Frauentreff Meckenheim e.V. zu Besuch im Frauenmuseum Bonn
Frauentreff im Frauenmuseum
Meckenheim. Der letzte Ausflug führte die Frauen des Frauentreffs Meckenheim e.V. ins Frauenmuseum nach Bonn, wo sie sich über die Bauhaus-Frauen informierten.
Frau Béatrice Roschanzamir erzählte zunächst etwas über die Geschichte des Museums, das 1981 als erstes Frauenmuseum weltweit entstand. Für die erste Ausstellung wurde ihnen ein leerstehendes Kaufhaus angeboten, in dem die Frauen anschließend einfach blieben und später einen Nutzungsvertrag mit der Stadt Bonn aushandelten. Die Idee war und ist es, künstlerisch arbeitenden Frauen die Möglichkeit zu geben auszustellen, da die „normalen“ Häuser üblicherweise eher überwiegend männliche Künstler ausstellen. So werden immer wieder Projekte zu bestimmten Themen entwickelt und Künstlerinnen eingeladen sich zu beteiligen. Dann entscheidet Frau Marianne Pitzen, die Gründerin und Chefin des Hauses welche Frauen sich an dem betreffenden Projekt beteiligen dürfen.
1919 – der erste Weltkrieg war gerade beendet, begann die Hochschule in Weimar mit dem ersten Ausbildungsjahrgang, zu dem sich 84 Frauen und 79 Männer angemeldet hatten. Dass so viele Frauen unter den ersten Studenten waren, gefiel Walter Gropius nicht so recht, denn er fürchtete um seinen Ruf. So wurden die Studentinnen in die Textilwerkstatt „abgeschoben“. Es gelang nur wenigen Frauen, darunter Marianne Brandt, Lilly Reich und Alma Buscher, in anderen Bereichen zu arbeiten. Im Rahmen der historischen Forschung werden die „Bauhaus-Frauen“ heute wiederentdeckt und gewürdigt, was sich auch in dieser Ausstellung darstellt. Darüber hinaus werden heutige Künstlerinnen vorgestellt, so die raumgreifenden Objekte aus Beton und Metall von Kirsten Arndt, das Buchhaus von Sidika Kordes und der schwebende Marcel-Brauer-Sessel von Judith Wanzer.
Die Frauen bedankten sich mit einem kräftigen Applaus für die spannende Führung und ließen das Gehörte und Gesehene beim gemeinsamen Kaffeetrinken noch einmal an sich vorüberziehen.
