Die Special Olympics Landesspiele kommen vom 26. bis 28. Mai 2020 nach Koblenz
„Gemeinsam stark“
Koblenz. Die Special Olympics („SO“) Landesspiele kommen vom 26. bis 28. Mai 2020 nach Koblenz. Schon jetzt wird die landesweit größte Sportveranstaltung für Menschen mit und ohne geistige Behinderung durch den 2004 gegründeten Landesverband „Special Olympics Rheinland-Pfalz“ beworben. Rund sechzig Aktivitäten organisiert der in Koblenz ansässige Verband jährlich. Die Landesspiele gehören zu den Höhepunkten. Hervorgegangen sind sie aus den „Special Olympics International“. Deren Gründerin, Eunice Kennedy-Shriver (Schwester von John F. Kennedy), entwickelte sie 1968 als erstes Angebot für Menschen mit Behinderung, sich im Sport zu messen. Heute ist die Bewegung mit etwa vier Millionen Athleten in 175 Ländern vertreten.
Die frühe Bewerbung der Special Olympics in Koblenz ist wichtig, denn Sportler, Schulen, Vereine und andere Institutionen sollen als Partner gewonnen werden. Ganz nach dem Motto: „Gemeinsam stark“. Das gilt gleichermaßen für Helfer und Förderer wie für mehr als 1.000 Kinder und Erwachsene, die als Sportler teilnehmen werden.
4.000 Teilnehmer werden erwartet
Wie Michael Bergweiler (Geschäftsführer SO RLP) bei der Vorstellung der Spiele darlegte, rechnet der Verband mit über 4.000 Teilnehmern, die das „inklusive Fest der Begegnung“ als Athlet, Trainer und Betreuer, Zuschauer oder Helfer gemeinsam erleben. Aus der Bevölkerung werden etwa 400 Unterstützer für die Spiele benötigt. Einen entsprechenden Appell richtete Dietmar Thubeauville (Vorsitzender des Organisationskomitees Special Olympics Rheinland-Pfalz e.V.) an die der Vorstellung der SO im Rathausgebäude II beiwohnenden Vertreter von Schulen, Sportvereinen, Feuerwehr, dem Landessportbund und anderen Organisationen. Die Reaktionen darauf waren tendenziell und spontan positiv, allerdings waren Bedarfsdarstellung und Zahlen vielen noch zu unkonkret, um Aufgabenträger anzuwerben oder anzubieten. Konkreter wird es wohl erst nach den Sommerferien, wenn festgelegt ist, wann an welcher Sportstätte welche Sportart in welcher Disziplin, stattfinden wird.
14 Sportarten werden in den inklusiven Wettbewerben angeboten
Sicher ist schon jetzt, dass der Großteil der am zweiten und dritten Tag der SO ausgetragenen, zum Teil auch inklusiven Wettbewerbe, im Stadion Oberwerth angesiedelt werden. Bei den 14 angebotenen Sportarten handelt es sich um Basketball, Badminton, Boccia, Bowling, Fußball, Golf, Judo, Kanu, Leichtathletik, Radfahren, Reiten, Schwimmen, Tennis und Tischtennis. Zusätzlich wird es ein wettbewerbsfreies Angebot geben, das sich an Menschen richtet, die aufgrund ihrer Behinderung nicht an den regulären Wettbewerben teilnehmen können.
Mitmachprogramm wird zusätzlich angeboten
Das über die gesamte Zeit der Veranstaltung angebotene Mitmachprogramm, das mit beispielsweise Riesenmikado oder einem Kegelparcours die Freude an der Bewegung fördern soll, bietet allen Interessierten, auch Personen ohne Behinderung, die Möglichkeit, sich in die Veranstaltung einzubringen.
Um möglichst niemanden von den Spielen auszuschließen, werde die Teilnahmegebühr so gering wie möglich gehalten, sagte Bergweiler. Ein Vertreter der Schule am Bienhorntal, eine öffentliche Förderschule in Trägerschaft der Stadt Koblenz, nannte die Gebühr als bisheriges Hindernis für die Teilnahme. Im Namen der Stadt Koblenz versprach Bürgermeisterin Mohrs speziell dieser Schule, dass niemand der Gebühr wegen zu Hause bleiben müsse. Genau so sagte sie den Spielen die volle Unterstützung der gastgebenden Stadt Koblenz zu. „Wir wollen ein Fest für die ganze Stadt daraus machen!“
Um erste Eindrücke von diesem Fest zu vermitteln, präsentierte Michael Bergweiler den Videofilm der letzten Landesspiele, die im Juni 2017 in Trier ausgetragen wurden. Hier wurde deutlich, was das Besondere der Spiele ausmacht. Auf der einen Seite sind sie ein ideales Mittel, um Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung zu fördern und ihnen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu verhelfen. Auf der anderen Seite wird jeder, der in irgendeiner Form an den SO teilnimmt, sich von der Freude der Sportler, ihrer Begeisterung an der Bewegung anstecken lassen und unvergessliche, unverfälschte Momente sowie Sport und Emotionen pur erleben.
Als Highlights sind neben den zahlreichen, den Wettbewerb begleitenden Aktionen und Aktivitäten insbesondere der inklusive Fackellauf durch die Stadt, die Siegerehrungen und die Eröffnungs- und Abschlussfeiern zu benennen. Ein wichtiger Bestandteil der SO ist zudem das Gesundheitsprogramm „Healthy Athletes“, das am zweiten und letzten Tag der Spiele jeweils vor- und nachmittags angeboten wird. Alle Athleten können damit zur Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität von den kostenlosen und umfassenden Kontrolluntersuchungen mit Ernährungs- und Physioprogramm profitieren. Um die Landesspiele 2020 „in den Sattel zu heben“, hofft der Verband auf möglichst viele Bewerbungen als Teilnehmer und als freiwillige Helfer, schwerpunktmäßig aus Schulklassen, aus Vereinen und Verbänden. Er setzt auf Kreativität bei der Mitgestaltung des Sportfestes und der Zusammenstellung von attraktiven Aktionen für das am zweiten Abend stattfindende Live-Bühnenprogramm, für das bis zum Herbst dann hoffentlich ein „Platz der Begegnung“ gefunden ist, auf dem zugleich die Eröffnungs- und Abschlussfeiern stattfinden werden.
Michael Bergweiler empfahl, die am 31. August dieses Jahres in Mülheim-Kärlich stattfindenden SO-Sommerspiele zu besuchen, um eine Voreinschätzung der Landesspiele 2020 zu ermöglichen, mit denen es dann heißt „gemeinsam stark in und für Koblenz“. Informationen zu der Sportorganisation findet man im Internet unter „specialolympics.de/rheinland-pfalz/“.
BSB
So viel Freude war beim Fackellauf der Landesspiele Trier 2017 zu erleben. Fotos: Special Olympics Rheinland-Pfalz e.V
Schon 2017 in Trier waren die Siegerehrungen für die Athleten und die Zuschauer ein Highlight.
