Allgemeine Berichte | 06.06.2018

Chance7 und Windecker Landwirtschaft

Für den Artenschutz und eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft

Landwirtin Helga Höhler mit den Dülmener Pferden.Rhein-Sieg-Kreis

Rhein-Sieg-Kreis. In Windeck-Dreisel übernehmen einige landwirtschaftliche Betriebe nun eine Vorreiterrolle: Sie sind eine Partnerschaft mit dem Naturschutzprojekt Chance7 des Rhein-Sieg-Kreises eingegangen und unterstützen so den Erhalt vieler selten gewordener Arten im Rhein-Sieg-Kreis. Extensive Landwirtschaft nennt sich das, was künftig in Windeck-Dreisel praktiziert wird: Das ist ein Konzept, nach dem Flächen naturverträglich beweidet werden.

Diese Form der Beweidung im Bereich der ehemaligen Siegschleife bei Dreisel mit alten Nutztierrassen hat das Naturschutzprojekt Chance7 des Rhein-Sieg-Kreises initiiert. Die Maßnahme wurde nun vorgestellt. „Intensive Landwirtschaft verdrängt viele Tiere und Pflanzen. Die extensive Bewirtschaftung durch Beweidung schafft jedoch verschiedene Lebensräume und führt zur Rückkehr seltener Tierarten“, erklärt Ralf Badtke vom Naturschutzprojekt Chance7.

Die ehemalige Siegschleife und die Siegauen bei Dreisel stehen bereits seit einigen Jahren unter Naturschutz. Hier sollen sich auf Wiesen und Weiden wieder heimische Pflanzen und Tiere ansiedeln. Gleichzeitig soll die reich strukturierte Landschaft gefördert und erhalten werden. Das klappt jedoch nur, wenn auch die ansässigen Landwirte mitmachen. Zuverlässige Partner für dieses Projekt des Rhein-Sieg-Kreises sind die Landwirtin Helga Höhler sowie die Landwirte Bernd Machate, Heinz Willi Gauchel und Jan Joest. Sie stellen Dexter- und Galloway-Rinder sowie Dülmener Pferde und einen Fuhrpark an Landmaschinen zur Verfügung.

Die Flächen werden alle nicht gedüngt. Einige Bereiche dieses Gebietes werden gemäht (allerdings seltener als üblich) und andere (auch mit viel weniger Tieren) beweidet. Gleichzeitig beweiden die Schaf- und Ziegenherden der Biostation weitere Flächen.

„Ein positiver Nebeneffekt dieser Form der Beweidung ist die Eindämmung der Herkulesstaude, die sich auf den großen Flächen angesiedelt hat und dabei ist, die einheimische Vegetation zu verdrängen. Denn die Tiere der Landwirte zertreten gefahrlos - ganz im Gegensatz zu den Menschen, die bei Kontakt mit dem Saft der Pflanze Verbrennungen erleiden - die Jungpflanzen dieser Staude“, informiert Christoph Schwarz, als zuständiger Dezernent des Rhein-Sieg-Kreises.

Chance7, das Naturschutzgroßprojekt des Rhein-Sieg-Kreises, ist Bestandteil des Bundesförderprogramms „chance.natur“ des Bundesamtes für Naturschutz, dessen Ziel es ist, herausragende Bereiche des Naturerbes in Deutschland durch gezielte Maßnahmen langfristig zu erhalten und zu entwickeln.

Im Rhein-Sieg-Kreis und in der Bundesstadt Bonn werden seit 2015 bis voraussichtlich 2025 auf rund 11.300 Hektar Fläche zwischen dem Siebengebirge und der oberen Sieg vor allem Weinbergsbrachen, Obstwiesen, extensiv genutztes Grünland, Heide und Feuchtwiesen sowie der Waldumbau und die natürliche Waldentwicklung gefördert.

Die ehemalige Siegschleife und die Siegauen bei Dreisel zählen zu den sogenannten „Leuchtturmbereichen“ des Naturschutzgroßprojektes. Seit einigen Jahren stehen diese Bereiche unter Naturschutz. Zahlreiche Flächen haben der Rhein-Sieg-Kreis, die Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes und der Landesbetrieb Wald und Holz NRW zum Zwecke des Natur- und Gewässerschutzes erworben. Im Focus der Naturschützerinnen und Naturschützer steht dabei der Erhalt, aber auch die Entwicklung der vielfältigen Kulturlandschaft rund um Dreisel und Helpenstell.

Es gibt spezielle Förderangebote an die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter oder Eigentümerinnen und Eigentümer der Flächen. Weiterhin ist der Rhein-Sieg-Kreis interessiert am Ankauf der für den Naturschutz wichtigen Flächen, aber auch von geeigneten Tauschflächen. Die Teilnahme am Programm ist freiwillig. Weitere Infos unter www.chance7.org.

Pressemitteilung

Rhein-Sieg-Kreis

Einige der eingesetzten Rinder.

Einige der eingesetzten Rinder.

Landwirtin Helga Höhler mit den Dülmener Pferden.Fotos: Rhein-Sieg-Kreis

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