Herz-Jesu-Haus Kühr
Gelebtes Miteinander
Potentielle zukünftige Bewohner informierten sich über Räumlichkeiten im geplanten Wohnprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung
Niederfell. Unter großer Beteiligung fand eine Informationsveranstaltung zu dem neuen Dezentralisierungsprojekt des Herz-Jesu-Hauses Kühr statt. Da die Bauarbeiten zügig vorangehen, wird mit der Fertigstellung im Januar 2018 gerechnet.
Bewohnern, die bislang in Wohngemeinschaften im Zentrum leben, ihren Angehörigen und Betreuern sowie interessierten Mitarbeitern wurden die Pläne der vier Appartements und zwei Wohneinheiten in dem Haus in der Markstraße 4 gezeigt. Insgesamt werden 24 Menschen mit geistiger Behinderung in der Gemeinde leben können, täglich den Weg zur Arbeitsstelle bewältigen, im Ort einkaufen und mit dem öffentlichen Bus beispielsweise zum Arzt oder zum Fußballtraining fahren. Auf besonderes Interesse und viele Nachfragen stießen die Informationen darüber, wer sich für den Einzug in dieses neue Haus bewerben kann und wie der Ablauf des Bewerbungsverfahrens ist. Bis Dezember sollen die zukünftigen Bewohner feststehen, damit der Umzug bis Februar gelingen kann.
Unter angeregten Gesprächen ging es anschließend zur Besichtigung der neuen Räume. Obwohl der Innenausbau noch nicht abgeschlossen ist, waren nur begeisterte Stimmen über die hellen und bis in die kleinsten Details geplanten Wohnungen zu hören. Das gesamte Objekt ist barrierefrei. Die Architekten achteten insbesondere auf die Ästhetik und auf die gute Einbindung in die Nachbarschaft und das Umfeld.
Im Dachgeschoss befinden sich drei Wohnungen zur Vermietung an interessierte Bürger aus der Region. Bei diesen ist der Ausbau am weitesten fortgeschritten, so dass hier bald Besichtigungen stattfinden können.
Um das ungewöhnliche Projekt überhaupt möglich zu machen, tritt die Schwesterngemeinschaft der Dienerinnen des heiligen Herzens Jesu als Bauherrin ein und ist bereit, in ein barrierefreies und schön gestaltetes Wohnhaus zu investieren. Dazu äußerte Oberin Schwester M. Radegundis Ulberth begeistert: „Ich habe immer schon von einem Haus geträumt, in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammenleben und sich gegenseitig unterstützen. Das ist gelebtes Miteinander!“
Der kaufmännische Leiter Helmut Boos freut sich über die Unterstützung durch die Schwesterngemeinschaft: „So können wir die baulichen Standards umsetzen, die für diesen Personenkreis nötig sind.“ Ein Wunsch ist Schwester Radegundis besonders wichtig: „Es ist uns ein großes Anliegen, dass die neuen Bewohner in der Gemeinde genauso offen und herzlich aufgenommen werden, wie wir das bereits seit vielen Jahren von den Niederfellern mit den Bewohnern des Herz-Jesu-Hauses kennen.“ Auf dieses gelebte Miteinander freuen sich schon alle, die mit Begeisterung in das neue Haus einziehen werden.
