Mainzer Innenministerin und Aufsichtsratsvorsitzende der Stiftung Sayner Hütte sowie die Gründungsmitglieder Hans-Dieter Gassen, Dr. Ulrich Giebeler und Rehlinde Glöckner.

Der Erste Kreisbeigeordnete Pascal Badziong betonte, dass die Sayner Hütte von vielen Menschen besucht werde und ein einzigartiges Ambiente hat: „Die Erhaltung ist eine Gemeinschaftsaufgabe und daher ziehen Stadt, Kreis und Land an einem Strang.“

So erklärte Innenstaatssekretärin Simone Schneider: „In den Erhalt und die Sanierung der Sayner Hütte wurden bereits 18 Millionen Euro investiert, davon 8,5 Millionen Euro Landesgelder.“

Was damit alles gemacht wurde, erläuterte von der Stadt Bendorf Werner Prümm, der als Projektleiter die Erfolgsgeschichte der Sayner Hütte von Beginn an begleitet hat: „Der Weg der Sanierung ist noch nicht zu Ende, zwei Drittel sind geschafft, aber es braucht noch weitere Investitionen.“

Bei der zweieinhalbstündigen Jubiläumsfeier lobten alle Redner das Engagement und den ehrenamtlichen Einsatz der Freundeskreismitglieder in den höchsten Tönen. Die zweite Vorsitzende Ute Stuhlträger-Fatehpour stellte die Leistungen und Aktionen der Freundeskreismitglieder aus den vergangenen 20 Jahren eindrucksvoll dar mit auf die große Leinwand projizierten Fotos.

„Unglaublich, was hier in 20 Jahren geschaffen wurde, wobei der Verein ein Motor war, damit dieses Areal weiterentwickelt wurde“, hob Gründungsvorsitzender Hans-Dieter Gassen hervor und gab den Rat: „Steckt eure Kraft nicht in die Erlangung des Welterbe-Titels, sondern lieber weiter in Hütte.“

Das sah Prof. Dr. Meinrad Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte, anders. Er erklärte, dass dieser Titel äußerst wichtig wäre und eine neue Bewerbung gestartet werden soll. Da sich Ruhrgebietsarchitekt Prof. Dr. Karl Ganser große Verdienste um die Sayner Hütte erworben hat, wird er mit einer Bronzetafel, die auf dem Areal angebracht wird, geehrt. Seine Witwe Ruth Ganser enthüllte auf der Bühne diese Bronzetafel. Musikalisch gestalteten Christine Maringer-Tries (Gesang) und der Koblenzer Pianist Wolfram Schmitz diese eindrucksvolle Jubiläumsfeier. HEP

Innenstaatssekretärin Simone Schneider lobte die Mitglieder des Freundeskreises für ihr Engagement.

Innenstaatssekretärin Simone Schneider lobte die Mitglieder des Freundeskreises für ihr Engagement.

Freundeskreis Sayner Hütte Vorsitzender Sascha Schoblocher (links) ehrte die Gründungsmitglieder Dr Ulrich Giebeler, Rehlinde Glöckner und Hans-Dieter Gassen, wobei Ute Stuhlträger-Fatehpour assistierte.

Freundeskreis Sayner Hütte Vorsitzender Sascha Schoblocher (links) ehrte die Gründungsmitglieder Dr Ulrich Giebeler, Rehlinde Glöckner und Hans-Dieter Gassen, wobei Ute Stuhlträger-Fatehpour assistierte.

Zum Abschluss der Jubiläumsfeier kamen die Protagonisten auf die Bühne. Fotos: HEP

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