Caritasverband Rhein-Sieg e.V.
Frühkindliche Bindung – prägt ein Leben lang ?!
Studientag des Netzwerkes kirchlicher Dienste für Engagierte in der Familienarbeit
Region. Frühkindliche Bindung war das Thema eines Studientags, den gemeinsam ein Netzwerk kirchlicher Dienste in den Katholischen Kreisdekanaten Rhein-Sieg und Altenkirchen geplant hatte. Frühkindliche Bindung, ein Thema, hinter das die Organisatorinnen und Organisatoren ganz bewusst ein Frage- und Ausrufezeichen gesetzt hatten. Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, vorrangig aus katholischen Kindertagesstätten und Familienzentren, aber auch aus der kirchlichen Gemeindearbeit, aus verschiedenen Beratungsstellen sowie aus Katholischen Bildungswerken beschäftigten sich mit dieser Frage. Anlass für die Auseinandersetzung mit der Thematik war, dass zunehmend jüngere Kinder außerhalb der Familie betreut werden. Was macht frühkindliche Bindung aus und worin spiegelt sich ihr Fehlen? Einerseits hat hier die Forschung immer wieder eine Antwort zu geben versucht. Andererseits wird kaum eine Erfahrung so unterschiedlich aufgenommen, empfunden und verarbeitet. In einem Impulsreferat sprach Dr. Peter Conzen, Leiter der Katholischen Familien- und Erziehungsberatung für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis über das Urvertrauen, dessen Entwicklung er als Voraussetzung für ein späteres Selbstwertgefühl sowie für Kontakt- und Liebesfähigkeit der Menschen sieht. Elisabeth Reiter, Leiterin der Katholischen Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in Siegburg, stellte gemeinsam mit ihrer Kollegin Susanne Weihermann und dem Diplom-Psychologen Andreas Renger von der städtischen Erziehungsberatung in Niederkassel die Bedeutung der „Feinfühligkeit“ heraus. Hierzu entwickelte die Wissenschaftlerin Mary Ainsworth ein Konzept, das heute noch Gültigkeit besitzt. „Mit diesem Studientag leistet die katholische Kirche einen Beitrag zur Fachlichkeit der in der Familienpastoral Engagierten“ resümierte Regionalreferent Markus Schlüter. Dass die Organisatoren damit ein wichtiges Thema angesprochen hatten, bescheinigte die Schlussrunde. „Ich habe viel Praktisches mitgenommen, zum Beispiel für kommende Elternabende“ fasste eine der Teilnehmerinnen zusammen. Ebenso wichtig waren für die Runde aber auch Vernetzung und Austausch. Auch dies ein Satz aus der letzten Statement-Runde: „Wir sind gemeinsam in der Arbeit für und mit Familien mit wichtigen Themen unterwegs“.
