Zweites Mutmacher-Konzert im Altenheim

Für eine Stunde war die Pandemie einfach weggeblasen

Für eine Stunde war die Pandemie einfach weggeblasen

Viel Freude unter den Bewohnern beim Fensterkonzert des Blasorchesters Daubach am Seniorenzentrum Ignatius-Lötschert-Haus im Buchfinkenland. Foto: privat

03.08.2020 - 13:34

Horbach/Daubach. Abstand und Nähe! Dieses zunächst gegensätzliche Wortpaar stand im Mittelpunkt beim Fensterkonzert des Blasorchesters Daubach des Seniorenzentrums Ignatius-Lötschert-Haus im Buchfinkenland. Abstand, weil die durch die Pandemie bedingten Einschränkungen strikt eingehalten wurden. Nähe, da die stimmungsvollen Klänge der Musiker/innen alle Anwesenden miteinander verbanden.

Dabei sah es zunächst für dieses zweite „Mutmacher-Konzert“ im Hof des Altenheims nicht gut aus: dunkle Regenwolken näherten sich vom benachbarten Horbacher Waldstadion und drohten mit Nässe von oben.

Doch mit dem ersten Taktschwung von Dirigent Walter Born verzogen sich die Wolken und die Sonne diktierte für eine Stunde den Verlauf des Konzertes. Dieses brachte dann mit dem „Bub aus dem Westerwald“ und dem „Westerwald-Lied“ auch bekannte regionale Melodien zu Gehör. Märsche wie „Dem Land Tirol die Treue“ oder der „Böhmische Traum“ rundeten das auch von modernen Liedern abgerundete Programm der Gäste aus Daubach ab. Besonders gefiel auch „Juventus“, bei dem es um die für alle Zuhörer/innen lange zurückliegende Jugend geht.

Bei so viel morgendlicher Klangfülle kamen die vielen Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheimes an den Fenstern und im Hof mit dem Klatschen kaum nach. „Das so etwas Schönes nur für uns gemacht wird, erfüllt mich mit großer Freude“, brachte eine hochbetagte Seniorin ihre Gefühle zum Ausdruck. Ein anderer meinte mit einem Augenzwinkern, dass Corona in diesen Momenten fast vergessen sei und somit auch seine guten Seiten habe.

Nach langer Proben- und Konzertpause merkte man den musikalischen Gästen von den benachbarten Gelbachhöhen ihre schnell zurückgewonnene Spielfreude an.

„Wir sind alle heilfroh, endlich mal wieder öffentlich spielen zu können“, meinte Dirigent Walter Born. Als einer der erfahrensten Musiker in den Reihen des Blasorchesters erinnerte Rainer Frink an die ersten beiden außergewöhnlichen Corona-Proben in Kleingruppen: „Wir haben am Dorfrand extra dafür eine Wiese gemäht um den Abstand einhalten zu können“. So ganz ohne vorher zu proben, habe man doch nicht im Altenheim spielen wollen, meinte Daubachs Ortsbürgermeister Thorsten Hahn, der zu den aktiven Musikern des Orchesters gehört.

Beim anschließenden Frühschoppenbier wurde klar, dass das ebenso traditionsreiche wie erfolgreiche Daubacher Blasorchester durch die Pandemiekrise nicht gefährdet ist.

„Das sind alles Vollblutmusiker/innen, die sich ihr Hobby durch Corona nicht verderben lassen“, so die Vorsitzende Kornelia Bicking. Dazu trage auch entscheidend bei, dass man mit dem musikalischen Tausendsassa Walter Born einen Ausnahmekönner am Taktstock habe. Damit es langfristig auf hohem Niveau weitergehen kann, hoffe der Vorstand darauf, dass bald auch wieder die Kinder und Jugendlichen ihr Können zusammen weiterentwickeln dürfen.

„Natürlich hoffen wir auch bald wieder bei Kirmes, Fastnacht oder bei unserem „Adventszauber“ spielen zu können“, so die Vereinschefin.

Ein ganz besonderes Konzert war es für Bruno Theis, der aus Hübingen stammend in Gackenbach wohnt und schon viele Jahren das Orchester verstärkt. Seit Vater Adolf wohnt im Altenheim und gehörte zu den besonders kritischen Zuhörern. Hinterher standen beide zusammen und waren froh darüber, diese gemeinsame Stunde erleben zu dürfen. „Ich honn kahne Fähler beim Bruno gehiehrt“ meinte Vater Adolf anerkennend.

Bevor ein Gewitter mit Sturzregen dann das Buchfinkenland heimsuchte, bedankte sich Uli Schmidt als Vorsitzender des Fördervereins für das Ignatius-Lötschert-Haus auch für die Heimleitung bei allen Musikern für ein gelungenes Gastspiel, dass sicher im Haus noch lange in guter Erinnerung bleiben werde. Er äußerte den Wunsch, dass sich noch andere Musiker und Sänger für weitere Mutmacher-Konzerte zur Verfügung stellen.

„Diese können singend und musizierend so dazu beitragen, die Negativ-Stimmung rund um die Pandemie für die über 100 alten Menschen im Haus zu mildern“, meinten auch Hillary Weimer und Michaele Baier für die engagierten Betreuungskräfte des Altenheimes.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

Minski in der Schauburg

Mittwochskino zeigt auch während der Corona-Krise Filme

Neuwied. Jeden Mittwoch um 20 Uhr laufen im Schauburg-Kino Neuwied ausgewählte Filme im Mittwochskino. Dabei achtet das Minski auf Hygienemaßnahmen, Abstandsregelungen und Maskenpflicht. Trotz Abstand sind bislang immer noch Plätze frei und es können Karten an der Abendkasse erworben werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann Tickets auch im Voraus unter www.kinoneuwied.de online reservieren. mehr...

Corona-Update: Zwei neue positive Fälle und eine genesene Personen in MYK

19 aktive Corona-Fälle in Stadt und Landkreis

Kreis MYK. Es gibt zwei neue positiv auf das Coronavirus getestete Personen im Landkreis Mayen-Koblenz – je eine Person in der Stadt Mayen und in der Verbandsgemeinde (VG) Rhein-Mosel. Genesen ist derweil eine Person in der VG Vallendar. Die Zahl aktiver Corona-Fälle im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Mayen-Koblenz liegt damit aktuell bei 19: mehr...

Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Corona und Karneval - Soll die "Fünfte Jahreszeit" abgesagt/verboten werden?

Ja, zur Sicherheit lieber absagen.
Nein, Karneval kann man auch anders feiern.
Mir egal, ich feiere keinen Karneval.
1602 abgegebene Stimmen
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 
Kommentare
juergen mueller:
Warum immer so kompliziert - 30 Grad Differenz - wen interessiert`s. Steingärten sind optisch monoton und ökologisch = 0. Die NACHTEILE - Teuer in Anschaffung und Pflege, Insekten,Vögel u.andere Gartentiere finden weder Nahrung noch Lebensraum, Schnell unansehnlich durch Algen und Pflanzenaufwuchs, Regelmäßiges Reinigen nötig - Einsatz von Laubbläsern, Hochdruckreiniger kostet Energie und schädigt Kleinlebewesen, Einsatz von Pestiziden tötet Lebewesen, Schotter heizt sich im Sommer auf, Feinstaub wird nicht gefiltert, Staubbelastung steigt, Lärm wird verstärkt, Boden wird verdichtet u.zerstört, später aufwendige Renaturierung nötig, Wasser kann gar nicht oder nur schwer versickern. Das muss reichen, um dagegen zu sein, oder?
juergen mueller:
Was für Träumereien - ein Neubau, etwas was der ein oder andere in diesem Leben eh nicht mehr erleben wird, Hauptsache,darüber geredet - wie lange schon?. Und die Frage ist - WOFÜR? Vor Jahrzehnten ABENDSPORTFEST ... ade FUSSBALL ... ade Also - WOFÜR eine neue Tribüne, Herr NAUMANN?
juergen mueller:
Seit wann setzen vor allem CDU und SPD auf Transparenz?Dieses Wort gibt es nicht in deren Wortschatz.Die leben ihre undurchsichtige Politik nach wie vor nach dem Motto aus:"Bürger*innen dürfen zwar alles essen, aber nicht alles wissen".Politik lässt sich nicht in die Karten schauen.Da wird vertuscht,getäuscht,gelogen und verarscht und das auf einem sprachlichen und gestikreichen absolut unterem Niveau - man schaue sich auf FACEBOOK den Senf der SPD-Fraktion einmal näher an.Ein Herr Biebricher/CDU zerreißt sich das Maul immer nur dann,wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist - inhaltlos,verständnislos,absolut desorientiert,uninformiert,selbstgefällig,von seiner eigenen unwichtigen Wichtigkeit überzeugt,das Bild eines Möchtegern-Politikers,der seine Abwahl als Landtagsabgeordneter immer noch nicht verkraftet hat,weil ihm vom Wähler aufgezeigt wurde,dass es dafür dann doch nicht reicht - die SPD mit eingeschlossen. BÜRGERBETEILIGUNG - BÜRGERNÄHE = eine verlogene POLITIK.
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlenKommentiert
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.