Allgemeine Berichte | 24.05.2017

Bienenzuchtverein Rheinbach und Umgebung eröffnet Ausstellung zum 150-jährigen Bestehen

Geschichte, Forschung und heutige Praxis der Imkerei anschaulich dargestellt

Tiere, Pflanzen, Produkte und Wirtschaft stehen im Fokus

Bürgermeister Stefan Raetz, Vorsitzender des BienenzuchtvereinsHartmut Neumann und Archivar Dietmar Perz präsentierten die Ausstellung.

Rheinbach. Am 23. Mai eröffnete der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Rheinbach und Umgebung Hartmut Neumann für geladene Gäste eine Ausstellung, die in ihrer Art und Ausführlichkeit nur selten zu sehen ist. Zwei Wochen lang wird für Interessierte im Foyer des Rathauses vom 24. Mai bis zum 8. Juni alles rund um die Biene und die Imkerei zu sehen sein.

150 Jahre zählt der Zusammenschluss von Imkern, der in Rheinbach und Umgebung zusammengefunden hat, um die Imkerei als interessantes Hobby oder als Beruf zu betreiben. Unter den 94 Mitgliedern sind auch 20 Frauen und alle Generationen vertreten, vom 16- bis zum 85-Jährigen, der ebenfalls noch aktiv mitarbeitet.

Nicht nur für interessierte Bürger, sondern auch für Schüler und Kindergartenkinder ist die Ausstellung geeignet. Eine Führung durch die Ausstellung durch eine Imkerin oder einen Imker gibt es für solche Gruppen, die sich unter Tel. (0 22 26) 30 62 Familie Neumann anmelden.

Bürgermeister Stefan Raetz hatte es sich nicht nehmen lassen, bei der Eröffnung der Ausstellung die Gäste zu begrüßen. Er begrüßte die Ausstellung ebenso wie den Lehrbienenstand im Schwesternpark auf dem Gelände des St. Joseph Gymnasiums als außergewöhnliche Bereicherung für die Glasstadt.

Ein Stück Holz revolutionierte das Imkern

Seit 1867 ist der Verein aktiv. Dass die Imker sich gerade in diesem Jahr zusammengetan hatten, war kein Zufall. Der Grund ist heute noch in Form eines für den Laien unscheinbar anmutenden Rähmchens bei Imkern zu finden.

Es hatte sich mit der Forschung, die während einer Weltausstellung in Paris vorgestellt worden war, ein maßgeblicher Wandel in der Imkerei vollzogen. Anstatt traditionell Bienenkörbe zu verwenden, um die Nutzinsekten darin anzusiedeln und zur Honigproduktion zu animieren, hatte man den Rahmen erfunden. In diesem Rahmen fanden die Bienen vorgegebene Strukturen, die ihrem Lebensraum genau entsprachen und die sie gerne als Wohnstatt annahmen.

Im Gegensatz zum traditionellen Bienenkorb waren diese Rahmen innerhalb eines passenden Kastens beweglich. So konnte der Imker sie entfernen, um zu ernten oder den Fortschritt der Produktion zu prüfen. Nach der Prüfung oder dem schonenden Ausschleudern des Honigs konnten die Rahmen einfach wieder in die Kästen eingesetzt und weiterverwendet werden.

Ganz im Gegensatz dazu hatte traditionell jahrhundertelang der Bienenkorb gestanden. Es war nicht möglich, hineinzublicken, um den Produktionsfortschritt zu prüfen. Außerdem konnten die Körbe nach der Ernte nicht wiederverwertet werden, weil sie durch den Landwirt zu Erntezwecken zerstört werden mussten. Nach Meinung vieler Imker sei deshalb mit Fug und Recht zu behaupten, die Erfindung des Wabenrahmens sei für die Imker der Anfang einer Revolution gewesen, die im Laufe der darauf folgenden Jahrzehnte den Berufsstand vollständig veränderte.

Die Biene: Ein unterschätztes Nutztier, das Schutz braucht

Unter den vielen Bienenarten der Welt steht die apis mellifera im Mittelpunkt der Ausstellung, die sich in ihrer heutigen Form erst nach der letzten Eiszeit herausgebildet hat. Als westliche Honigbiene trägt sie bereits seit Jahrhunderten direkt und indirekt zur Ernährung des Menschen maßgeblich bei.

Der Honig, den die Biene als direkt entstehendes Nahrungsmittel produziert, ist für den Menschen Nahrung und vielfach Medizin zugleich. So verschafft echter Bienenhonig bei Krankheiten wie Verdauungsstörungen, Hautstörungen und Erkrankungen der Atemwege Linderung und stärkt das Immunsystem bei Infektionskrankheiten. I

ndirekt ist die Biene zu einem maßgeblichen Teil dafür verantwortlich, dass in unserer Gegend Obst- und Gemüsepflanzen immer noch auf natürliche Weise befruchtet werden und Früchte tragen. Wäre das nicht so, verlören viele Bauern ihre Lebensgrundlage und die Preise von dann nur noch selten und teuer produzierbarem Obst und Gemüse würden in unermessliche Höhen schnellen. In manchen Ländern, die wegen der Umweltverschmutzung und des übermäßigen Gebrauchs von Pestiziden und Herbiziden nicht mehr genug Bienenvölker haben, herrscht dieser Zustand bereits. Dort werden die Pflanzen von Hand bestäubt, was verständlicherweise nicht in der Menge und so preisgünstig erledigt werden kann, wie die Bienen es tun. Der Mensch tut also gut daran, gerade dieses Insekt zu hegen und auf seinen Lebensraum zu achten.

Diese und andere Zusammenhänge verdeutlicht die Ausstellung ebenso, wie sie praktisch anwendbares Wissen vermittelt. Diese Weitergabe von Erkenntnissen und Techniken haben sich die Imker mindestens genauso wie die Pflege ihres Hobbys bzw. Berufs auf die Fahne geschrieben. Deshalb findet man unter den Aktivitäten des Vereins nicht nur diese gut zweiwöchige Ausstellung, sondern auch einen Lehrbienenstand im Schwesternpark in Rheinbach.

Imkern für Anfänger

Hier beantworten Imker an den Samstagen im Juni und Juli (außer am Pfingstsamstag) von 10 bis 12 Uhr Fragen und lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Um dorthin zu gelangen, folgt man am besten den Holzschildern am Zugang zum St. Joseph Gymnasium von der Straße „Lurheck“ aus oder durch das Seitentor am Gelände, das zu diesen Zeiten von der Straße „Stadtpark“ aus zugänglich ist.

Außerdem bieten die Sach- und Fachkundigen einen Kurs für angehende Freizeitimker an acht Samstagen, die sich auf die Zeit von Februar bis Oktober verteilen. Hier erhalten die interessierten Laien eine Einweisung in Theorie und Praxis der Haltung der Nutzinsekten und der Honigherstellung.

Um das Angebot abzurunden und auch für Fachpublikum Interessantes zu bieten, treffen sich die Imker an den ersten Donnerstagen je Monat im Merzbacher Hof in Merzbach. Dort gibt es Fachvorträge zu hören und man hat die Möglichkeit, aktuelle Themen zu besprechen. Die Vortragsinhalte erstrecken sich über Schädlingsbekämpfung, Nutzpflanzenbefruchtung, passende Bienenweidenanlage und andere spannende Themen.

Wissenswertes und Chronik: Das Buch zum Jubiläum

Wer die Eindrücke der Ausstellung im Rathaus im Anschluss vertiefen möchte, der findet umfangreiche Informationen im Buch „150 Jahre Imkern in Rheinbach“, das am Eröffnungstag durch den Stadtarchivar Dietmar Perz vorgestellt wurde, zu erwerben. Darin und auf den Internetseiten des Vereins unter www.bzv-rheinbach.de finden Neugierige reichlich Informationen zur Biene selbst und zu den Aktivitäten des Vereins wie Termine zu Honigschulungen, Schwarmbörsen, Grundkurse für Imker und vieles mehr.

Geschichte, Forschung und heutige Praxis der Imkerei anschaulich dargestellt

Geschichte, Forschung und heutige Praxis der Imkerei anschaulich dargestellt

Geschichte, Forschung und heutige Praxis der Imkerei anschaulich dargestellt

Geschichte, Forschung und heutige Praxis der Imkerei anschaulich dargestellt

Bürgermeister Stefan Raetz, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Hartmut Neumann und Archivar Dietmar Perz präsentierten die Ausstellung.

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