Allgemeine Berichte | 18.02.2020

111 Jahre KG Wohlgemut Wehr mit toller Jubiläumssitzung

Großartige Büttenvorträge, Tänze und Musikeinlagen

Der geschäftsführende Vorstand und Sitzungspräsident Frank Heckenbach verabschiede¬ten Sitzungspräsident Günter Schorn (Bildmitte) in den „karnevalistischen Ruhestand“. Fotos: WER

Wehr. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Wehrer Römerhalle konnten die Wohlgemuten aus dem Breikessel den närrischen Besuchern eine von Höhepunkten gespickte närrische Jubiläums-Show zum 111-jährigen Bestehen der KG Wohlgemut präsentieren. Mit wohlgesetzten Worten moderierten in gewohnter Weise die beiden Sitzungspräsidenten Frank Heckenbach und Günter Schorn ein spitzenmäßiges Programm.

Da gab es für jeden etwas – Stimmungsmusik, tänzerische Darbietungen der Extraklasse und Büttenredner aus den eigenen Reihen, um die man die Wehrer KG nur beneiden kann. Während sich andere Gesellschaften mit dem Schwund von guten Büttenassen beschäftigen, scheint dies in Wehr nicht notwendig zu sein. In einem bunten, unterhaltsamen Programm mit vielen Highlights waren die Büttenreden wieder das „Salz in der Suppe“.

Dafür steht u. a. auch der Name der Familie Gerhartz, die erneut wieder mehrmals die Bütt enterte und stets das Publikum begeisterte. Vater Kurt Gerhartz stellte sein karnevalistisches Können auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit seinen Töchtern Vera und Pia als „De Breiköpp“unter Beweis. Bereits seit nunmehr 12 Jahren begeistern sie so das Publikum und schaffen es immer wieder, mit ihren Kalauern das Publikum von den Sitzen zu reißen. Standing Ovations und laute Rufe nach Zugabe sind bei ihnen bereits „programmiert“. Sie lieferten auch in diesem Jahr wieder eine tolle Vorstellung, bei der auch die üblichen „Seitenhiebe“ Richtung Niederzissen nicht fehlten (angesichts der dortigen Prinzenmisere: Die nehmen jetzt auch B-Ware). Später sorgte „Nesthäkchen“ Pia gemeinsam mit Christina Stommel für Lachsalven am laufenden Band als „Hot on Hötche“. Egal, ob Oma und Opa, Mama und Papa oder andere Zeitgenossen, sie nahmen alle auf die Schippe. Bissige Bemerkungen und nüchterne Feststellungen fehlten dabei nicht. Auch hier waren Zugabe und Standing Ovations Programm.

Kurt Gerhartz brilliert in seine Rolle als „de Bolle“

Schließlich Vater Kurt Gerhartz in seiner Paraderolle als „de Bolle“. Er verdiente sich mit einer glänzenden Rede schließlich die wohlverdiente Rakete, bevor er als Zugabe noch einen Zungenbrecher vom Allerfeinsten los ließ und damit einem Wunsch von Prinz Alex I. entsprach.

Ebenfalls nichts verlernt hatte „der Mann met dem Hötche“, Uwe Genn, der nach mehreren Jahren Büttenabstinenz zum Jubiläum der KG noch einmal die Bütt enterte und mit einer weiteren Kostprobe seines karnevalistischen Könnens einen Angriff auf die Lachmuskeln der Gäste startete. Er sah mehr Leute auf der Straße mit einem Smartphone in der Größe eines „Gotteslob“, als sonntags in der Kirche.

Auch die „Oettinger Oldstars“, Dirk Remakulus und Joachim Stahl, erinnerten sich als zwei ältere Männer an so manche Begebenheit, bei der jeder den anderen „an Armut“ übertreffen wollte (.., da wäre ich froh gewesen!)

Begonnen hatte jedoch das Narrenspektakel jedoch mit dem Einmarsch der Maxi-Funken, der Prinzengarde, den Senatoren, dem Vorstand und dem Elferrat, angeführt vom Fanfarenzug Brohltalklänge aus Niederzissen. Anschließend zogen Prinz Alex I und Prinzessin Dani I. (Ehepaar Schomisch) noch einmal samt ihrem großen Hofstaat und der Prinzengarde unter großem Jubel in die Römerhalle ein. Prinz Alex I. dankte mit emotionalen Worten Allen für die großartige Unterstützung während ihrer nunmehr zweijährigen Regentschaft. Ein paar Tränchen musste er beim Dank an die Prinzessin verdrücken. „Es war dein größter Wunsch, einmal Prinzessin in Wehr zu sein. Ich bin froh, dass ich an der Erfüllung dieses Wunsches teilnehmen durfte“, erklärte er unter großem Beifall des Publikums.

Befreundete Gesellschaften wurden begrüßt

Begrüßen konnte man auch Abordnungen benachbarter und befreundeter Gesellschaften: die Zesse Jecke, die Klieburger Narren aus Wassenach mit Prinz Jan I. und Prinzessin Anna I., die KG Jeläse Jecke, die GKKG aus Kempenich mit Prinz Uwe I und Prinzessin Petra I. sowie die Möh¬nen aus Glees, Kell und Galenberg. Natürlich waren auch Ortsbürgermeisterin Dr. Melanie Hilger und Bürgermeister Johannes Bell gern gesehene Gäste.

Als Stimmungsmacher hatte man zu Beginn der Programms Steven Alan Schuld aus Westum präsentiert, der mit einer abwechslungsreichen Bühnen- und Pyroshow begeisterte. Neben seinen eigenen Hits wie „Magdalena“, „et Dreigesteen“ uvm. baute er auch das Wehrer Prinzenpaar in sein Programm ein und eroberte so die Herzen der Wehrer Narren. In seiner Zugabe musste Sitzungspräsident Frank Heckenbach „sein Können mit der Gitarre“ unter Beweis stellen beim Song „Mir stellen alles op de Kopp“.

Dass es immer wieder etwas Neues geben kann, bewiesen auch die 111 Jahre alten Wohlgemuten. Sie präsentierten erstmals mit der 13 Jahre alten Luisa Durben ein eigenes Solomariechen, die in gekonnter Weise einen schmissigen und akrobatischen Tanz auf die Bühnenbretter zauberte.

Erstmals servierte man mit Fabian Durben und Marvin Seiwert, ein reines Männertanzpaar, das anschaulich bewies, dass nicht nur Frauen im Paartanz Klasse beweisen können, sondern auch Männer durchaus tänzerische Qualitäten und sportliche Höchstleistungen auf der Bühne vollziehen können.

Tänzerisch wurde einiges geboten

Tänzerisch wussten im Verlauf des Abends auch die Maxi-Funken (7 junge Damen, trainiert von Margret Volk), die Garde der Jeläse Jecke (10 Damen und 3 Herren), die Showtanzgruppe „Tik tak’s“ (13 junge Damen aus Wehr und Wassenach) sowie die 21-köpfige Prinzengarde Wehr (16 junge Damen und 5 Herren) mit gekonnten Tanzdarbietungen zu überzeugen. Dazu auch eine akrobatische und sehr sportliche, mit vielen Höhepunkte gespickte Tanzdarbietung der „Vulkanelfen“ aus Niederzissen. Sie alle zeigten tänzerische Glanzleistungen, die einen Vergleich mit anderen Gruppen nicht zu scheuen brauchen.

Für weitere musikalische Höhepunkte sorgten die „Schlappkappe“ (6 Musiker mit Schlagzeugerin Vera Schachler) aus Hönningen und die „Kläävbotze“, die bekannte Kultband aus dem Kölner Norden.

Sitzungspräsident nimmt Abschied

Für Sitzungspräsident Günter Schorn hieß es an diesem Abend, Abschied von der Bühne in dieser Funktion zu nehmen. Für seine erneute fünfjährige Sitzungspräsidentschaft (er war bereits in den Neunziger Jahren lange in dieser Funktion aktiv auf der Bühne) dankten ihm sowohl sein Kollege Frank Heckenbach wie der gesamte geschäftsführende Vorstand der Wohlgemuten. Als Senator wird Günter Schorn aber weiter den Wohlgemuten zur Verfügung stehen.

Torsten Härig, der den musikalischen Part der Kappensitzung übernommen hatte, sorgte im Anschluss an die Sitzung mit seinen Stimmungsliedern weiter für gute Laune. Ein großartiges Narrenspektakel mit allerbestem Unterhaltungswert fand so erst spät in der Nacht ein Ende, denn ans Nachhausegehen dachten die Gäste nach dem offiziellen Programm noch lange nicht. WER

Als „Hot und Hötche“ sorgten Pia Gerhartz und Christina Stommel (von links) für Lachsalven am laufenden Band.

Als „Hot und Hötche“ sorgten Pia Gerhartz und Christina Stommel (von links) für Lachsalven am laufenden Band.

Mit Luisa Durben präsentierten die Wehrer Wohlgemuten erstmals ein eigenes Solomariechen.

Mit Luisa Durben präsentierten die Wehrer Wohlgemuten erstmals ein eigenes Solomariechen.

Der geschäftsführende Vorstand und Sitzungspräsident Frank Heckenbach verabschiede¬ten Sitzungspräsident Günter Schorn (Bildmitte) in den „karnevalistischen Ruhestand“. Fotos: WER

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