KG Roßbach/Wied lud zur großen „Hin und Jeck“-Sitzung
Ganz besondere Tollitäten hielten Hof
Publikumsraketen brachten die Wiedhalle zum Beben
Roßbach. Die Wiedhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die KG Roßbach zu ihrer „Hin und Jeck“-Sitzung geladen hatte. Unter dem Motto „Mir han zwar keene Zuckerhot, doch feiere könne mir och janz jot“ hielten pünktlich um 19.11 Uhr die Roßbacher Tollitäten Einzug. Und es waren nicht wenige, die einen Ehrenplatz auf der Bühne fanden: das diesjährige, rein weiblich besetzte, Dreigestirn bestehend aus Prinzessin Heike, Bäuerin Andrea und Jungfrau Kerstin in wunderschönen, blau-silbernen Gewändern wurde begleitet vom bezaubernden Kinderprinzenpaar Prinz Valentin I. und Prinzessin Jana I. Doch damit nicht genug! Die fünf Repräsentanten des karnevalistischen Roßbacher Hochadels wurden umrahmt vom fast vollständigen Elferrat der KG Roßbach, sodass am Ende fünfzehn Honoratioren ihre Plätze auf der Bühne einnahmen. Sie und die Roßbacher Gäste im Saal bekamen ein buntes Programm geboten: ein Mix aus Sketchen, Gardetanz und Büttenreden wurden ihnen präsentiert.
Zum Auftakt brachten die Kinderfunkengarde und die Jugendgarde der KG Roßbach mit ihren Tänzen das Publikum direkt in die richtige Karnevalsstimmung. Da hatte Richie XXS, der ihnen auf die Bühne folgte, mit seinem bissig-ironischen Programm, das auch politische Anspielungen nicht scheute, leichtes Spiel: unter großem Gelächter wurde von ihm eine Zugabe verlangt, die er auch gern zum Besten gab. Nach den Einblicken in die Lebensweisheiten eines Straßenkehrers von Karl Heinz, er hinterließ von Berufs wegen eine blitzsaubere Bühne, wurde es dann wieder musikalisch: die vier jungen Damen vom „Tanz der Jugend“ hatten sich ihre flotte Choreografie nicht nur selbst beigebracht – sondern sie gleich selbst erfunden! Mit dem „lieben Jeck auf Schluffen“ und den Zocker Ladys wurde es dann persönlich. Die Damen aus dem Umfeld des diesjährigen Dreigestirns gaben allerlei Anekdoten und Anekdötchen über ihre Erlebnisse mit den karnevalistischen Royals zum Besten. Doch diese nahmen die Plaudereien aus dem Nähkästchen gelassen und lachten Tränen!
Dann marschierten mit der Garde des KC Rot-Blau Niederbreitbach seltene Gäste in die Wiedhalle und begeisterten ihre Zuschauer mit professionellen Hebefiguren und aufwendiger Choreografie. Doch auch die Lollipops der KG Roßbach wussten, wie sie ihre Jecken in den Bann zogen. Die jungen Ladies in ihren glitzernden Kostümen brachten den modernen Touch. Nach einer gemütlichen Schunkelrunde ging es dann Schlag auf Schlag weiter im jecken Programm: „Die Bühne füllt sich“ und „Für die Ewigkeit“ sorgten für johlendes Gelächter, während der Tanz des Solomariechens ein beeindrucktes Publikum hinterließ. Nach den Auftritten der „Hampelmäns“ und der Funkengarde der KG Roßbach war es endlich soweit: das Roßbacher Dreigestirn hatte seinen großen Auftritt. Die drei Damen hatten „ihre“ Jecken mit Charme und Witz im Griff, sodass bald auch dem letzten klar war: ein Dreigestirn muss nicht immer männlich sein. Der Roßbacher Karneval ist gleichberechtigt – und verdammt gut drauf!
Das Finale des Programms bestimmte hoher Besuch von außerhalb: Prinz Baffy I. von Linz am Rhein wurde von seinem Fanfarencorps begleitet und rockte die Bühne mit vollem Körpereinsatz. Die Tollität aus dem Tal brachte die Wiedhalle noch einmal richtig zum Kochen, bevor der offizielle Teil des Programms sein Ende fand. Doch damit war natürlich noch lange nicht Schluss – die Roßbacher Jecken feierten noch bis weit nach Mitternacht mit ihrem Dreigestirn weiter. Und eins ist gewiss: der ganze Ort freut sich ungemein auf die kommenden tollen Tage unter dieser holden närrischen Regentschaft!
Die Wiedhalle war bis auf den letzten Platz belegt.
Haben sich alles selbst beigebracht - die vier jungen Ladies vom Tanz der Jugend.
Mit professionellen Hebefiguren begeisterte die Garde des KC Rot-Blau Niederbreitbach.
Kriminell komisch wurde es mit dem Musikalischen Stammtisch.
