Allgemeine Berichte | 19.11.2021

Gedenkstein auf dem Jüdischen Friedhof in Heimerzheim

Gedenkfeier zum 40. Jahrestag

Hans-Peter Bauerfeld, Erster Polizeihauptkommissar der Bundespolizei, und Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner legten einen Kranz am Gedenkstein nieder.Foto: privat

Heimerzheim. Zur Erinnerung an die Errichtung des Gedenksteins auf dem Jüdischen Friedhof in Heimerzheim vor 40 Jahren fand am 8. November 2021 eine Gedenkveranstaltung statt. „Es waren Menschen aus unserer Mitte; sie waren Nachbarn, die geholfen haben, sie waren Freunde mit denen zusammen gefeiert wurde, sie waren Vereinskollegen, Feuerwehrkameraden, sie waren wichtige Mitglieder unserer Gemeinschaft, sie wurden vom Regime entrechtet und ermordet. Der Gedenkstein erinnert an die dunkelsten Stunden unserer Geschichte und ist eine unauslöschliche Mahnung für die jetzigen und alle künftigen Generationen. Mit dem Gedenkstein ist der Jüdische Friedhof zu einer bedeutenden Erinnerungsstätte unserer Gemeinde geworden, der an die Ermordung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert. Zugleich ist der Gedenkstein ein Mahnmal für die gesellschaftliche Verantwortung, sich für Menschenrechte, Vielfalt und ein friedliches Miteinander einzusetzen. Ebenso ist er ein Zeitzeugnis für die nachfolgenden Generationen, der jungen Menschen helfen kann, die Vergangenheit zu verstehen, die Zukunft menschlich zu gestalten und die Gefahren frühzeitig zu erkennen“ sagte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner in ihrer Ansprache.

Die Gedenkfeier wurde von Schülerinnen und Schülern der Klasse 10c der Gesamtschule Swisttal gestaltet. Mit Referendarin Thomai Mavroudi hatten sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Gedenktage sind von zentraler Bedeutung, denn ohne sie verblasse die Erinnerung sagten Johanna Ellmer, Katrin Gabert und Timo Krupp, stellvertretend für ihre Mitschüler in ihrem Vortrag.

Dass sich nach 1945 jüdische Bürger wieder in Deutschland angesiedelt haben, ist ein großes Glück. Die Schülerinnen und Schüler betonten, dass Freiheit und Sicherheit ein zerbrechliches Gut sind und jeder Verantwortung für eine respektvollen Umgang miteinander trage.

Der Gedenkstein wurde 1981 in Abstimmung mit der jüdischen Synagogengemeinde Bonn nach einem Beschluss des Gemeinderates errichtet. Anstoß zur Errichtung des Gedenksteins war ein Besuch damaliger jüdischer Bürger aus Heimerzheim, die aus den USA zu einem Besuch in ihren ehemaligen Heimatort eingeladen worden waren.

Die Inschrift des Gedenksteins lautet: „... sie sagten kommt lasst uns sie vernichten, ihr Volk ausmerzen und der Name Israel soll nie wieder erwähnt werden“, (Psalmen, Kap. 83, Vers 5). Sie steht in deutscher und hebräischer Sprache auf dem Gedenkstein und erinnert an das Schicksal der jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die während der Zeit des Nationalsozialismus systematisch verfolgt und in Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet wurden. Auf Anregung des Initiativkreises „Informationstafel alter jüdischer Friedhof Heimerzheim“, ehrenamtlich engagierter Bürger in Swisttal und auf Beschluss des Rates wurde zur Verdeutlichung des Kontextes der Inschrift auf dem Gedenkstein am 23. Mai 2019 zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes eine Informationstafel aufgestellt.

Pressemitteilung

Gemeinde Swisttal

Hans-Peter Bauerfeld, Erster Polizeihauptkommissar der Bundespolizei, und Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner legten einen Kranz am Gedenkstein nieder.Foto: privat

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