Informationsabend über den Einsatz an Elektrofahrzeugen
Feuerwehr vor neuen Herausforderungen
Mehr als 200 Wehrleute aus der VG Cochem trafen sich in Faid
Faid. Was muss ein Feuerwehrmann beachten, wenn er bei einem von seinen zahlreichen Notfalleinsätzen auf ein Fahrzeug mit Elektroantrieb trifft? Wie muss er beim Bergen von eingeklemmten Personen vorgehen? Wann und wie darf er hier die Rettungsschere zum Einsatz bringen, und wie sieht es bei einem Löschangriff auf ein brennendes Elektrofahrzeug aus? Alle diese Fragen müssen bereits vor dem eingetretenen Notfall beantwortet sein, auch wenn sich jeder Unfall immer wieder als individuell offenbart.
Nach und nach sind zunehmend Elektro-Autos auf den Straßen unterwegs. Das ist einerseits gut für den Klimaschutz, stellt aber andererseits, beispielsweise im Falle eines Unfalls, die Einsatzkräfte auch in unserer Region vor neue Aufgaben und Herausforderungen. Aus diesem Grund hatte Verbandsbürgermeister Wolfgang Lambertz zu einem Vortrags- und Informationsabend zum Thema „Neue Gefahren durch Elektromobilität und Fotovoltaik“ ins Gemeindehaus nach Faid eingeladen. Mit Unterstützung des ehemaligen Kreisfeuerwehrinspektors Berthold Berenz konnte Brandschutzingenieur Jochen Schäfer, Brandschutzsachverständiger und fachlicher Experte auf diesem Gebiet, als Referent gewonnen werden.
Schäfer konnte in diesem Zusammenhang in Faid mehr als 200 Wehrleute aus der VG Cochem darüber informieren, wie sich Wehrleute im Fall eines Unfalls mit Elektrofahrzeugen richtig zu verhalten haben. Fragen, wie ein brennendes Elektrofahrzeug richtig gelöscht werden kann, oder wie man Personen aus einem E-Auto gefahrlos bergen kann, wurden angesprochen und anhand von Filmbeispielen den Betrachtern eindringlich vor Augen geführt. Der Sachverständige ließ dabei nichts unausgesprochen und zeigte uneingeschränkt die großen Gefahren auf, die beim Einsatz an einem Fahrzeug mit Elektroantrieb für Feuerwehrleute und die Insassen auftreten können.
Gefahren durch Akkupacks
„Die Menschenrettung hat immer oberste Priorität, man darf sich und andere dabei aber nicht zusätzlich in Gefahr bringen“, so Schäfer. Besondere Vorsicht ist beim Abschalten oder Löschen der Akkupacks jener Fahrzeuge angesagt. Die Schutzbekleidung anzulegen, ist vor diesem Eingriff ein absolutes Muss. Im Fall der Beschädigung eines Akkupacks kann schlagartig viel Fluorwasserstoff freigesetzt werden und zu sofortiger Selbstentzündung mit explosionsartiger Entladung führen. Diese Lithium-Ionen-Batterien haben eine sehr hohe Leistung, sodass es bei falscher Vorgehensweise und eventueller Beschädigung einer solchen zu einem flammenden Inferno kommen kann.
Die Informationskette vor dem Bergungs- oder Brandangriff muss unter den Einsatzkräften genauso funktionieren wie die ebenfalls zuvor abgestimmte Vorgehensweise. Der Sachverständige konnte diesbezüglich ein Höchstmaß an Bedenken, Sicherheitsdenken und praktischen Ratschlägen vermitteln, um den anwesenden Wehrleuten im Fall des Falles ein korrektes Vorgehen zu erleichtern.
Intensive technische Ausbildung geplant
„Heute ging es zuerst einmal um eine Einführung in das Thema“, erklärte Wolfgang Lambertz. „Aufgrund der Zunahme an Elektrofahrzeugen im Straßenverkehr kann es auch bei uns zu Situationen kommen, in denen schnell gehandelt werden muss. Da ist es gut, wenn sich vor allem aktive Feuerwehrleute bereits mit dem Thema auseinandergesetzt haben“, so der Verbandsbürgermeister. Nach einem ersten Überblick am Informationsabend wird es laut Wolfgang Lambertz für aktive Wehrleute zu einem späteren Zeitpunkt auch eine intensive technische Ausbildung dahingehend geben. Im Rahmen der Veranstaltung wurde überdies Thomas Balthasar (FFW Müden) von Bürgermeister Lambertz zum Feuerwehrgerätewart ernannt. TE
Mehr als 200 Feuerwehrleute aus der VG Cochem ließen sich im Faider Bürgerhaus fachlich informieren.
Brandschutzingenieur Jochen Schäfer (li.) referierte. Thomas Balthasar (re.) wurde zum Gerätewart ernannt.
