Allgemeine Berichte | 03.04.2019

Land erteilt Genehmigung

Freie Fahrt für die Brexbachtalbahn

Verein und Betreiber hoch erfreut

Bald werden wieder Züge wie die BR 95 auf der Brex fahren können. Foto: privat

Bendorf. Das Land Rheinland-Pfalz hat für die stillgelegte Brexbachtalbahn eine Betriebsgenehmigung für zunächst 25 Jahre erteilt. Damit ist der Weg frei, dass auf einer der schönsten Bahnstrecken Deutschlands in naher Zukunft wieder Züge verkehren. Betreiber und Verein zeigen sich hoch erfreut, dass die langjährigen Bemühungen nun von Erfolg gekrönt sind.

Bereits seit Jahren kämpft der Bendorfer Verein „Brexbachtalbahn e. V.“ unermüdlich für die Reaktivierung der Bahnstrecke von Engers über Bendorf, Grenzau/Höhr-Grenzhausen und Ransbach nach Siershahn. Als Betreiber konnte er die in Linz ansässige Eifelbahn Verkehrsgesellschaft mbH gewinnen, die als zugelassenes Unternehmen mehrere Bahninfrastrukturen in Deutschland betreibt, im Kreis Neuwied auch die Kasbachtalbahn von Linz nach Kalenborn mit rund 50.000 Fahrgästen pro Jahr. „Rechtlich betrachtet benötigen wir ein zugelassenes Eisenbahnunternehmen“, erklärt Adi Bongartz, Vorsitzender des Bendorfer Vereins. Diesen fand der Verein bereits vor Jahren in dem Linzer Unternehmen, das den Verein berät und unterstützt. 2009 konnte daraufhin ein erster Teilabschnitt zwischen Grenzau und Siershahn reaktiviert und durch den damaligen Minister Hering eröffnet werden. Diese Betriebskonzession war zunächst auf fünf Jahre befristet. Nach Ablauf der Konzession wurde diese zunächst nicht über das Jahr 2013 hinaus verlängert, weil der Verein einen politischen Konsens entlang der Gesamtstrecke anstrebte. „Der war jedoch nicht zu erzielen, weil die Strecke durch drei Landkreise und mehrere Städte und Gemeinden führt“, erklärt Geschäftsführer Jörg Seyffert. Zuletzt hatte sich die Stadt Bendorf gegen eine Reaktivierung gestellt.

Daraufhin entschloss sich der Verein, die Reaktivierung privat zu stemmen und Geschäftsführer Jörg Seyffert stellte im Dezember 2017 beim Ministerium in Mainz die notwendigen Anträge. Dort wurden die Anträge aber nicht bearbeitet und Seyffert sah sich gezwungen, Klage wegen Untätigkeit beim Verwaltungsgericht Koblenz einzureichen. Mit Erfolg: Die im vergangenen November geführte Gerichtsverhandlung führte dazu, dass das Land die Anträge bearbeitete und mit Seyffert wieder Gespräche geführt wurden.

Erste Streckenabschnitte zeitnah in Betrieb

„Wir sind glücklich, dass das Ministerium nun tätig geworden ist“, freut sich Adolf Bongartz. Das Ministerium setzte sich intensiv mit den Anträgen auseinander und kam zu dem Ergebnis, dass die Reaktivierung der Brexbachtalbahn in ersten Teilabschnitten vollzogen werden kann. Vereinsvorsitzender Bongartz: „Wir werden uns zunächst auf den Abschnitt von Siershahn nach Grenzau sowie auf den Streckenabschnitt von Grenzau nach Höhr-Grenzhausen konzentrieren. Diese Streckenabschnitte sind in einem hervorragenden Zustand und können zeitnah wieder dem Betrieb übergeben werden. Danach werden wir uns weiter dem unteren Abschnitt der Brexbachtalbahn widmen.“

Dort haben in Engers bereits die ersten Arbeiten begonnen. Von der DB Netz AG wurden Abstimmungsgespräche mit den beteiligten Planungs- und Ingenieurbüros geführt, um die Weichenanbindung an die Rheinschiene in Engers wiederherzustellen. Mittlerweile ist die Vermessung abgeschlossen und die Planungen schreiten voran, damit die noch vorhandene Weiche wieder ans Engerser Stellwerk angeschlossen werden kann.

Noch keine abschließende Entscheidung gibt es zum Verkehrskreisel in Bendorf, der vor Jahren über die Bahngleise gebaut wurde. Das Ministerium spricht derzeit mit dem Landesbetrieb Mobilität und der Stadt Bendorf, um hier eine Lösung zu finden. Denn damals hatte sich die Stadt Bendorf verpflichtet, die Kosten für die Sicherung und Veränderung des Verkehrskreisels zu übernehmen, wenn die Bahnstrecke wieder in Betrieb geht. „Aus dieser Entscheidung halten wir uns aber raus, denn diese Frage entscheidet allein die Stadt Bendorf im Benehmen mit dem Ministerium“, erklärt Geschäftsführer Jörg Seyffert und ergänzt: „Vor dem Hintergrund, die Landesgartenschau 2026 in Bendorf auszurichten, kommt die Reaktivierung der Brexbachtalbahn allerdings jetzt zum richtigen Zeitpunkt!“

Pressemitteilung

Brexbachtalbahn e. V.

Bald werden wieder Züge wie die BR 95 auf der Brex fahren können. Foto: privat

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