Allgemeine Berichte | 10.07.2019

NRG und GTRVN waren auf dem Rhein unterwegs

Gemeinsame Wanderfahrt

Die Ruderer vor dem Hagendenkmal am Wormser Rheinufer.Foto: Privat

Neuwied. Die von den beiden Neuwieder Rudervereinen GTRVN und NRG gemeinsam durchgeführte Wanderfahrt führte auf dem Rhein von Speyer nach Neuwied. Bevor die Fahrt am Bootshaus der RG Speyer in Otterstadt beginnen konnte, stärkten sich die neun Ruderinnen und Ruderer bei einem Mittagessen im Speyerer Yachthafen, was sich als glückliche Fügung erweisen sollte, weil genau in diesem Zeitraum ein heftiger Gewitterregen niederging, der dann allerdings auch der einzige während der gesamten Wanderfahrt bleiben sollte.

Gestartet wurde auf einem breiten Rheinnebenarm, der schon bald in den Hauptstrom mündete, der die Neuwieder Sportler mit kräftiger Strömung begrüßte und sie dazu zwang, mit voller Kraft und dem ganzen Geschick der Bootsführer die Einfahrt zum Ketscher Altrhein am gegenüberliegenden Ufer anzusteuern.

Dieser ruhige, sechs Kilometer lange Seitenarm des Rheins ist zwar Naturschutzgebiet, schützt jedoch vornehmlich Tiere und Pflanzen und weniger menschliche Besucher. So waren die Neuwieder Ruderer heilfroh, als sie endlich der grünen Hölle und den darin lebenden zahllosen kleinen blutsaugenden Insekten entkommen waren. Dafür verlief dann die in der Regel nicht ungefährliche Passage durch den Mannheimer Hafen und die Neckarmündung wegen des nur schwachen Schiffsverkehrs recht problemlos, so dass die kleine Flotte am späten Nachmittag planmäßig den Bootssteg der Wormser Rudergesellschaft erreichte, vor dem hoher Wellengang den Steuerleuten und Bootsbesatzungen noch einmal alles abverlangte. Am nächsten Morgen bot das Hagendenkmal am Wormser Rheinufer die richtige Kulisse für das obligatorische Gruppenfoto. Danach war man bereit für die knapp 60 Kilometer lange Tagesetappe bis Mainz, die bei herrlichem Sommerwetter lediglich durch die Mittagspause in Oppenheim unterbrochen wurde. Dort konnten die Batterien, die durch die zunehmende Hitze doch recht schwach geworden waren, im Restaurant des Strandbades an einer schönen Muschelsandbank bei Rheinkilometer 478, wieder aufgeladen werden. Der Mannschaftsrücktransport vom Tagesziel Mainz erfolgte an diesem Tag mit der Bahn zurück nach Worms, wo der Landdienst am Nachmittag die Zeit genutzt hatte, um sich als Fremdenführer weiterzubilden und eine kleine Stadtführung mit unter anderem Dom und Lutherdenkmal vorzubereiten. Nach einem Abendessen in dem noch vom Vortag in guter Erinnerung gebliebenen Restaurant am Rheinufer fand der erlebnisreiche Tag seinen gelungenen Ausklang auf der Hotelterrasse, wo Christine und Dr. Jürgen Kloos als Fahrtenleiter zu einer kleinen aber feinen Weinprobe eingeladen hatten. Am Samstag standen zunächst ein Quartierwechsel und der damit verbundene Gepäcktransfer für neun Personen auf dem Tagesprogramm. Mit einem Mittelklassewagen durchaus eine logistische Herausforderung, die aber von dem Organisationsteam ebenso souverän gemeistert wurde wie von den Bootsbesatzungen die Bewältigung der 60 Kilometer langen Ruderstrecke. Dabei konnte während der Mittagsrast neben der Nahemündung beim Binger Ruderverein auf der gegenüber liegenden Rheinseite ein von Polizei eskortierter kilometerlanger Motorradkorso beobachtet werden, der zum europäischen Jahrestreffen der Harley Davidson-Mitglieder unterwegs war. Nach dem Passieren von Binger Loch und Loreley, 2 für Ruderboote durchaus anspruchsvollen Gewässerabschnitten, erreichten beide Bootsbesatzungen trotz heftigen Gegenwindes ohne Zwischenfall am späten Nachmittag das Etappenziel in St. Goar und waren froh, in dem nur fünf Gehminuten entfernten Hotel ihre Koffer wohlbehalten vorzufinden.

Nach dem gemeinsamen Abendessen musste man dann bei einem Bummel durch Sankt Goar feststellen, dass auch dort wider Erwarten die Bürgersteige schon frühzeitig hochgeklappt werden. So waren die Ruderinnen und Ruderer gezwungen, den entgangenen Eisgenuss durch zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme ausgleichen.

Der Sonntag führte die Gesellschaft dann rasch zurück in heimatliche Gewässer. Dabei gab es noch eine tolle Überraschung in Lahnstein, wo Jochen Rauwolf, der auch schon den Bootstransport bewerkstelligt hatte, zur Mittagspause mit einem umfangreichen Picknick aufwartete. Letzteres beinhaltete sogar einen exzellenten Wurstsalat, dem Vernehmen nach der Lieblingsspeise einiger Ruderkameraden.

Mit dem Reinigen der Boote nach der Ankunft in Neuwied, dem Dank der Teilnehmer an die Fahrtenleitung für die perfekt organisierte Tour und dem einhelligen Wunsch, diese Traditionsveranstaltung der beiden Neuwieder Rudervereine auch in den kommenden Jahren fortzusetzen, gingen diese vier erlebnisreichen Tage dann zu Ende.

Die Ruderer vor dem Hagendenkmal am Wormser Rheinufer.Foto: Privat

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