Kinder der KGS Meckenheim schnupperten Schulluft von „anno dazumal“ in Kommern
„Früher war nicht alles besser“
Die Kinder lernten viel über das Leben der Kinder vor 100 Jahren
Meckenheim. „Früher war nicht alles besser“, stellten die Kinder der Stufe vier der KGS Meckenheim fest, nachdem sie hautnah erleben durften, wie die Kinder vor hundert Jahren gelebt hatten und unterrichtet wurden. „Das war bestimmt ein hartes Leben. Die Kinder konnten ja gar nicht so richtig spielen, weil sie nach der Schule den Eltern bei der Arbeit helfen mussten. Und in der Schule Spaß haben und spielen ging außer in den kurzen Pausen auch nicht. Beim kleinsten Vergehen wurden sie sofort bestraft und mussten in der Schule in der Ecke stehen“, beschreibt Greta das Leben der Kinder vor 100 Jahren. Um eine Idee zu entwickeln, wie dies war, fuhren alle Schülerinnen und Schüler der Stufe vier ins Freilichtmuseum nach Kommern.
Lehrerin in historischer Kleidung begrüßte die Kinder
Bevor die Kinder in das ehemalige Schulhaus aus Löhndorf gingen, wurden sie von einer streng wirkenden Lehrerin in original historischer Kleidung in das Thema „Schule zu Kaiserszeiten“ im Schulungshaus in Kommern eingeführt. Sie lernten viel über das Leben der Kinder vor 100 Jahren, die nach der Schule die Eltern tatkräftig unterstützen mussten. Auch wurden ihnen die strengen Schulregeln, die in der damaligen Zeit galten, erklärt und mit ihnen eingeübt. Von dort aus gingen sie dann sehr diszipliniert zum Schulhaus.
Das alte Schulhaus stammt aus Löhndorf
Das alte Schulhaus stammte einst aus Löhndorf, wo es abgebaut wurde, um dann in Kommern einen neuen Platz zu finden. Das Klassenzimmer des historischen Gebäudes, welches direkt über einer Backstube im ersten Stock lag, war selbstverständlich so eingerichtet wie vor 100 Jahren. Zum einen wurde es durch die Backstube gewärmt, zum anderen durch einen Holzofen, der das Holz, welches die Kinder vor 100 Jahren täglich mitbringen mussten, verbrannte.
Der Katheder der Lehrkraft war erhöht und ließ das „Fräulein Lehrerin“ noch mächtiger erscheinen. Es gab zwei Sitzreihen und das Bild des Kaisers hing für jeden sichtbar ganz groß an der Wand, ebenso wie das Kreuz. Gebetet wurde mehrmals am Tag.
Die Schülerinnen und Schüler der KGS Meckenheim durften an diesem Tag, wie damals üblich, nur etwas sagen, wenn sie gefragt wurden. Dann mussten sie bei jeder Antwort aufstehen, aus der Bank treten und im vollständigen Satz antworten. Der Unterricht begann mit einer Mathematikstunde, bei denen die KGS-Kinder ihr Können der Einmaleinsreihen vorwärts und rückwärts unter Beweis stellen konnten. Danach folgte eine Deutschstunde. Auf kleinen Schiefertafeln durften sie die historischen Buchstaben der Sütterlin-Schrift mit Griffeln nachschreiben. Dabei lernten sie die Schreibung der Buchstaben n, u, i und e kennen. Später durften sie sich Wörter mit den Buchstaben überlegen und in Sütterlin aufschreiben.
Ludwig Sütterlin (1865 - 1917)
Ludwig Sütterlin entwickelte diese eckig wirkende Schreibschrift, die ab 1914 von den Schulen übernommen wurde. Bis 1941 wurde die Sütterlinschrift an den Schulen gelehrt, dann schafften die Nationalsozialisten die Schrift ab, denn Sütterlin war Jude. Zum Schluss der Stunde wurde noch das Kaiserlied eingeübt, dass alle freudig mit dem Fräulein Lehrerin sangen.
„Das war ein tolles Erlebnis! Trotzdem gehe ich lieber heutzutage in die Schule“, erklärte Linus. „Ich weiß nicht, ob die Kinder früher so gerne zur Schule gegangen sind wie heute. Das war ja schon sehr streng! Zum Glück musste ich nicht in der Ecke stehen.“ Mit einem tosenden Applaus bedankten sich die KGS-Kinder bei dem Fräulein Lehrerin, die den Kindern das Schulleben früher authentisch in ihrer einzigartig fulminanten Art und Weise vermittelte.
Anschließend erkundeten die Kinder noch weitere Teile des Freilichtmuseums und vertieften ihr Wissen über das Leben der Menschen in der damaligen Zeit. „Hierhin möchte ich noch einmal mit meinen Eltern fahren“, strahlte Gabriel. „Sie sollen auch einmal sehen, wie die Menschen im Rheinland in den letzten 500 Jahren gelebt haben.“ Alle Kinder und Lehrkräfte waren sich am Ende des Tages einig, dass solch eine Zeitreise ins „anno dazumal“ eine tolle Erfahrung ist.
Ein Junge geht zum Katheder der Lehrerin und erhält ein Fleißkärtchen.
Die KGS-Kinder zeigen stolz ihre Schiefertafeln mit ihrer Sütterlinschrift.
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