Allgemeine Berichte | 25.05.2021

Das Alte Kloster in Heimerzheim

Geschichten, die das Leben schreibt

Das alte Kloster in der Kölnerstraße.Quellen: Rainer Schmitz

Heimerzheim. Das Kloster und die Villa haben in Heimerzheim eine lebendige Geschichte. Gerade in dieser Zeit ist mit dem Testzentrum der Klosterapotheke eine neue Aufgabe dazugekommen. Die Burgherren Philipp Freiherr von Boeselager und Karl Emil Wülfing hatten Ende des 19. Jh. das Gebäude gestiftet, unteranderem mit der Zielsetzung hier eine Krankenpflegestation und eine Geburtenhilfe zu errichten. Im Gegenzug wurde das kleine Kloster in der Kirchstraße 28, genannt „et Klösterchen“, geschlossen.

Wie Heike Röseling, die dieses Haus mit Familie und Vater heute bewohnt berichtet, zeugt eine alte Tafel im Inneren des Hauses aus dieser Zeit. Für die Trägerschaft des Klosters (Kölner Straße 29) hatte man die Schwestern des Franziskanerinnen-Ordens in Olpe gewonnen. Die Nonnen hatten im Laufe der Jahrzehnte viele Angebote umgesetzt. Kinder- und Senioren Betreuung, Nähschule bis zur Erholungseinrichtung des Müttergenesungswerkes.

Aber auch viele Heimerzheimer Bürger verbinden mit dieser Einrichtung besondere Erlebnisse. So zum Beispiel Anni Rupperath geb. Braun. Sie hat prägende Erinnerungen an diese Einrichtung. Der 3. März 1945 war für sie ein Trauma. Die Amerikaner bombardierten Heimerzheim, dabei wurde auch ihr Elternhaus Kirchstraße 29 völlig zerstört. Alleine in diesem Haus starben elf Personen, darunter auch ihre Eltern. Sie selber war unter dem Geröll verschüttet und wurde wie durch ein Wunder gerettet und ins Kloster gebracht. Dies war für sie der Start in eines neuen Lebens.

Anfang der 50er Jahre wurde im Kloster erneut eine Entbindungsstation eröffnet. Hebamme Lisbeth Schneider hatte alle Hände voll zu tun. Dr. Demuth betreute diese Arbeit. Mit dieser Station hatte Anni Rupperath wieder eine besondere Verbindung zum Kloster. Hatte sie noch vor Jahren einen mit Trauer begleiteten Neuanfang, so war es diesmal ein besonders schöner, denn das Jaköbschen, ihr Erstgeborener, erblickte das Licht der Welt. Stolz nahm der Vater Jakob sen. ,der leider zu früh verstorben ist, seinen Sprössling „Ne echte Hemerzhemer“ in den Arm. Anni sagte zu ihrem Mann, Jakob geh doch bitte rüber in die Klosterstube und hol mir ein Flasche Mineralwasser. Welche Frage, schon machte sich der junge Vater auf den Weg. Das hatte sich Anni jedoch anders vorgestellt, denn ihr Jakob hatte in der Wirtschaft stolz verkündet, dass er Vater geworden war. Die Folge, Anni Rupperath bekam ihr ersehntes Wasser erst am nächsten Morgen. Jo, us Jakob jun. han se jod pinkeln losse. Die Ordensfrauen blieben bis 1965 in Heimerzheim. Die Gräber der Franziskanerinnen gegenüber den Priestergräbern auf dem alten Teil des Friedhofes geben noch heute Zeugnis von ihrem Wirken. Das Kloster hatte nach dem Weggang der Franziskanerinnen eine wechselhafte Geschichte. Neben Leerstand, Schulklassen, Kinderkurse, Polizei, Altennachmittag, Kunst und viel Vereinsleben muss man die Aktivitäten der Pfarrjugend KJG besonders erwähnen. Heute bietet unteranderem die kath. Jugendagentur ein abwechslungsreiches professionelles Programm, jedoch die ehrenamtliche Jugendarbeit auch mit Disco und Zeltlager der KJG war sehr lange der Aushänger der Jugendarbeit in Heimerzheim und darüber hinaus.

Et Klösterchen in der Kirchstraße.

Et Klösterchen in der Kirchstraße.

Tafel aus dem Klösterchen.

Tafel aus dem Klösterchen.

Anni und Jakob Rupperath.

Anni und Jakob Rupperath.

Das alte Kloster in der Kölnerstraße.Quellen: Rainer Schmitz

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