Allgemeine Berichte | 11.11.2021

Gegen das Vergessen

2021 konnte der Aktions- und Gedenktag wieder in Präsenzform stattfinden. Foto: Stadtverwaltung Koblenz

Koblenz. Im Gewölbesaal des Alten Kaufhauses fand auf Einladung der Dezernentin für Bildung und Kultur, PD Dr. Margit Theis-Scholz, der diesjährige Aktions- und Gedenktag zu den Stolpersteinpatenschaften Koblenzer Schulen statt. Die Stolpersteinpatenschaften sind ein Projekt des Kultur- und Schulverwaltungsamts der Stadt Koblenz, das sich an die Koblenzer Schulen richtet und in Kooperation mit der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit e.V., dem Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V., der Jüdischen Kultusgemeinde und dem Stadtarchiv organisiert wird. Zum Gedenken an die Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 kommen alle beteiligten Schulen jährlich zusammen. Rund um diesen Tag werden die Stolpersteine symbolisch gereinigt und Einzelschicksale von den Schülerinnen und Schülern vorgetragen. In ihrer Begrüßung ging Theis-Scholz auf die Idee hinter der Initiative ein: „Es geht darum, die Aufmerksamkeit für die Stolpersteine über die Verlegung hinaus zu gewährleisten und junge Menschen für die Thematik zu sensibilisieren. Wir dürfen die Opfer des Nationalsozialismus nicht vergessen, denn genau das war es, was die Täter wollten. In dem wir uns an sie erinnern, als Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Stadt, können wir ihnen zumindest einen Teil ihrer Würde zurückgeben.“ Theis-Scholz dankte den engagierten Schülerinnen und Schülern sowie den Schulleitungen der inzwischen 20 Schulen, die in den vergangenen Jahren mit hoher Motivation diese Initiative der Stadt aufgegriffen und Gedenkarbeit an den Schulen weiter institutionalisiert hätten. Nachdem 2020 die Gedenkstunde pandemiebedingt nicht möglich gewesen war, konnte diese 2021 wieder in Präsenz stattfinden. Im vergangenen Jahr ruhte die notwendige Erinnerungsarbeit aber keineswegs. Ein Programmpunkt der Veranstaltung am Mittwochvormittag war daher die Präsentation eines Films, der 2020 auf Initiative der DGB-Jugend als Alternative zu einer gemeinsamen Veranstaltung entstanden war. Sieben Schulen hatten in einer gemeinsamen Projektarbeit Videobeiträge eingereicht, die die Pflege der Stolpersteine und die schulische Auseinandersetzung mit der Verfolgung von Juden uns weiteren Bevölkerungsgruppen durch die Nationalsozialisten eindrucksvoll dokumentieren.

Im Anschluss lasen Schülerinnen und Schüler ausgewählte Zeitzeugenberichte vor, die aus dem Buch „Wozu Menschen fähig sind – Die Reichspogromnacht 1938 in Koblenz“ von Elmar Ries stammen. Kurze Texte, die durch die Nennung von heute noch bekannten Straßennamen umso eindringlicher ein Bild der schrecklichen Geschehnisse in Koblenz vermitteln.

Die Gedenkstunde wurde von musikalischen Beiträgen der Musikschule der Stadt Koblenz begleitet. Elisabet Ide an der Violine und Jonatan Ide am Violoncello sorgten mit ihrer Titelauswahl für den passenden musikalischen Rahmen.

Zum Abschluss der Veranstaltung verwies Theis-Scholz noch auf das für Dezember angekündigte Sach- und Arbeitsheft „Jüdisches Leben in Koblenz und Umgebung. Schlaglichter aus Geschichte und Gegenwart mit Materialien für den Unterricht“, welches im Dezember erscheine und an die teilnehmenden Schulen ausgeteilt werde. Sie appellierte nochmal eindringlich an die Schülerinnen und Schüler, Ausgrenzung und Diffamierung immer und überall sofort entgegenzutreten, damit sich die grausame Vergangenheit unseres Landes und unserer Stadt niemals wiederhole.

Pressemitteilung der Stadt Koblenz

2021 konnte der Aktions- und Gedenktag wieder in Präsenzform stattfinden. Foto: Stadtverwaltung Koblenz

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