Allgemeine Berichte | 10.01.2017

Der Monat im Garten

Gärtnern und Malen

Malerische WinterlandschaftUlrich Junker

Wachtberg. Mitte Januar, jetzt liegt der Garten wirklich im Winterschlaf, und es gab auch schon ziemlich strengen Frost. Früher hatte man davon eine gute Meinung, weil dann die Schollen nach dem Umgraben schön locker zerfielen, heute möchte man im Zeichen natürlichen Gärtnerns lieber das Bodenleben in Gang halten und gräbt auch nicht mehr um, sondern deckt dicht mit Laubmulch ab. Wenn Raureif oder Schnee auf den Zweigen liegt, ist es ein schöner Anblick, aber sonst ist ein Januargarten nun einmal graubraun. Unser Altmeister, der Gartenschriftsteller Karl Foerster, nannte die Zeit zwischen Advent und Karneval die erste von sieben Jahreszeiten und fand auch daran manches zu rühmen. Wirklich zu bewundern ist, dass die Stiefmütterchen seit dem Herbst durchblühen, bei Frost mit Tannenzweigen abgedeckt, und dann schön wieder austreiben. Auf der Fensterbank ist von Adventssternen und Christrosen, Amaryllis und Azaleen bis zu Alpenveilchen eine bunte Farbenpracht, und im Glashaus zeigen die Blumenzwiebeln wenigstens erste Triebe.

Als Folge unserer Serie „Gärten in der Malerei“ ist uns ein großer Bildband über die Geschichte der Gartenmalerei auf den Weihnachtstisch geflogen. Also, warum in dieser gartenarmen Jahreszeit nicht einmal etwas zu diesem Thema? Schließlich hat die Menschheitsgeschichte in einem umschlossenen Garten angefangen. Denn das ist die ursprüngliche Bedeutung des persischen Wortes „Paradies“. Mit dem hebräischen Wort „Garten Eden“ ist es ebenso. Viele Darstellungen im vorchristlichen Rom und Pompeji nehmen dies Element des Abgegrenzten auf. Im Christlichen kommt dann das Bild der fruchttragenden Bäume und allegorischen Blumen (Lilie, Rose) hinzu. Nach Johannes 20, Vers 15 wird Jesus selbst bisweilen als Gärtner und sogar mit Spaten dargestellt. Viel später wird auch der Anbau im Garten (Gemüsebeete) malerisch abgebildet, zunächst natürlich von holländischen Gärtnern, und im Absolutismus ist der extrem geometrische Garten des Landesherren ein Ausdruck höfischer Macht. Schließlich werden die Maler selbst zu Gärtnern – oder die Gärtner zu Malern –, und es beginnt das Malen in der Natur. Soviel zu einem ganz faszinierenden Kapitel der Geschichte.

Gibt es auch jetzt noch oder schon Gartenarbeit? Irgendetwas findet der rechte Gärtner ja draußen immer zu tun, sei es, abgesägte Zweige zu shreddern, Schnee zu schaufeln, Kalk auf den Rasen zu streuen. Aber das ist alles schnell getan. Im neuen Jahr kehren wir wieder zu Blumenrätseln zurück, hoffentlich schon im Februar, und heute zeigen wir nur eine malerische Winterlandschaft.

Ulrich Junker

Malerische WinterlandschaftFoto: Ulrich Junker

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