Rathaus Verein stellte zehnte Ausgabe der Schriftenreihe unter dem Titel „mit Tafel, Schwamm und Kreide vor“
Geschichten der Schulen in Oberwinter begeisterte bei der Ausstellungseröffnung
Auch beim super besuchten traditionellen Sommerfest einen Tag später konnte die Ausstellung bewundert werden
Oberwinter. . Eine absolut sehenswerte Ausstellung und gleichermaßen die zehnte Ausgabe der „Oberwinterer Geschichte(n)“ hat am vorletzten Wochenende der Rathausverein Oberwinter um Vorsitzenden Hans Metternich eröffnet und vorgestellt. Unter dem Titel „...mit Tafel, Schwamm und Kreide – Zur Geschichte der Schulen in Oberwinter“ ist dem Rathausverein wieder eine mehr als informative Dokumentation aus der Oberwinterer Historie gelungen. Die Konzeption und der Text von Ausstellung und Schriftenreihe stammen erneut aus der Feder von Hans Atzler, Layout und Satz von Christian Schmiedel. Rund 40 Gäste bewunderten bei der Ausstellungseröffnung am Freitagabend die vielen Fotografien und Ausstellungsstücke, bei der auch der berüchtigte „Rohstock“ nicht fehlte. Fotografien von Schulklassen stießen auf das große Interesse der Gäste und Hans Atzler las aus der Schriftenreihe und vermittelte so manche Anekdote aus längst vergangenen Tagen. Am Rande ließen Atzler und Metternich aber auch wissen, dass es eine solche „Chronik“ mit Fotografien aus dem Schulleben des Ortes in 50 Jahren wohl nicht mehr geben werde, weil dank des Datenschutzes gar nicht mehr alle Kinder einer Klasse fotografiert werden dürfen.
1841 wurde das alte Rathaus als neues Schulgebäude genutzt
Schon seit 1645 gab es im Ort Oberwinter einen katholischen und einen evangelischen Lehrer, die jeweils einen Raum im Bürgerhaus für Unterrichtszwecke nutzten. An seiner Stelle wurde 1841 das alte Rathaus, Hauptstraße 99, als neues Schulgebäude errichtet und damals mit Sicherheit nicht selbstverständlich für beide Konfessionen. Da es schnell Platzprobleme, oder auch andere, gab, räumten die Protestanten das Gebäude und richteten 1856 eine eigene Schule in dem Haus Pützgasse 4 ein. Der 1895 errichtete Neubau der Schule an der heutigen Pfarrer-Sachsse-Straße stand unter keinem guten Stern oder besser auf keinem guten Baugrund. Nachdem akute Einsturzgefahr zu befürchten war, wurde das alte Gebäude schließlich abgerissen und 1963 der heutige Schulkörper errichtet. So wechselhaft wie die Geschichte der Gebäude, sind mit Sicherheit die Geschehnisse und Geschichten aus über 150 Jahren. Mit Hilfe der alten Schulchroniken hat Hans Atzler in viel Puzzlearbeit eine lebendige Dokumentation des Schulwesens in Oberwinter bis in die Gegenwart erarbeitet. Dabei hat er auch viele Geschichten und Anekdötschen zusammen getragen, die durch Schilderungen von Zeitzeugen, die an ihre Schulzeit mehr oder weniger gute Erinnerungen haben, ergänzt werden. Zu den sehenswerten Exponaten der Ausstellung, die an den folgenden Wochenenden bis zum 15. September samstags von 16 Uhr bis 18 Uhr sowie sonntags von 11:30 Uhr bis 13 Uhr und von 16 Uhr bis 18 Uhr geöffnet ist, ist natürlich die zehnte Ausgabe der Schriftenreihe „... mit Tafel, Schwamm und Kreide“ eine wunderbare Ergänzung, eigentlich ein „Muss“.
Ob die Geschichten von den Schulen, evangelisch oder katholisch, ob die Lehrer und ihre äußerst magere Vergütung, ob Lehrinhalte, Schulzucht gegenüber Schülern und Lehrern, die Schulausstattung, Chroniken von einzelnen Lehrern, das Fach Turnen, Zeugnisse oder Geschichten aus dem Schulalltag längst vergangener Tage, die neue Schriftenreihe ist nicht nur äußerst informativ, sondern vor allem auch spannend und oft mit einem Schmunzeln zu Lesen.
Einen Tag nach der Ausstellungseröffnung feierte der Rathausverein mit zig Gästen sein traditionelles Sommerfest in geselligen Runden. Jüppi Dreiling sorgte dabei für den frisch gebackenen Pflaumenkuchen oder „Prummetaat“ und Jürgen Walbröl fertigte die Grillwürste vor den Augen der Gäste, um sie anschließend zu grillen. Für eine wunderbare Auswahl an herzhaften Salaten hatte die Gäste zum Teil selbst gesorgt. Und am Abend gab es dann auch noch kölsche Leedsche zu Gitarrenklängen von Peter Struben. Ein herzliches Dankeschön galt am Rande vom Vorstand des Rathausvereins noch Heinz Holthoff, Manfred Drodten, Carsten Monjau und Thomas Schlemmer von den Oberwinterer Junggesellen. Sie hatten dafür gesorgt, dass zwei historische Schleifmaschinen, für die es auch die Motoren gibt, per Hubwagen in den Rathausgarten unter Dach und Fach gebracht und beim Sommerfest bewundert werden konnten. Beim Sommerfest fand dann auch die Ausstellung noch zahlreiche Bewunderer und die Schriftenreihe wurde nur zu gerne erworben. AB
Jürgen Walbröl füllt vor Publikum die Würste für den Grill.
In geselligen Runden tummelten sich die Gäste beim Sommerfest im Rathausgarten und im Saal, wo die Ausstellung bewundert wurde.
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