Allgemeine Berichte | 06.08.2018

Ehrung für einen Mann, für den das Wohl der Menschen oben steht

Freiwillig und mit Leidenschaft

Reinhard Lehmler erhält Landes-Ehrennadel für 60 Jahre ehrenamtliches Engagement

Der Erste Kreisbeigeordnete Kurt Schüler (li.) überreichte Reinhard Lehmler (2. v.r.)die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz. Auch seine Frau Anna wurde in den Ansprachen mehrfach gelobt. Fördervereinsvorsitzender Uli Schmidt (re.) hielt die Laudatio. Fotos: GBA

Horbach. Ein afrikanisches Sprichwort besagt: „Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“ Mit diesen Worten eröffnete Uli Schmidt, der Vorsitzende des Fördervereins des Ignatius-Lötschert-Hauses, die Feierstunde zur Verleihung der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz für Reinhard Lehmler.

Dessen vorbildliches und beispielhaftes über 60 Jahre währendes ehrenamtliches Engagement stehe für viele, die ihre Freizeit „freiwillig und mit Leidenschaft“ opferten. „Ehrenamtliches Engagement ist der Kit der Gesellschaft“, strich Schmidt in seiner Laudatio Lehmlers Lebenswerk heraus, das aus einer guten Balance aus Zeit für die Familie, für den Beruf und das Ehrenamt bestehe. Lehmler sei vielen nach wie vor noch als „de Kister“ für seinen unermüdlichen Küsterdienst von 1961 bis 2007 bekannt. Dessen vielfältige Dienste und Aufgaben, vom Aufbau der Weihnachtskrippe bis hin zum Fahnenschmuck aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen.

Zehn Jahre gehörte Lehmler dem Gemeinderat (1969 bis 1979) an, die Seniorenarbeit der Gemeinde verantwortete er von 1997 bis 2011. Legendär seien seine damals organisierten mehrtägigen Ausflüge. Seit 2004 engagiere sich Lehmler als ehrenamtlicher Freizeitbetreuer im Ignatius-Lötschert-Haus. Für die Laudatio hat Schmidt einmal ausrechnen lassen, wieviele Stunden dieses Engagement umfasst: „5.000 Stunden – so lange hat man früher in der Kneipp gesesse“, lobte Schmidt mit einem Augenzwinkern.

Diese „100 Jahre“ ehrenamtlichen Engagements sei nicht denkbar ohne Lehmlers Ehefrau Maria, die „de ganze Spring“ mitgemacht habe. Auch ihr wurde in der Feierstunde mit einem Blumenstrauß gedankt.

Keine Bezahlung, aber ein Dankeschön von Herzen

Der Erste Kreisbeigeordnete Kurt Schüler stellte sich für einen kurzen Augenblick eine Gesellschaft ohne ehrenamtliches Engagement vor. „Das Gemeinwesen würde ganz anders aussehen! Manche Serviceleistungen sind unbezahlbar und wären sonst nicht aufrecht zu erhalten.“ Großen Respekt zollte Schüler für Lehmlers Potpourri seines Engagements in den unterschiedlichsten Gremien, in der katholischen Kirche und in den Vereinen. „Der Westerwald ist stolz auf solche Bürger wie Sie!“ Andere säßen dagegen abends träge im Sessel vor dem Fernseher.

Eine Auszeichnung wie die Verleihung der Landes-Ehrennadel könne nie „eine Art Bezahlung“ sein, aber sie sei ein „Dankeschön“, stellte Schüler heraus. Heimleiter Franz Schmidt vom Ignatius-Lötschert-Haus wertete die Ehrung auch als Auszeichnung für alle, die sich ehrenamtlich in der Einrichtung engagieren. Doch an Reinhard Lehmler führe hier kein Weg vorbei, denn er engagiere sich als Küster beim Heim-Gottesdienst, bei der Aktion „555 Schritte – fit bis ins höchste Alter“, und beim Seniorensingen. Lehmler sei ein ehrlicher Geist, der sage, was er denke, lobte Schmitz.

Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier betonte Lehmlers religiöse Motivation für seine ehrenamtlichen Dienste. „Er engagiert sich nicht nur für die Menschen, sondern auch für Gott!“ Als er kurzfristig gefragt worden sei, ob er im Ignatius-Lötschert-Haus den Küsterdienst übernehme, habe er spontan ja gesagt. „Ein herzliches vergelt’s Gott, und noch viele gesunde und glückliche Jahre!“

Gackenbachs Ortsbürgermeister Ulrich Weidenfeller freute sich zu Beginn seiner Ansprache über den lang ersehnten Regen, den der Himmel anlässlich der Feierstunde geschickt habe. Er habe 24 Jahre lang mit dem Jubilar Hof an Hof gelebt. Dieser kenne ihn als Messdiener und Ersatzküster. „Ich erinnere mich gerne an diese Zeit zurück.“ Für die Zukunft sei er sich sicher, dass Lehmler noch die ein oder andere gute Idee „auf der Pfanne“ habe. Neben den Festrednern waren auch der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Montabaur, Andree Stein, und die Landtagsabgeordnete Dr. Tanja Machalet zu der Feierstunde gekommen.

Im Vorfeld der Feierstunde versammelten sich die „555er“ des Ignatius-Lötschert-Hauses zum Orgelkonzert in der katholischen Kirche St. Bartholomäus in Gackenbach. Dort ehrten Hermann Lamay und Paul Ferdinand durch ihren Gesang, der von Ralf Cieslik an der Doppelorgel begleitet wurde.

Der Erste Kreisbeigeordnete Kurt Schüler (re.) und Fördervereinsvorsitzender Uli Schmidt (li.) gratulieren Reinhard Lehmler zur Verleihung der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz.

Der Erste Kreisbeigeordnete Kurt Schüler (re.) und Fördervereinsvorsitzender Uli Schmidt (li.) gratulieren Reinhard Lehmler zur Verleihung der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz.

In seinen Worten am Schluss dankte Reinhard Lehmlervor allem seiner Frau Anna für den Rückhalt.

In seinen Worten am Schluss dankte Reinhard Lehmler vor allem seiner Frau Anna für den Rückhalt.

Ortsbürgermeister Weidenfeller weiß:So großes Engagement ist nicht alltäglich.

Ortsbürgermeister Weidenfeller weiß: So großes Engagement ist nicht alltäglich.

Der Erste Kreisbeigeordnete Kurt Schüler (li.) überreichte Reinhard Lehmler (2. v.r.) die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz. Auch seine Frau Anna wurde in den Ansprachen mehrfach gelobt. Fördervereinsvorsitzender Uli Schmidt (re.) hielt die Laudatio. Fotos: GBA

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