Hospiz-Verein hatte für seine Mitarbeiter, Helfer und Unterstützer mehrere Überraschungen parat. Umzug in neues Domizil steht bevor
Grillfest als Dankeschön und Zeichen der Wertschätzung
Bad Neuenahr. „Heute ist ein Tag, an dem wir das Leben feiern“, mit diesen Worten begrüßte die Vorsitzende des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr, Ulrike Dobrowolny, am Freitagnachmittag rund 75 Ehrenamtliche, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Unterstützender des Vereins zum Sommerfest an der Hemmesser Hütte. Die fröhliche Grillparty in den Weinbergen hoch über dem Ahrtal war ein Dankeschön und ein Zeichen der Wertschätzung für all die, ohne die die wichtige Hospiz-Arbeit nicht funktionieren würde, ganz gleich ob sie in der hospizlichen Begleitung arbeiten, Trauerbegleitung übernehmen, Kurse abhalten oder sich auf eine andere Art und Weise für den Verein engagieren.
Entsprechend gut war die Stimmung auf dem schönen Gelände des Hemmesser Bürgervereins, der seine „gute Stube“ nicht zum ersten Mal für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte. „Wir freuen uns sehr, dass wir hier Gäste sein dürfen. Das ist nicht selbstverständlich“, betonte Ulrike Dobrowolny. Empfangen wurden die Gäste mit stimmungsvollen Gitarrenklängen von Stephan Maria Glöckner, Vereinsmitglied und ehemaliger Botschafter der Hospiz-Stiftung Rhein-Ahr-Eifel. Für eine weitere, mit Spannung erwartete „musikalische Überraschung“, konnten sich die Gäste zunächst an einem Buffet stärken, für das die Organisatorinnen der Festes, Sabine Häring und Claudia Steinheuer, so ziemlich alles aufgefahren hatten, was das Herz begehrt. Hospizkoch Gerrit Schwabe schwang ausnahmsweise mal nicht den Kochlöffel, sondern die Grillzange, und verwöhnte die Besucherinnen und Besucher mit Leckereien vom Grill. Tatkräftig unterstützt wurde er dabei von Werner Schmidt und Sergio Perra. Entgehen lassen wollte sich all dies auch der neue Botschafter der Hospiz-Stiftung, Edgar Steinborn, nicht. Für den ehemaligen Fifa-Schiedsrichter führte der erste Weg nach der Rückreise aus Andorra gleich auf die Hemmesser Höhe.
Zum Dessert rollte dann – ebenfalls eine Überraschung - auch noch ein Eiswagen an, bevor die Band „Stranger Songs“ musikalische Leckerbissen in Form von Songs aus den 80er Jahren servierte. Für den guten Zweck hatte die sechsköpfige Gruppe aus dem Bonner Raum und dem Rhein-Sieg-Kreis auf einen Teil ihrer Gage verzichtet.
Eine überraschende und überaus erfreuliche Nachricht konnte Ulrike Dobrowolny ebenfalls verkünden: zum Ende des Jahres wird der Hospiz-Verein in ein neues Domizil umziehen. Seit der Flutkatastrophe hatten sich die Büroräume im Bethel Hotel am Weinberg befunden. Da das Hotel die Räume nun selbst für Tagungen benötigt, die Raumsituation für die Hospiz-Mitarbeiter aber ohnehin sehr beengt war, musste man sich auf die Suche nach einer neuen Unterkunft begeben. Was man fand, „ist ein Traum“, schwärmt die Vorsitzende: „Wir vergrößern uns nicht nur, wir verschönern uns auch.“ Künftig wird der Hospiz-Verein in einer Villa an der Georg-Kreuzberg-Straße, mitten im Herzen von Neuenahr, zu Hause sein. Zu verdanken ist dies Vorstandsmitglied Monika Lessenich, die auf die Immobilie aufmerksam geworden war und einen Kontakt zum Makler hergestellt hatte. Der Vermieter entpuppte sich zudem als Unterstützer des Vereins. In den kommenden Wochen wird jetzt die Raumplanung in Angriff genommen und der Umzug vorbereitet. „Wir müssen an den Räumlichkeiten nichts verändern, es passt alles für uns, und auch die Atomsphäre passt super zur Hospizarbeit.“ Neben Büros wird das neue Domizil auch über ein Begegnungszentrum und Räume für Trauergespräche verfügen. Anlass zum Feiern gibt es gibt es nach dem Umzug auch noch aus einem weiteren Grund: im kommenden Jahr feiert das Hospiz im Ahrtal seinen zehnten Geburtstag. Das damals erste stationäre Hospiz zwischen Bonn und Koblenz, Siegen und Trier war am 18. Dezember 2015 offiziell eröffnet worden. Gefeiert wird das runde Jubiläum am 19. September 2025 im Rathaussaal der Stadt Bad Neuenahr.
