Allgemeine Berichte | 04.01.2022

Neun Jugendliche pflanzen auf einer Kahlfläche im Dieblicher Gemeindewald klimastabile Laubbäume

Firmlinge pflanzen seltene Gehölze

Firmlinge und Betreuer mit Mitarbeitern von Landesforsten Rheinland-Pfalz bei der Pflanzaktion im Gemeindewald Dieblich: v.li. Rudolf Demerath (Pfarrgemeindereferent), Sonja Klein (Betreuerin), sechs von neun Firmlingen, Melanie Brüschke (Betreuerin), Förster Hermann Schneider, Forstwirtschaftsmeister Michael Laux und Förster Jörg Parschau. Foto: Lea Klein

Dieblich. Die Schöpfung in ihrer Vielfalt bewahren, mit natürlichen Ressourcen sorgsam haushalten — diese Gebote lassen sich auch aus dem christlichen Glauben ableiten. Für viele junge Christen an der Schwelle zum Erwachsensein hat eine Beschäftigung mit diesen Themen gerade in Zeiten des Klimawandels und globalen Artensterbens zentrale Bedeutung — so auch für neun Jugendliche der katholischen Pfarreiengemeinschaft Untermosel-Hunsrück in ihrer Vorbereitung auf die Firmung. Der Wunsch, sich dazu einen lokalen Gemeindewald und seine Bewirtschaftung anzuschauen, kam von den Jugendlichen selbst. In Zusammenarbeit mit dem Forstamt Koblenz wurde die Idee um eine Pflanzaktion erweitert, denn „grau ist alle Theorie“.

Beim Waldbegang in den Höhenlagen der Moselgemeinde Dieblich vermittelten die Förster Hermann Schneider, Forstrevier Untermosel, und Jörg Parschau, Funktionsförster Wald-Klima-Management im Forstamt Koblenz, den Firmlingen zunächst Grundlagenwissen über Waldgeschichte, Waldfunktionen und nachhaltige Waldbewirtschaftung. Aktuelle Herausforderungen wie der Klimawandel, hohe Wilddichten und eingeschleppte Schädlinge wurden thematisiert und Lösungsansätze diskutiert. Die Firmlinge beeindruckte vor allem die lange Kulturgeschichte des Dieblicher Gemeindewaldes, deren Spuren bis in die Römerzeit zurückreichen, sowie die generationenübergreifende Ausrichtung der heimischen Forstwirtschaft. Die Förster wiederum zeigten sich überrascht von der guten Artenkenntnis der Jugendlichen, die mühelos wichtige Baumarten wie Buche und Eiche, Fichte und Lärche identifizieren konnten — heutzutage keine Selbstverständlichkeit.

Anschließend wurde gepflanzt, auf einer im Zuge von Dürre und Borkenkäferfraß entstandenen Kahlfläche, wo Forstwirtschaftsmeister Michael Laux die Gruppe bereits mit frischem Pflanzgut und Pflanzgeräten erwartete. „Flächen wie diese werden in unserer Region schnell von dichtem Brombeerbewuchs vereinnahmt, was die natürliche Wiederbewaldung jahrzehntelang hinauszögern kann“, erklärt Förster Schneider. „Hier hat es Sinn, der Natur durch punktuelle Pflanzungen auf die Sprünge zu helfen. Die Fläche grenzt zudem an einen Waldweg. Dadurch bietet sich die Möglichkeit, hier einen naturnahen, stufigen und für Mensch und Tier reizvollen Waldinnensaum zu schaffen.“

Die Firmgruppe ließ sich nicht lange bitten und pflanzte unter fachkundiger Anleitung der Forstleute parallel zum Weg eine bunte Mischung heimischer Waldrandgehölze: Kornelkirsche, Wildapfel, Elsbeere und Speierling — überwiegend wärmeliebende Laubgehölzarten, von denen man erwartet, dass sie mit dem Klimawandel besser zurechtkommen werden als die zuvor auf diesem Standort kultivierte Fichte, wie Klimaförster Parschau erläutert. „Da diese Arten in unserer flurbereinigten Kulturlandschaft zudem sehr selten geworden sind, kommt die Pflanzaktion auch unmittelbar der biologischen Vielfalt zugute.“

Die verbleibende Kahlfläche hinter dem frisch gepflanzten Saum wird laut Hermann Schneider noch in diesem Winter gruppenweise mit einer Mischung aus Traubeneiche und Esskastanie bepflanzt, wertvolle, standortgerechte Nutzbaumarten, die ebenfalls als klimawandelresilient gelten. „Zusammen werden diese Pflanzungen die Brombeervegetation relativ zügig durch Beschattung verdrängen. In den Zwischenfeldern kann dann Naturverjüngung aus den angrenzenden alten Mischbeständen auflaufen. So wird hier in absehbarer Zeit ein naturnaher, artenreicher und hoffentlich klimastabiler Mischwald entstehen.“ Der Erhalt der Schöpfung, zumindest im Dieblicher Gemeindewald, scheint er an diesem Tag ein Stück weit gesichert. Weitere Informationen zum Thema Wald unter www.koblenz.wald.rlp.de.

Pressemitteilung des Forstamtes Koblenz

Eine frisch gepflanzte Elsbeere wird mittels Wuchshülle gegen Wildverbiss, Konkurrenzvegetation und klimatische Extreme geschützt. Foto: Sonja Klein

Eine frisch gepflanzte Elsbeere wird mittels Wuchshülle gegen Wildverbiss, Konkurrenzvegetation und klimatische Extreme geschützt. Foto: Sonja Klein

Firmlinge und Betreuer mit Mitarbeitern von Landesforsten Rheinland-Pfalz bei der Pflanzaktion im Gemeindewald Dieblich: v.li. Rudolf Demerath (Pfarrgemeindereferent), Sonja Klein (Betreuerin), sechs von neun Firmlingen, Melanie Brüschke (Betreuerin), Förster Hermann Schneider, Forstwirtschaftsmeister Michael Laux und Förster Jörg Parschau. Foto: Lea Klein

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Hausmeister, bis auf Widerruf
Mitarbeiter IT-Administrator
Stellenanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Wohnträume
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Veranstaltung 15.April
Titelanzeige Nissan  114/1407895/2454617/4746681
Sonderseite Geschäftsführungswechsel
Empfohlene Artikel
Vom 6. bis 8. April 2026 machte das Infomobil des Deutschen Bundestages Station auf dem Himmeroder Wall in Rheinbach. Foto: Stadt Rheinbach
14

Rheinbach. Vom 6. bis 8. April 2026 machte das Infomobil des Deutschen Bundestages Station auf dem Himmeroder Wall in Rheinbach. Der 17 Meter lange und 26 Tonnen schwere Promotion-Truck tourt jährlich durch rund 60 Städte in ganz Deutschland. Ziel ist es, die Arbeit des Parlaments anschaulich zu vermitteln. Im Laufe von zwei Wahlperioden sollen so alle 299 Wahlkreise besucht werden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf.
57

Im Foyer des Rathauses in der Rosengasse liegt ein Kondolenzbuch aus, in das sich Bürgerinnen und Bürger eintragen können

Stadt Mayen trauert um Mario Adorf

Mayen. Die Stadt Mayen trauert um ihren Ehrenbürger Mario Adorf, der am 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren verstorben ist.

Weiterlesen

Pfarrer Jörg Meyrer. Foto: privat
14

Sie ist gerade nicht besonders verlässlich. Kriege, Krisen, harte Worte in der Politik. Vieles ist in Bewegung, manches gerät aus den Fugen. Für uns Erwachsene ist es schon nicht einfach, alles zu verfolgen – und erst recht nicht, alles zu verstehen. Und zu begreifen, warum die Mächtigen ihre Gewalt- und Kriegsspiele treiben. Wie machen Kinder das?

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2025
Image Anzeige
Imageanzeige - Dauerauftrag
Stellenanzeige mehrere Stellen
Ostergrußanzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, beim Artikel Gartenmarkt/Stadt Neuwied
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
SO 2 - Wohnträume Sonderseiten, Wohnen
Wohnträume
Staplerfahrer (m/w/d)
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg