Manfred Konrad und Friedel Bachem führen sein Werk fort
Gerad Müller, ein Leben mit und für die Natur
Volkesfeld. Gerad Müller, ein Naturfreund, wird im Dezember 87 Jahre alt. Er ist sein Leben lang ein Naturfreund der alten Art gewesen, man könnte sagen, er war vom Schlage des Heidedichters Hermann Löns. Von Löns hat er alle Bände in seiner Bibliothek stehen. Ja die Heide hat es ihm angetan. Er hat den romantischen Teil der Bücher von Löns hier in Wald und Heide auch erlebt. Von Jung an hat er sich für die Natur interessiert. Er kannte schon als Jugendlicher alle Fuchs- und Dachsbauten im Wald und auf der Volkesfelder Heide.
Er hat noch den Gesang der Heidelerche sowie den schrillen Pfiff der Nachtschwalbe (Ziegenmelker) in der Volkesfelder und Waberner-Heide gehört. Dann die Wachtel, unser kleinster Hühnervogel, wenn man am frühen Morgen durch die Flur ging, konnte man auch ihren Ruf aus den Getreidefeldern hören. Wie die beiden vorgenannten ist auch dieser Vogel aus unserer Gegend verschwunden.
Gerad hat bereits als 15-jähriger so eine Art Buch über die Tierwelt, die in Volkesfeld und den angrenzenden Gemeinden lebte, geführt.
Liest man diese Aufzeichnungen durch, kann man traurig werden, wie arm unsere Wälder, Felder und die Heide geworden sind.
In späteren Jahren hat er sich aktiv gegen Naturzerstörung eingesetzt. Weiterhin hat er in seinem Heimatort Volkesfeld auch Feldkreuze und Dankkreuze aus alter Zeit katalogisiert.
Gerad, der im Dezember 87 Jahre alt wird, hatte stets den Wunsch, dass jemand seine Arbeit fortführen würde. Und man kann sagen, dass er Glück gehabt hat. Denn Manfred Konrad, ein Naturfreund und ehemaligen Jäger aus dem Nachbarort Hackenbruchsmühle, hat sich die letzten Jahre mit ihm gemeinsam für die Natur eingesetzt.
Durch einen Krankenhausaufenthalt und altersbedingt, musste Gerad Müller vor ca. zwei Jahren in ein Seniorenheim umziehen. Seit dieser Zeit lebt er in Weibern im Seniorenheim, in unmittelbarer Nachbarschaft zu seinem Heimatort Volkesfeld. Von hier aus kann er aus dem Neubau, mit einem Fernglas den Blick auf seine geliebte Heide genießen, jedoch kein Wild oder Vögel beobachten. Einige Vögel kann er allerdings auch im Park des Seniorenheims und den dort stehenden Bäumen beobachten.
Damit er auch noch in den Genuss von Wald und Flur seiner Heimatgemeinde kommt, holt ihn sein Freund der ehemaliger Fahrzeughausbesitzer Manfred Konrad regelmäßig ab. Dann brechen die beiden zu einer Fahrt durchs Revier auf, worüber Gerad richtig glücklich ist.
Ein weiterer Naturfreund, Friedel Bachem aus Gerolstein unterstützt Manfred Konrad bei seinen Vorhaben. Herr Bachem und seine Frau, die eine Apotheke in Gerolstein hatte, haben sich Volkesfeld als Altersruhesitz ausgesucht.
Manfred Konrad und Friedel Bachem haben den über 150 Jahren alten Volkesfelder Sauerbrunnen, wieder restauriert.
Ihr letztes Projekt, das erst kürzlich fertiggestellt wurde, ist ein Insekten- und Schmetterlinghaus, das von ihnen in der Volkesfelder Heide aufgestellt wurde. Beide sind große Naturfreunde und Gerad Müller hätte keine besseren finden können, die den Naturschutz in seinem Sinne weiterführen.
Manfred Konrad und Friedel Bachem haben ein Insekten- und Schmetterlinghaus gebaut.
