Gedenken an die Opfer bei der Sprengung der Kronprinz-Wilhelm-Brücke
Gedenktafel angebracht
Neuwied. Durch Bemühungen der Initiativgruppe zum Gedenken an die Opfer bei der Sprengung der Kronprinz-Wilhelm-Brücke am 9.3.1945 wurde am ersten Brückenpfeiler auf Engerser Seite unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eine Gedenktafel für die Opfer der Brückensprengung angebracht. Die Enthüllung vollzog Oberbürgermeister Nikolaus Roth. Durch die überregionale Berichterstattung meldeten sich auch zwei ehemaligen Wehrmachtssoldaten, die als Augenzeugen die Sprengung erlebten. Kronzeuge ist auch der amerikanische Panzergeneral Albin F. Irzyk. Er hatte den Auftrag, die Brücke unzerstört einzunehmen.
Wie er in einem seiner Bücher schreibt, war er die „Speerspitze“ von General Patton und konnte die Sprengung von seinem Panzerturm direkt beobachten. Er spricht von Menschen, Tieren und Fahrzeugen, die in den Rhein stürzten. Er geht von sehr vielen Menschen aus, die die Sprengung nicht überlebten. Überraschend erhielt Werner Johann Keßler von der Initiativgruppe nun eine Einladung nach West Palm Beach, Florida ins Privathaus von General Irzyk zum 100. Geburtstag. Er hat mit seiner Frau Anneliese die Einladung angenommen und wird am Sonntag, 19. Februar vor Ort sein. Bereits vor zwei Jahren war Keßler bei General Irzyk, um ihn zu interviewen und seine Aussagen per Video zu dokumentieren.
„General Irzyk ist ein sehr angesehener Mann, ein „World War 2 – Hero“. Er hat unter anderem am 4. April 1945 als erster Amerikaner und Kommandant einer Panzereinheit das Konzentrationslager Ohrdruf bei Gotha befreit. Dort waren 11.700 Inhaftierte, vor allem Belgier, Franzosen, Russen, Serben und Polen. Er watete durch bone-ash - Knochenasche - von 4.000 verbrannten Leichen. Er sah 75 skelettierte Leichen, alle mit einem Einschussloch im Kopf und Leichenberge unter Kalk. Du wirst kein Wörterbuch finden für Worte, die das Entsetzliche beschreiben können“, sagte er zu Werner Johann Keßler.
In seinem Gepäck befinden sich zwei Geschenke, eine Handarbeit von Manfred Kramer und eine Meißner-Porzellan-Medaille vom Engerser Convent e.V. mit Schloss Engers und dem Schutzpatron St. Martin. Kramer fand bei dem kürzlichen Niedrigwasser am ersten Brückenpfeiler im Rhein Metallreste, die er mit einem historischen Bild der Brücke und der Trümmerbrücke auf einer Holzscheibe befestigte. Auf der Rückseite ein Dank an General Irzyk für seinen Beitrag zur Befreiung Deutschlands vom Naziregime und der Diktatur.
Gedenken an die Opfer am Donnerstag, 9. März
In diesem Jahr findet wieder am Donnerstag, 9. März am ersten Brückenpfeiler auf Engerser Seite ein Gedenken an die Opfer statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger treffen sich morgens um 7:30 Uhr, dem Zeitpunkt der Brückensprengung. Dabei werden gleichzeitig die Engerser und Urmitzer Kirchenglocken läuten.
Pressemitteilung der
Initiativgruppe zum Gedenken an die Opfer bei der Sprengung der Kronprinz-Wilhelm-Brücke
am 9. März 1945
Die Rückseite der Handarbeit von Manfred Kramer mit einem Dank an General Irzyk.
