Allgemeine Berichte | 26.04.2017

Bonner Rotarier ehren Konrad Adenauer und spenden für das Deutsche Museum

Förderung von Jugendlichen steht im Mittelpunkt

Scheck in Höhe von 5.500 Euro übergeben

Spende für das Deutsche Museum: Volkhard Wetzel, Präsident des Rotary Clubs Bonn-Rheinbach (3.v.li.) , überreicht Antonio Cassellas, dem Vorsitzenden des Fördervereins Deutsches Museum Bonn (3.v.re.), einen Scheck im Namen der Bonner Rotary Clubs. In der hinteren Reihe der Referent des Abends, Konrad Adenauer (3.v.li.) und Bürgermeister Reinhard Limbach (1.v.re.).privat

Bonn/Rheinbach. 5.500 Euro für das Deutsche Museum Bonn und ein facettenreicher Vortrag über Konrad Adenauer, gehalten von seinem gleichnamigen Enkel: Die gemeinsame Veranstaltung der elf Bonner Rotary Clubs erwies sich ein weiteres Mal als Ausdruck der gesellschaftlich-sozialen Rolle, die die Rotarier in Bonn und weltweit übernehmen.

Der RC Bonn-Rheinbach, der in diesem Jahr den Abend ausrichtete, hatte ihn dem Gedenken an den ehemaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer gewidmet, dessen Todestag sich am 19. April zum 50. Mal jährte. „Aus diesem Anlass den Enkel des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik für einen Vortrag gewonnen zu haben, ist für uns eine besondere Ehre“, so Volkhard Wetzel, Präsident des RC Bonn-Rheinbach. „Adenauers Wirken für den Aufbau der Europäischen Union kommt in dieser Zeit, in der Verbindendes wichtiger ist denn je, besondere Bedeutung zu“, so Wetzel, der damit den Bogen schlug zu einem der Ziele von Rotary: die gemeinsame, generationenübergreifende Verbindung innerhalb der Gesellschaft.

Bundeskanzler Adenauer aus der Sicht des Enkels

Konrad Adenauer, der älteste der 24 Enkel des Alt-Bundeskanzlers, schlug einen weiten Bogen von der historischen Bedeutung seines Großvaters zu ganz persönlichen Eindrücken und Erlebnissen. „Ich bin dankbar, dass an so vielen Orten seiner gedacht wird“, sagte er. In seinem mit unterhaltsamen Anekdoten gewürzten Vortrag ließ er den Werdegang des „Gründungskanzlers“ Revue passieren, vom Abitur mit 18 Jahren, dem Jura-Studium unter anderem in Bonn bis zum Beginn seiner kommunalen Karriere, als er mit 30 Jahren Beigeordneter in seiner Heimatstadt Köln und 1917 dann auch Oberbürgermeister wurde. Von den Nationalsozialisten gleich 1933 abgesetzt, kam er nach dem Krieg wieder ins Amt – um kurz darauf von den Briten „wegen Unfähigkeit“ abgesetzt zu werden, „eine Ironie der Geschichte“. 1949 wurde er dann allerdings zum ersten Bundeskanzler der jungen Bundesrepublik gewählt, und blieb dies bis 1963, als er bereits 87 Jahre alt war. Besonders freute er sich, so der Enkel, dass er auch danach immer noch als Bundeskanzler angesehen wurde, wie Meinungsumfragen immer wieder ergaben.

Als größte Leistung dieser Zeit gälte die Rückgewinnung des Vertrauens in Deutschland als verantwortungsvoller Partner der Weltgemeinschaft, die Heimkehr der Kriegsgefangenen und die Vorbereitung der Vereinigung Deutschlands im Zeichnen freiheitlicher Werte. In Köln wird die Einrichtung des Grüngürtels besonders mit seinem Namen verbunden.

Der Enkel beschrieb Adenauer als Pragmatiker, beharrlich und unerbittlich: „Wahlkampf, das war für ihn ein Jungbrunnen“. Die Urteile über die Kanzlerschaft Adenauers aus der Sicht von heute empfinde er als „nicht nachvollziehbar“. Die Zeit werde immer wieder als „miefig und muffig“ beschrieben: „Das haben wir als junge Menschen nicht so empfunden.“

5.500 Euro für das Deutsche Museum

Präsident Wetzel überreichte im Verlauf des Abends die gemeinsame Spende der Bonner RCs: „Die Rotary Clubs sind prinzipiell selbstständig, aber bündeln auch immer wieder ihre Kräfte, um mit einer größeren Spende in Bonn und der Region Zeichen zu setzen.“ In diesem Jahr gingen 5.500 Euro an das Deutsche Museum Bonn, um gezielt Schülerinnen und Schülern Naturwissenschaft und Informationstechnik zu vermitteln.

„Für den RC Bonn-Rheinbach steht die Förderung von Jugendlichen im Mittelpunkt ihrer gesellschaftlichen Aktivitäten“, erläuterte Wetzel, warum die Wahl auf das Deutsche Museum gefallen ist. Antonio Cassellas, Vorsitzender des Fördervereins des Hauses im Wissenschaftszentrum an der Ahrstraße, versprach, das Geld „gut anzulegen“. Die Berufsbildung in Deutschland habe einen hervorragenden Ruf, und er basiere ganz wesentlich auf den Kenntnissen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie: „Das müssen wir weiterentwickeln.“

Konrad Adenauer berichtete facettenreich und unterhaltsam von seinem gleichnamigen Großvater, dem „Gründungskanzler“ der Bundesrepublik Deutschland.

Konrad Adenauer berichtete facettenreich und unterhaltsam von seinem gleichnamigen Großvater, dem „Gründungskanzler“ der Bundesrepublik Deutschland.

Spende für das Deutsche Museum: Volkhard Wetzel, Präsident des Rotary Clubs Bonn-Rheinbach (3.v.li.) , überreicht Antonio Cassellas, dem Vorsitzenden des Fördervereins Deutsches Museum Bonn (3.v.re.), einen Scheck im Namen der Bonner Rotary Clubs. In der hinteren Reihe der Referent des Abends, Konrad Adenauer (3.v.li.) und Bürgermeister Reinhard Limbach (1.v.re.).Fotos: privat

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