JGV Freundschaftsbund richtet das 11. Rheinuferfest aus
Gemütliche Outdoor-Fete mit den „Unbescholtenen“
Kripper Junggsellen luden zum Umtrunk und gemütlichen Klaaf
Kripp. Das Kripper Rheinuferfest ist noch ein Fest der „alten Schule“. Wenn die Junggesellen vom Freundschaftsbund auf die Grünflächen direkt am Rhein zum gemeinsamen Feiern laden, gibt es eigentlich kein großes Programm. Stattdessen lautet das Motto „Hinkommen und wohlfühlen“, und dafür haben die Junggesellen um Vorsitzenden Marc Boes auch in der elften Auflage des Festes wieder gute Voraussetzungen geschaffen: Auf dem Grill brutzelt die Bratwurst, aus dem Hahn läuft kühles Pils und Kölsch, und auf der Bierbank ist zum Klaaf immer ein Plätzchen frei. Die Geselligkeit steht eben im Mittelpunkt, und das nehmen nicht nur die Kripper wahr. Direkt am Radweg am Rhein gelegen bot das Fest auch dieses Jahr für Fahrradfahrer die ideale Möglichkeit für einen „Pit-Stop“ an der JGV-Bierbude. Und genau diese Urigkeit ist es, die das Fest ausmacht. „Mit dem Rheinufer-Fest möchten wir einen Treffpunkt für Kripper schaffen“, erläutert Markus Schäfer, der im Verein die Aufsicht über die Kasse führt.
Gezielt veranstalten die Kripper Junggesellen das Fest mitten im Hochsommer, wie Schäfer hinzufügt. Denn das Fest für einen Nachmittag soll auch die Bürger ansprechen, die in den Ferien zu Hause geblieben sind oder bereits aus dem Urlaub wieder zurückgekommen sind.
Spaß für die ganze Familie
Das kommt an: Schon zum Startschuss um 14 Uhr war am Rheinufer jede Menge los. Auch an die Familie wurde gedacht: Auf der kleinen Hüpfburg konnte sich die Kids so richtig austoben, während sich die Eltern am Getränkestand eine der fruchtigen Bowlen genehmigten. Das Wetter spielte im Vergleich zum letzten Jahr auch mit. Im Hitzesommer 2018 hatte man durchaus einen Besucherrückgang bemerkt. Umso mehr freute man sich seitens der Junggesellen, dass wieder mehr Gäste auf einen Umtrunk ans Rheinufer gekommen sind.
Verein ist vielfältig aktiv
Dass das Fest ein Erfolg ist, liegt auch am Einsatz der Vereinsmitglieder. Knapp 100 Junggesellen sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Und dies nicht nur zum Rheinuferfest: Über das ganze Jahr verteilt, stemmen die Männer zahlreiche Feste wie die Kirmes, das Maibaumstellen inklusive Ansingen oder das Martinsfest. Übrigens: Die aktiven Mitglieder im Verein sind – so wie es der Name Junggeselle vermuten lässt – tatsächlich noch nicht in den Hafen der Ehe geschippert. Aber auch die Vereinsangehörigen, die den Bund fürs Leben eingehen, bleiben weiterhin gern gesehene Mitglieder. So gilt ein Junggeselle, der auch im wahren Leben unverheiratet ist, als „aktives Mitglied“- ein verheiratetes Mitglied eben schlicht als „normales“ Mitglied. Dies ist auch der Grund, warum man den Namenszusatz „Freundschaftsbund“ hinzugefügt hat: Wer trotzdem den Bund der Ehe eingeht, kann so den Verein eben als Freund unterstützen. Frauen hingegen werden im Männerverein aus Kripp nicht aufgenommen. Aber jeder junge Mann, der das 16. Lebensjahr vollendet hat, kann in der Theorie Mitglied werden. Ganz wichtig: Er muss „unbescholten“ sein. Was die Vereinsgründer aus dem Jahre 1857 damit meinten, ist heute nicht mehr so ganz überliefert – in der Satzung ist dieser Passus aber dennoch fest verankert. JGV-Vorstandsmitglied Stefan Ott beruhigt jedoch: Bisher musste in der jüngeren Vergangenheit kein Bewerber wegen „Bescholtenheit“ abgelehnt werden. Und auch ein polizeiliches Führungszeugnis musste bisher kein potenzieller Bewerber dem Vorstand vorlegen. Auch ansonsten hat der Verein wenig Nachwuchsprobleme und bildet somit einen Gegenpol zum gegenwärtigen Trend, der bei vielen Brauchtumsvereinen Einzug hält. Bis in den späten Abend ging auch dieses Jahr das Rheinufer-Fest. Besonders dankbar ist man seitens des Vereins über die Geduld der Nachbarschaft. Denn ganz zwangsläufig wird es abends beim Abbauen auch einmal etwas lauter. „Wir haben beim Rheinuferfest ganz verständnisvolle Nachbarn“, weiß Kassierer Markus Schäfer.
ROB
Am Imbissstand wurden leckere Bratwürste angeboten.
Beim Rheinuferfest treffen sich Kripper und Gäste von auswärts.
