Neue Begegnungsstätte "BEST" in Wormersdorf
Für null Euro saniert und renoviert
Nach der Willkommenskultur steht in Wormersdorf die Integrationskultur auf der Tagesordnung
Wormersdorf. Um die 70 Flüchtlinge sind in Wormersdorf untergebracht worden. Bereits bei der Organisation der Unterbringung haben der Ortsausschuss, der Flüchtlingshelferkreis Wormersdorf und zahlreiche Vereine großartiges geleistet. Doch mit der Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten ist die Arbeit nicht getan, denn nun geht es um die Integration der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Integration in das Ortsleben, gemeinsame Aktionen und vor allem miteinander ins Gespräch kommen sind die „Zutaten“ für ein mögliches Zusammenwachsen. Bereits seit einigen Monaten hatte der Flüchtlingshelferkreis Wormersdorf dringend nach einer Räumlichkeit gesucht, in der zum Beispiel den Flüchtlingen Deutschkenntnisse vermittelt werden können, Kinder untergebracht werden, aber auch gemeinsame Aktivitäten stattfinden können. Schnell kam das alte Sportlerheim ins Gespräch, das mittlerweile nach der Nutzung als Sportlerheim, Übergangskinderheim und Jugendheim etliche Zeit leer stand und eigentlich für den Abriss vorgesehen war. Die Idee, dieses leerstehende Gebäude als Begegnungsstätte und Schulungsort für Flüchtlinge herzurichten, fand schnell begeisterte Zustimmung von allen Seiten.
Versammlungsort und Begegnungsstätte
Für die Wormersdorfer Vereine soll dieses Haus an der Ahrstraße 1 als Versammlungsort zur Verfügung stehen, den Wormersdorfer Bürgerinnen und Bürgern soll es als Begegnungsstätte dienen. Mit diesem Ansinnen machte sich die Ortsausschussvorsitzende Martina Zavelberg-Pütz, engagiert wie sie ist, auf den Weg ins Rheinbacher Rathaus. Dort hatte man Verständnis für das Anliegen und sagte Unterstützung zu, aber die Kosten der Herrichtung dieses Gebäudes, veranschlagt waren etwa 80.000 Euro, müssten erst „gestemmt“ werden. Doch da hatte die Stadt Wormersdorfer Handwerkerbetriebe und die Hilfsbereitschaft der Flüchtlinge unterschätzt. Innerhalb einer Woche waren alle Auflagen für die Nutzung des Hauses für null Euro erfüllt, auch dank der Sponsoren, und die erforderlichen Unbedenklichkeitsbescheinigungen konnten vorgelegt werden. Auch einen passenden Namen für das Haus hatte man gefunden: „BEST“ – Begegnungsstätte Wormersdorf.
Engagement der Flüchtlinge gewürdigt
Vor kurzem hatte der Ortsausschuss Wormersdorf als Mieter, zusammen mit dem Flüchtlingshelferkreis Wormersdorf, nun zur Einweihung des „BEST“ eingeladen. In ihrer Begrüßung würdigte die Ortsausschussvorsitzende besonders das Engagement der Flüchtlinge, die sich hier ein Denkmal gesetzt hätten, so Martina Zavelberg-Pütz. Unter dem Motto „Wir kriegen das hin“ wurde in mühevoller Kleinarbeit zusammen mit Flüchtlingen das Haus für seine Bestimmung hergerichtet. Besonderen Dank richtete Martina Zavelberg-Pütz an die Familien Khalil und Seferi, die mit „Oberbauleiter“ Wolfgang Paulowicz das Haus renoviert hatten. Ratsherr und Ortsvorsteher Klaus Beer wertete die Anwesenheit des Bürgermeisters Stefan Raetz, des Ersten Beigeordneten Raffael Knauber und der stellvertretenden Landrätin Silke Josten-Schneider als Zeichen der Anerkennung der hier geleisteten Arbeit, ein positives Zeichen für „gelebte Integration und eine starke Gemeinschaft“, die stark macht. Auch der Vertreter des Flüchtlingshelferkreises würdigte die Leistungen der Flüchtlinge und sprach seinen Dank dafür aus. Er fügte hinzu, dass die Beherrschung von Grundkenntnissen der deutschen Sprache wenigstens eine kleine Chance für die Vermittlung der Flüchtlinge am Arbeitsmarkt darstelle: „Der Unterricht ist für die Flüchtlinge von vitaler Bedeutung. Es wird schwer, diese Leute auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen. Es wird unmöglich, wenn sie kein Deutsch sprechen“.
Sieben unterschiedliche Nationen waren am Werk
Er schilderte anschaulich die Arbeitsphase in den Räumlichkeiten, bei der sieben unterschiedliche Nationen, unterschiedliche Ethnien und Mentalitäten am Werke waren. Nach der Segnung der Begegnungsstätte durch Diakon Michael Lux ergriff Bürgermeister Stefan Raetz das Wort und überbrachte die Grüße und den Dank der Verwaltung und des Rates. Er war nicht mit leeren Händen nach Wormersdorf gekommen. Er hatte den am Tag der Einweihung unterschriebenen Mietvertrag zwischen der Stadt und dem Ortsausschuss mitgebracht und übergab ihn unter dem Beifall der Gäste. Im Namen der Flüchtlinge bedankte sich Veronika Seferi aus Albanien bei allen Wormersdorfern und bei der Stadt für die Unterstützung. Während des anschließenden kleinen Umtrunkes und einem Imbiss waren allen Beteiligten der berechtigte Stolz und die Erleichterung über das Erreichte anzumerken. Bürgermeister Stefan Raetz ist überzeugt: Wenn es heiße „Wir schaffen das", dann gelte das für die Wormersdorfer auf jeden Fall, aber es bleibe noch viel zu tun.
Diakon Michael Lux spendete den Segen für die neue Begegnungsstätte in Wormersdorf. Foto: Picasa
