Allgemeine Berichte | 20.04.2018

Konzert in der Herz-Jesu-Kirche

Freundschaft ging unter die Haut

Tschechischer Schülerchor „Viva la musica“, Mädchenkantorei Mayen und Dekantschor Mayen-Mendig gaben gemeinsames Konzert

Deutsch-Tschechische Freunde waren die Akteure des eindrucksvollen Konzerts in der Herz-Jesu-Kirche.Michael Sexauer

Mayen. Gänsehaut pur! Das erlebten die Konzertbesucherinnen und –besucher in der vergangenen Woche in der Mayener Herz-Jesu-Kirche. Viele waren gekommen, um den Stimmen der ausführenden Musikschaffenden zu lauschen. Enttäuscht wurden sie dabei nicht, ließ der Schülerchor „Viva la musica“ doch bereits nach den ersten Tönen die Herzen des Publikums höher schlagen. Dieser – bestehend aus Schülerinnen und Schülern des Gymnasziums Uherske Hradiste – war gemeinsam mit denjenigen Mitschülern, die sich am Schüleraustausch mit dem Megina Gymnasium beteiligten, in seine deutsche Partnerstadt gekommen.

Mit der Aufführung von Werken ganz unterschiedlicher Epochen und Stile bewiesen die jungen tschechischen Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Jakub Tomala Vielseitigkeit und hohe Musikalität. Besonders spürbar war dabei zu jeder Zeit die Begeisterung, mit der die Schüler aus Uherske Hradiste bei der Sache waren. So wurden tschechische Volksweisen ebenso routiniert und gekonnt vorgetragen wie moderne Stücke. Es fehlte dabei, wie es sich für einen Schülerchor gehört, weder an Dynamik noch an Lebendigkeit. Eine ganz besondere Überraschung ließ „Viva la musica“ den Besucherinnen und Besuchern bei dem Stück „Tibie paiom“ von Dmytro Bortnianski zuteilwerden: Zum Vortrag verteilten sich die Sänger beinahe im gesamten Kirchenraum, was ein überaus eindrucksvolles Klangerlebnis zur Folge hatte.

In nichts nach standen dem Chor aus der Partnerstadt die beiden gastgebenden Chöre, die Mädchenkantorei Mayen sowie der Dekanatschor Mayen-Mendig, die unter der Leitung von Dekanatskantor Volker Kaufung standen. Teils begleitet von Kantor Thomas Schnorr (Orgel), teils von Daniel Brengmann (Piano) brachten auch sie Werke verschiedener Komponisten, Stile und Epochen zu Gehör, wobei zu keinem Zeitpunkt eine Konkurrenzlage zwischen den einzelnen Akteuren zu vernehmen war. Vielmehr stand die gemeinsame Beschäftigung mit dem verbindenden Bereich der Musik im Vordergrund. Vor allem die Auswahl von Stücken aus unterschiedlichen Ländern wie etwa Deutschland, Frankreich oder dem Vereinigten Königreich erhöhte dabei den ohnehin schon internationalen Anstrich des Konzerts. Hierzu passten auch die solistischen Einlagen von Holger Queck, der ebenfalls zu überzeugen wusste. Die beiden deutschen Chöre stellten mit ihren Darbietungen zum wiederholten Male unter Beweis, welch hohe Qualitätsstufe sie sich in den vergangenen Jahren erarbeitet haben. Aus dem kulturellen Leben der Stadt Mayen wie der gesamten Region sind sie schon seit Längerem nicht mehr wegzudenken. Neben dem engagierten Einsatz der Sängerinnen und Sänger kommt hier vor allem Dekanatskantor Kaufung eine Schlüsselrolle zu.

Für seine herausragenden Leistungen und Verdienste um die Chorarbeit hatte ihn der Fachverband Deutscher Berufschorleiter e. V. unlängst zum Musikdirektor ernannt. Im Rahmen des Konzerts konnte Volker Kaufung nun die zugehörige Urkunde verliehen werden. „Dies ist keine alltägliche Ehrung und ich bin froh, dass ich Dir diese Urkunde heute stellvertretend für den Verband überreichen darf“, führte Vorstandsmitglied Johannes Klar aus. Er ging dabei auch darauf ein, dass eigentlich zunächst eine Ernennung zum Chor- und dann erst zum Musikdirektor erfolge. Aufgrund der vorgewiesenen Erfolge habe man sich im Falle Kaufungs jedoch dazu entschlossen, ihm den höheren Titel unmittelbar zu verleihen. Dem Ausgezeichneten war die Freude über die entgegengebrachte Wertschätzung seiner Arbeit deutlich anzumerken, als er einige kurze Dankesworte an die Konzertbesucher richtete, wobei er zudem versprach, sich auch künftig für die Heranführung junger Menschen an die Chormusik einsetzen zu wollen. Seitens der Stadt konnte dann Oberbürgermeister Wolfgang Treis zum neuen Titel gratulieren. Selbstverständlich war es den Sängerinnen und Sängern ebenfalls ein Anliegen, Danke zu sagen. Und so tat man dies, wie es Chöre am besten können: mit Gesang. Es dauerte nicht lange und schon war in der Herz-Jesu-Kirche ABBAs „Thank you for the music“ zu vernehmen.

Ganz im Sinne der Nachwuchsförderung kann Kaufung auch das stattgefundene Konzert, an dem ganz überwiegend junge Akteure beteiligt waren, als Erfolg verbuchen. Die Freude und Dankbarkeit über diesen Erfolg, ein wunderbares Konzert sowie die Möglichkeit zum musikalischen und persönlichen Austausch mit den tschechischen Gästen floss ein in das Schlussstück. Dem europäischen Gedanken entsprechend hatte man zu diesem Zweck Schillers „Ode an die Freude“ ausgewählt, die auf die Melodie Ludwig van Beethovens zur Hymne Europas geworden ist. Gerade dieses letzte Stück, das von allen Sängerinnen und Sängern – tschechischen wie deutschen – gemeinsam vorgetragen wurde, ging unter die Haut. Spürbar wurde, dass dort nicht nur Gäste und Gastgeber, sondern Freunde miteinander musizierten. Das lässt für die Zukunft hoffen.

Deutsch-Tschechische Freunde waren die Akteure des eindrucksvollen Konzerts in der Herz-Jesu-Kirche. Foto: Michael Sexauer

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