Trauerzeremonie am Ehrenmal in Adenau
„Gerade das Vergessen ist eine der größten Gefahren für den Frieden“
Gottesdienste in den Kirchen beider Konfessionen waren vorausgegangen
Adenau. Friede braucht Mut. Den Mut, die Kulturen, mit denen wir zusammenleben, kennenzulernen – anstatt auf Abgrenzung zu drängen. „Dass Politiker bedroht oder sogar ermordet werden bei ihrem Versuch, die freiheitlich demokratische Grundordnung zu schützen, dürfen wir nicht zulassen“, sagte Monika Korden, die Beauftragte der Verbandsgemeinde für Kriegsgräberfürsorge, am Ehrenmal in Adenau. Der Trauerzeremonie vorausgegangen waren Gottesdienste in den Kirchen beider Konfessionen, bevor der Zug mit Verbandsbürgermeister Guido Nisius, Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann, den Fahnenträgern der Zünfte sowie Vertretern von Feuerwehr, DRK und aller Adenauer Vereine zum Friedhof marschierten. 100 Jahre wird die Kriegsgräberfürsorge in diesem Jahr. Das sind 100 Jahre Versöhnung über den Gräbern.
„Diese Arbeit ist eine Verantwortung, die nie aufhört, weil wir sie für die folgenden Generationen tragen müssen. Die Aufarbeitung der Gedenkstätten ist ein ewiger Kampf gegen das Vergessen. Aber gerade das Vergessen ist eine der größten Gefahren für den Frieden“, so Korden. „Denn wir sind es, die eine Wiederholung der Geschichte verhindern können und müssen. Dabei geht es nicht um große Gesten, es geht um den Alltag, um das eigene Hinterfragen, um das nicht Wegsehen und das nicht in Schweigen verfallen. Dann könnten wir eine gemeinsame Zukunft gestalten und uns nicht zurückbringen lassen an einen der schwärzesten Punkte unserer Geschichte“, so Korden weiter.
Zum Abschluss gab sie allen noch eine Mahnung mit auf den Weg: „Wir müssen nicht nur Hoffnung haben auf eine gemeinsame Zukunft, sondern wir müssen Mut haben für den Frieden. Das sind wir uns und denen schuldig, an deren Gräbern wir uns treffen.“ Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Männergesangverein und dem Blasorchester der Stadt Adenau. SES
Mit Kränzen wurden den Opfern der Kriege gedacht. Foto: HEINZ TONI SESTERHEIM
