Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Rhein-Lahn
Frauen nehmen Surinam in den Fokus
Vorbereitungstreffen gibt Tipps und Anregungen für Gestaltung des Weltgebetstages in den Gemeinden
Rhein-Lahn-Kreis. Um Surinam, das kleinste unabhängige südamerikanische Land, geht es beim diesjährigen Weltgebetstag am ersten Freitag im März. Das evangelische Dekanat Nassauer Land bot jetzt in Bad Ems ein ökumenisches Vorbereitungstreffen an, das zahlreiche Anregungen und Tipps zur Gestaltung des Gebetstages in den Gemeinden des Rhein-Lahn-Kreises gab.
Voll besetzt war das evangelische Gemeindehaus in Bad Ems, wo die Bildungsreferentin des Dekanats Nassauer Land Claire Metzmacher Frauen insbesondere aus dem westlichen Rhein-Lahn-Kreis begrüßte, die sich auf das Weltgebetstags-Land 2018 einstimmen ließen. Vorbereitungstreffen hatte es bereits in Hahnstätten und St. Goarshausen-Wellmich gegeben.
Ein Quiz machte mit Land und Leuten des 550.000 Einwohner zählenden Staates vertraut, in dem Niederländisch die offizielle Amtssprache ist und Autos links fahren. Flora und Fauna, Wirtschaft und Politik lernten die Anwesenden dabei kennen. Bestürzt zeigten sie sich über die Tatsache, dass es in Surinam so viele Teenager-Schwangerschaften gibt: fast die Hälfte der Mädchen bekommt ihr erstes Kind zwischen dem 15. und 19. Lebensjahr; die Schulpflicht endet bereits mit dem 12. Lebensjahr.
Auch der Blick auf die Umweltsituation machte Sorgen. „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“, ist diesmal das Motto des Weltgebetstages, das die Bibelarbeiten in Gruppen beschäftigte. Diskutiert wurde über die Aluminium-Produktion hierzulande, für die in Surinam das dazu notwendige Bauxit gefördert wird. Die Ausbeutung der Natur, die Abholzung des Regenwaldes, Müll und die Quecksilbervergiftung von Böden und Wasser durch den Abbau von Gold wurden thematisiert.
Ein Vorbild könnte das einträchtige und friedliche Miteinander von Völkern und Religionen in Surinam sein, das in der langen Kolonialgeschichte des Landes begründet ist und auf das die Bevölkerung sehr stolz ist. Die Teilnehmerinnen lernten Frauen mit Vorfahren aus Indonesien, Indien, Afrika, China und Holland sowie Kreolen kennen.
Bettina Kemp aus Osterspai am Flügel und Pfarrerin Silke Funk aus Dienethal an der Flöte studierten die Lieder des Weltgebetstages ein, teils mehrstimmig und mit Rhythmusinstrumenten. Das Kennenlernen ging außerdem durch den Magen. Zu den typisch surinamischen Gerichten zählten ein „Überlebenstopf“, Kartoffelsalat mit Roter Beete, Nasi Goreng, Kokos- und Bananenkuchen und Mangosaft. Das große Vorbereitungsteam unter anderem mit Darstellerinnen um Bärbel Scheele aus Lahnstein sowie Jutta Ulges aus Bad Ems hatte mit Anspielen, Kochkünsten, Gruppenarbeiten, Predigtideen und vielen Gestaltungs-Tipps dazu beigetragen, dass der Weltgebetstag informativ, geistlich, musikalisch und kulinarisch sehr abwechslungsreich gefeiert werden kann - so bunt, wie es in Surinam das Wort „Moksi“ beschreibt. Das weckte großen Appetit auf die ökumenischen Veranstaltungen in den evangelischen und katholischen Kirchengebäuden am Freitag, 2. März.
