Pfarrer i.R. Helmut Cordes feierte sein Goldenes Ordinationsjubiläum
„Für Gott steht Liebe immer höher als das Befolgen fester Regeln“
Pfarrer Cordes war viele Jahrzehnte als Andernacher Gemeindepfarrer, Militärseelsorger und auch im Schuldienst tätig
Andernach. Am Sonntag, 9. Juli – auf den Tag genau fünfzig Jahre, nachdem er in seiner ersten Gemeinde in Traben-Trabach ordiniert worden war – feierte Pfarrer im Ruhestand Helmut Cordes sein goldenes Ordinationsjubiläum in der Christuskirche in Andernach.
Der feierliche Gottesdienst wurde von Prädikant Jürgen Thillmann und Pfarrer Christian Schulte mitgestaltet. In seiner Predigt über das Gleichnis des barmherzigen Samariters betonte Pfarrer Cordes, dass für Gott Liebe immer höher steht als das Befolgen fester Regeln. Deswegen gibt es für ihn auch keinen festen Leitfaden dafür, was eine gute Pfarrerin oder einen guten Pfarrer ausmacht. Das zeigt allein die jeweilige Praxis, in der ein Pfarramt gelebt wird.
Die Ordination ist die Beauftragung eines Pfarrers mit der Wortverkündigung und der Verwaltung der Sakramente. Das Sakrament einer Priesterweihe kennt die evangelische Kirche nicht.
Bei einem gut besuchten Empfang nach dem Gottesdienst, der auch vom Förderverein Christuskirche mitgetragen wurde, konnte Helmut Cordes so manchen seiner Wegbegleiter durch die Jahre begrüßen. Hier erzählte er auch einige Anekdoten aus seinem Leben als Pfarrer.
So durfte er etwa zu seiner Zeit ein evangelischer Pfarrer erst nach seiner Ordination heiraten und musste seine zukünftige Frau zuerst in einem einstündigen Gespräch im Landeskirchenamt vorstellen, wo sie nach einer recht strengen Prüfung als zukünftige Pfarrfrau auch abgelehnt werden konnte.
Pfarrer Cordes war vor seiner Pensionierung im Jahre 1999 viele Jahrzehnte als Andernacher Gemeindepfarrer, Militärseelsorger und auch im Schuldienst tätig. Unter anderem war er Mitbegründer der ökumenischen Sozialstation und des Hospizvereins. Seine ganz besondere Liebe galt immer der Behindertenarbeit. Durch seinen Sohn Markus, der selbst hörbehindert ist, war er hier etwa als Gehörlosenseelsorger des Kirchenkreises tätig.
