Kulturwochenende im Alten Bahnhof Puderbach
Große Literatur und virtuose Klänge
Gleich zwei kulturelle Leckerbissen wurden am Wochenende geboten
Puderbach. Eine Doppelveranstaltung vor der Sommerpause hatte die Projektgruppe Jugend, Kultur, Soziales der Verbandsgemeinde Puderbach am vergangenen Wochenende im Angebot. Der Freitag war dem Theater gewidmet, am Samstag gab es ein Konzert mit Peter Finger. Die „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ sind sehr bekannt, und es hat auch bereits zahlreiche Adaptionen dieses Klassikers von Thomas Mann gegeben. Mit ihrer Version traten nun Felix Strobel und Leonard Scheicher, die beide frisch von der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin kommen und die Bretter, die die Welt bedeuten, erobern wollen, im Alten Bahnhof in Puderbach auf.
Die beiden jungen Mimen hatten sich die besten Szenen aus Thomas Manns Roman herausgepickt und nahmen die Zuschauer mit in die Welt des Felix Krull, der sich einer Umgebung voller Fallen, Verführungen und Behauptungen des Lebens gegenübersieht, die er auf seine ganz eigene Weise meistert.
Mit schnellen Rollenwechseln und großer Leidenschaft zeigten sie den Zuschauern, wie der junge Felix sich vor dem Schulbesuch drückt, bei der Musterung einen epileptischen Anfall vortäuscht und sich schließlich in einem Pariser Luxushotel verdingt. Dabei boten sie jede Menge groteske und gut pointierte Szenen, bei denen im Publikum kein Auge trocken blieb.
Große Kunst auf bescheidener Bühne
Die beiden Eleven der Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst haben mit dieser Aufführung eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass großes Theater nicht zwingend eine aufwendige Bühne benötigt.
Nur einen Abend später wurde den Freunden der Kultur im Alten Bahnhof ein weiterer kultureller Leckerbissen präsentiert, denn die Projektgruppe hatte den international bekannten Gitarristen Peter Finger für einen Auftritt in Puderbach gewinnen können.
Peter Finger gilt unter Kennern als einer der wichtigsten zeitgenössischen Fingerstyle-Gitarristen und Komponisten für Gitarrenmusik. Er beherrscht sein Instrument mit absoluter Virtuosität und schafft es, seine Zuhörer mitzunehmen in symphonisch orchestrale Klangwelten mit einer stilistischen Bandbreite von Romantik über Impressionismus und Jazz bis hin zu freier Tonalität. Die von ihm im Konzert am Samstagabend präsentierten Stücke spielte er in seiner ihm eigenen Stimmung, die mit nichts vergleichbar ist. Natürlich forderten die begeisterten Zuhörer eine Zugabe, die der Gitarrist auch gab. Für die Zugabe hatte er einen Querschnitt der Spielarten verschiedener Bluesmusiker gewählt, die den Blues weltweit bekannt machten.
Mit diesem erfolgreichen Wochenende verabschiedet sich die Projektgruppe Jugend, Kultur und Soziales in die wohlverdiente Sommerpause, nach der sie sich jetzt schon auf den glamourösen Auftritt des Berliner Duos „Schwarzblond“ am 2. September freut.
Die beiden Schauspieler kamen ohne viele Requisiten aus.
Peter Finger bewies einmal mehr sein Virtuosität auf der Gitarre.
