Klangliche Wiederbelebung des Forums Polch durch Musikverein Polch und Polcher Männerchor
Gemeinsames Benefizkonzert begeistert zahlreiche Zuhörer
Eine stilistische und musikzeitliche Reise
Polch. Endlich wieder vor Publikum musizieren, das war das große Bedürfnis der über 30 Instrumentalisten des Musikvereins und der über 20 Sänger des Chores. Endlich wieder live dargebotene Musik von Vereinen aus der Region zu erleben, das war das sehnlich erwartete Erlebnis der Freunde. Doch fast machte das Wetter einen Strich durch die Vorfreude. Das eigentlich als Open-Air-Veranstaltung geplante Benefizkonzert zugunsten von bei Sommerflut an Ahr und Nette betroffener Menschen musste in das Forum verlegt werden. Dank unbürokratischer Unterstützung durch die Stadt Polch war dies kurzfristig möglich. Die spannende Frage war: Wie viele Zuhörer lassen sich auf diese Indoor-Veranstaltung unter 3-G-Bestimmungen auch ein? Dass sich die Halle dann abstandskonform mit fast 200 Menschen füllte, war ein riesiger Erfolg, bevor es musikalisch losging. Nach Grußworten des Bürgermeisters Gerd Klasen war es dann um 14.30 Uhr so weit. Mit einer orchestralen Ouvertüre eröffnete der Musikverein unter der Leitung von Jonas Häring das Konzert. Nicht nur hier überzeugten die einzelnen Register mit ihrer Dynamik und Spielfreude. Bis zur Pause wurde mit fünf abwechslungsreichen Stücken eine stilistische und musikzeitliche Reise unternommen, bei der immer wieder auch vertraute Melodien und traditionelle Rhythmen zum Mitklatschen animierten. Nach einer Erfrischungspause mit erstem positivem Feedback betrat der Polcher Männerchor unter Leitung von Klaus Bierbrauer die Bühne. Bei der Musikauswahl fiel auf, dass hier kein musikalischer Mainstream dargeboten wurde, sondern dass bei zum Teil mehr als vierstimmigem Gesang das volle Spektrum männlicher Stimmgewalt und auch tiefer Feinfühligkeit zum Ausdruck kam. Kein Blasinstrument wurde vermisst. Doch als der Musikverein die Halle erneut mit ausgelassenem und groovigem Klang füllte, sprang der Funke wieder auf die begeisterten Zuhörer über. Bigband-Swing mit präzisem typischen Glen Miller-Saxophon-Sound, Tenorhörner und Trompetenregister, die sich gegenseitig in solistischer Ausdrucksfähigkeit überboten, knackige Tuben mit einem teils synkopisch variierendem Soundteppich, präzise und überzeugende Hornisten, filigrane Flöten und Klarinetten beispielsweise bei der Abba-Hymne „The way old friends do“ und ein junges und mutiges Posaunenregister konnten sich auf die rhythmisch sichere und prägnante Spielweise der Rhythmusgruppe stets verlassen. Dies spürten auch die Zuhörer. Nach dem letzten Stück gab es stehende Ovationen. Der als Zugabe gespielte „Polcher Jung“ rundete das Konzert „von der Stadt für die Region“ ab und wird als Hymne der lokalen Zusammengehörigkeit sicherlich noch öfter zu hören sein, auch für diejenigen, die es nicht geschafft haben, bei diesem tollen Event dabei zu sein.
