Allgemeine Berichte | 28.05.2020, 13:10 Uhr

Aktuelles Lagebild des Bundeskriminalamtes erschienen

Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten nimmt zu

„Jeden Tag werden in Deutschland durchschnittlich 200 Polizistinnen und Polizisten Opfer von Gewalt“

Symbolbild. Foto: PP Koblenz
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Überregional. Sie werden mit Steinen beworfen, mit Messern oder Eisenstangen angegriffen, getreten und geschlagen: Polizistinnen und Polizisten in Deutschland sind täglich gewaltsamen Angriffen ausgesetzt - ob im täglichen Streifendienst, bei Fußballeinsätzen oder bei Demonstrationen. 36.126 Fälle von „Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen“ wurden 2019 polizeilich registriert, fast 3.000 Fälle mehr als im Vorjahr (2018: 33.260 Fälle / + 8,6 Prozent). Das geht aus dem Bundeslagebild „Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte“ hervor, das am 28. Mai vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht wurde.

Das Lagebild bildet in Zahlen ab, was Polizistinnen und Polizisten täglich im Dienst erleben. Dazu gehört zum Beispiel ein Fall aus dem Januar 2019, als Beamtinnen und Beamte der Polizei Augsburg bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle von mehreren Männern angegriffen und mit Faustschlägen attackiert wurden. Oder aus August 2019, als die Personenkontrolle einer Gruppe Jugendlicher in Regensburg derart eskalierte, dass die Polizistinnen und Polizisten mit Pflastersteinen beworfen wurden. Die Taten reichen bis hin zu schwersten Verletzungen, wie ein Fall aus Dezember 2019 zeigt, bei dem ein Polizist während einer Personenkontrolle am Münchner Hauptbahnhof unvermittelt von einer weiteren Person angegriffen und mit einem Messer schwer verletzt wurde. Wegen dieser und weiterer Vorfälle hat das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) im vergangenen Jahr die Kampagne „Für ein sicheres Deutschland“ gestartet, um auf die wichtige Arbeit von Polizei- und Rettungskräften aufmerksam zu machen. Auch das Bundeskriminalamt beteiligt sich an dieser Kampagne, die dazu beitragen soll die Herausforderungen darzustellen, vor denen Einsatzkräfte in Deutschland stehen.

Zunahme in 2019 von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

Wie das aktuelle Lagebild zeigt, wurden im Vorjahr 69.466 Polizistinnen und Polizisten Opfer von Widerstandshandlungen und tätlichen Angriffen, eine Zunahme von 5,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018 (65.896 Opfer). 31.194 Tatverdächtige konnten ermittelt werden, 5,9 Prozent mehr als 2018.

Die Täter bleiben selten unbekannt: Die Aufklärungsquote für den Straftatbestand „Widerstand gegen und tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen“, der eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vorsieht, lag 2019 bei 98,5 Prozent (Vorjahr: 99 Prozent).

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes: „Jeden Tag werden in Deutschland durchschnittlich 200 Polizistinnen und Polizisten Opfer von Gewalt. Einsatzkräfte werden bei einer Protestkundgebung in Mannheim mit Böllern beworfen, in Frankfurt am Main kam es anlässlich einer Kontrollmaßnahme zu einem Angriff auf die Beamten mit Eisenstangen. Dies sind aktuelle Beispiele, Taten, die bestürzen, die konsequent geahndet werden müssen. Denn Polizistinnen und Polizisten sorgen für die Sicherheit Deutschlands, und das rund um die Uhr.“

Pressemitteilung Bundeskriminalamt

Symbolbild. Foto: PP Koblenz

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