Schüler/Innen der Realschule plus und Fachoberschule Mendig polierten Stolpersteine
Gegen das Vergessen
Mendig. Um ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen, begaben sich auch in diesem Jahr freiwillige Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 mit ihren Lehrerinnen Kristina Merten und Ulrike Waasem pünktlich an die Arbeit. Schließlich sollten zum 9. November die so genannten Stolpersteine, die an die Mendiger Bürgerinnen und Bürger erinnern, die dem Terrorregime des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind, erneut glänzen und die Namen wieder gut lesbar sein.
An diesem Tag erinnert die Stadt Mendig im Rahmen einer Feierstunde an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938, in der deutschlandweit Synagogen niedergebrannt wurden, Geschäfte zerschlagen, Menschen gedemütigt, geschlagen, verschleppt und ermordet wurden. Die Schülerinnen und Schüler leisteten ganze Arbeit, obwohl es ihnen einige Steine nicht leicht gemacht haben, so stark waren sie durch Straßen und Witterungseinflüsse verunreinigt.
Die Putzpatenschaft, welche die Schulgemeinschaft der Realschule plus und FOS Mendig im Jahr 2014 übernommen hat, bietet jungen Menschen die Möglichkeit, Geschichte vor der Haustür zu erleben und eindringlich zu erfahren, wozu Ausgrenzung, Anfeindung und Rassismus im schlimmsten Fall führen können.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich interessiert und sichtlich bewegt, auch durch die zusätzliche Frage- und Lesestunde, für die Dr. Marion Retterath in die Schule gekommen war, um ihr Wissen weiterzugeben. Des Weiteren sorgte auch Bürgermeister Hans Peter Ammel dafür, dass die Aktion noch lange nachklingt: Er ließ es sich trotz vollen Terminkalenders nicht nehmen, den Schülern persönlich den Dank der Stadt Mendig auszusprechen und überreichte McDonald’s Gutscheine, die von den Jugendlichen erfreut entgegengenommen wurden.
Die Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit.
