Zwei Aktionen zur Fairen Woche in Linz
Gleiche Chancen durch Fairen Handel
Frühstück am 14. und ökumenischer Gottesdienst am 22. September
Linz. Die Faire Woche 2019 findet vom 13. bis 27. September bundesweit mit über 2.000 Veranstaltungen statt. Der Weltladen Linz beteiligt sich mit zwei Aktionen an der Fairen Woche: Am Samstag, 14. September von 10 bis 13 Uhr wird eingeladen zum kostenlosen Fairen Frühstück auf dem Platz vor der Sparkasse. Es ist eine gute Gelegenheit, lecker zu frühstücken und die fair gehandelten Produkte des Weltladens kennenzulernen.
Während des Fairen Frühstücks liegt eine Bodenzeitung aus, die sich mit verschiedenen Themen zur Arbeitswelt beschäftigt wie Arbeits- und Menschenrechte, von der Arbeit leben können, Umweltschutz und vieles mehr. Durch Ankreuzen von Antworten können die Teilnehmer am Fairen Frühstück sowie Passanten die Forderung nach einem Gesetz zur Unternehmensverantwortung und menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht entlang der gesamten Lieferkette unterstützen.
Thema Geschlechtergerechtigkeit
Am Sonntag, 22. September um 10 Uhr findet in der evangelischen Kirche Linz ein ökumenischer Gottesdienst zum Thema Geschlechtergerechtigkeit statt. Im Anschluss an den Gottesdienst ist die Bevölkerung in den Saal des Katharinenhofes zum Mittagessen eingeladen.
Das Essen wird in diesem Jahr von Schülern der Alice-Salomon-Schule, Klasse 18 und 19 der höheren Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung, zubereitet (Mobiles Kochstudio). Ziel der Schüler*innen ist es, das Fachabitur und die Ausbildung zur Hauswirtschafterin/Hauswirtschafter zu machen. Geldspenden sind willkommen.
Die Faire Woche 2019, deren Schirmherr auch in diesem Jahr der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller ist, beschäftigt sich mit dem Thema der Geschlechtergerechtigkeit. Unter dem Motto „Gleiche Chancen durch Fairen Handel“ wird darauf aufmerksam gemacht, welchen Beitrag Frauen und Mädchen zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten können, vor welchen Herausforderungen sie oftmals stehen und welche Ansätze der Faire Handel verfolgt, um das Menschenrecht der Geschlechtergerechtigkeit zu fördern.
Strukturen benachteiligen Frauen
Noch immer gibt es weltweit Strukturen, die unter anderem dazu führen, dass Frauen auf gesellschaftlicher, finanzieller und politischer Ebene benachteiligt werden. Sowohl in Bezug auf Deutschland als auch global betrachtet ist die strukturelle Benachteiligung von Frauen an vielen Stellen offensichtlich. Einige Beispiele: Frauen verdienen für vergleichbare Tätigkeiten teilweise deutlich weniger als Männer. Diese als Gender Pay Gap bekannte Ungleichbezahlung liegt in Deutschland zwischen acht und 22 Prozent.
In Unternehmen und in der Politik sind Frauen weniger oft in Führungspositionen vertreten als Männer. Nur 13,5 Prozent der Vorstände der 30 DAX-Unternehmen sind weiblich, der Frauenanteil im Deutschen Bundestag liegt aktuell bei 31 Prozent und damit so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr.
Frauen sind deutlich häufiger als Männer von Armut betroffen. Von den rund 700 Millionen Menschen, die weltweit in extremer Armut leben, sind rund 70 Prozent Frauen. Frauen haben, vor allem in zahlreichen Ländern des Südens, weniger Zugang zu Bildung, Geld, Krediten, und anderen Bereichen der Infrastruktur.
Wichtiger Beitrag zu stärkerer Beteiligung
Eine stärkere Beteiligung von Frauen kommt auch der Gemeinschaft zugute, denn Frauen geben mehr Geld für die Ernährung, Ausbildung und Gesundheit der Familie aus. So bildet die Förderung von Frauen unter anderem die Grundlage für das Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele. Der Faire Handel leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
Fair Handels-Unternehmen lehnen Geschlechterdiskriminierung ab und setzen sich aktiv für eine Gleichberechtigung ein. Frauen bekommen einen gerechten Lohn, werden in Entscheidungsprozesse einbezogen und haben Zugang zu Bildung und Weiterbildungen. Damit trägt der Faire Handel dazu bei, dass Strukturen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft so gestaltet werden, dass Frauen ihr volles Potenzial entfalten können.
Die Chancen eines Landes auf eine nachhaltige Entwicklung werden beschnitten, wenn zu wenig in weibliche Arbeitskräfte investiert wird. Der Faire Handel wird in den Berichten der WFTO als positives Beispiel angeführt, weil er die Integration von Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fördere.
Pressemitteilung Eine-Welt und Weltladen Linz
