Niederbachemer Nachwuchsschütze siegt bei Deutscher Jugendmeisterschaft mit dem Lichtgewehr
Großer Erfolg für Timm Sachse
Das jüngste Vereinsmitglied fuhr mit seinen Eltern zum Wettbewerb nach München
Niederbachem. Nur ein Schütze der St. Sebastianus-Schützen Niederbachem war bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft aktiv: Das jüngste Vereinsmitglied Timm Sachse nahm am Wettbewerb „Faszination Lichtschießen“ der Deutschen SchützenJugend (DSJ) teil. In dem aus Schießen und verschiedenen koordinativen wie mentalen Aufgaben bestehenden Event erreichte der Niederbachemer in der Altersklasse U7 die höchste Punktzahl und gewann somit ein Lichtgewehr der Firma Walther.
Während das Wetter sich nicht von bester bayerischer Seite zeigte, strahlten auf der Olympia-Schießanlage an der Münchener Stadtgrenze zahlreiche Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren um die Wette. Erstmals richtete die Deutsche SchützenJugend dieses Jahr einen Wettbewerb mit Lichtgewehren und -pistolen aus, welcher in die Deutsche Meisterschaft des Deutschen Schützenbundes eingebettet wurde. Neben den rund 6.000 Startern der Pistolen-, Gewehr-, Flinten- und Armbrustwettbewerbe fanden sich also viele große Augen von Kindern wie Eltern, die zum Teil erstmalig auf dieser Veranstaltung waren.
Die DSJ entschied sich dafür, den Wettbewerb nicht als klassischen Schießwettkampf, sondern als Event mit mehreren Stationen auszuschreiben – ein ähnliches Modell wie das Oster-Event des Niederbachemer Vereins. Unter dem Titel „Faszination Lichtschießen“ wurden Aufgaben aus dem koordinativen und mentalen Spektrum angeboten, wobei die jungen Teilnehmer sich für drei Stationen entscheiden konnten. Eine dieser drei Stationen war ein verpflichtendes 20-Schuss-Programm, wahlweise mit dem Lichtgewehr oder der Lichtpistole und jeweils aufgelegt. Das gewählte Konzept beruht auf dem Ansatz, dass das Schießen selber nicht im absoluten Mittelpunkt der Jugendarbeit stehen sollte, sondern vielmehr die Entwicklung von psychomotorischen Fertigkeiten als Ganzes. Mit diesem Modell sollen in U12-Gruppen die Grundlagen für den späteren sportlichen Erfolg gelegt werden, ohne dabei den Spaßfaktor oder die allgemeine körperliche wie psychische Entwicklung aus den Augen zu verlieren. Ein Ansatz, der auch von der Niederbachemer Jugendleitung Dieter und Marcel Bachem verfolgt wird.
In den Sommerferien wurde geübt
Timm Sachse, der im März im Rahmen der Jugend- und Freizeit-EXPO in Berkum erstmals mit dem Schießsport in Kontakt gekommen und kurz darauf Mitglied in der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Niederbachem geworden ist, fuhr mit seinen Eltern extra von Wachtberg nach München, um an der Premiere der „Deutschen Meisterschaft im Lichtschießen“ teilzunehmen – als solche empfanden sowohl die teilnehmenden Mädchen und Jungs als auch deren Eltern das Event.
In den Sommerferien übte Timm die verschiedenen Stationsaufgaben schon und wusste bereits im Vorfeld, welche er auswählen würde. Dennoch war er sichtlich nervös, als er auf der Schießanlage ankam. Die Vielfalt und die Größe der Veranstaltung beeindruckten. Mit seinen Eltern besuchte er zunächst verschiedene Wettkämpfe der „großen“ DM und schaute bei der Vielzahl von Händlern aus dem Schießsport vorbei.
Etwas nervös vor der ersten Station
Bei der Anmeldung bekam Timm gegen Mittag seinen Laufzettel. Begleitet vom Zweiten Jugendleiter Marcel Bachem, der als DSB-Mitarbeiter unter anderem für die Organisation der Deutschen Meisterschaften verantwortlich ist und daher ebenfalls vor Ort war, ging es dann zur ersten Station: dem Schießen. Etwas nervös nahm Timm die 20 Schuss mit seinem eigenen Lichtgewehr in Angriff und traf nach ein paar Korrekturen am Diopter ordentliche 142 Ringe. Damit war er aber natürlich noch nicht fertig, zwei weitere Stationen standen noch bevor.
Als zweite Aufgabe, welche aus dem mentalen Bereich kommen musste, wählte Timm das Merkspiel. Ziel war es hier, sich innerhalb von wenigen Sekunden möglichst viele Gegenstände zu merken und anschließend zu benennen.
Zum Abschluss des Mehrkampfs sollte Timm auf einem schmalen Steg rückwärts balancieren, was für den sehr aktiven Jungschützen keine große Herausforderung darstellte. Nachdem der Ergebniszettel beim Jugendreferenten des DSB abgegeben wurde, verabschiedete sich Familie Sachse zunächst, um etwas zu essen und sich aufzuwärmen – es war immer noch ungemütlich kühl.
Die Siegerehrung fand am späten Nachmittag statt und wurde aufgrund der Witterung in der Finalhalle durchgeführt. Nach den einleitenden Worten des Vize-Präsidenten Jugend, Stefan Rinke, moderierte Bundesjugendsprecher Henrik Quast den weiteren Ablauf. Die U7, in der Timm antrat, wurde als Erste geehrt. Unter großen Jubel seiner Eltern und des Zweiten Jugendleiters rief Quast das Niederbachemer Nachwuchstalent als Sieger auf. Neben einer Goldmedaille, einer Urkunde und einem Rabattgutschein der Firma Anschütz durfte Timm außerdem ein Lichtgewehr von Walther in Empfang nehmen.
Verein hofft, Trainingsgruppe zu vergrößern
Auch der Erste Jugendleiter Dieter Bachem, der natürlich unverzüglich telefonisch informiert wurde, reagierte begeistert. Der Erfolg zeigt, dass der ebenso sportlich wie traditionell aktive Verein mit dem spaßorientierten und von sportlicher Vielfalt geprägten Ansatz auf dem richtigen Weg ist. Dieter Bachem blickt direkt auf die Zukunft: „Hoffentlich hilft der Erfolg außerdem, weitere Kinder und Jugendliche für uns zu gewinnen und die Trainingsgruppe am Dienstag zu vergrößern.“
Timm jedenfalls war überglücklich und vollkommen zu Recht stolz. Kinder und Jugendliche, die in die Jugendarbeit der Niederbachemer Schützen hineinschnuppern wollen, können sich jeden Dienstag zwischen 18 und 19.30 Uhr ein Bild machen – idealerweise direkt mit ihren Eltern. Weitere Informationen über den Verein gibt es online unter www.schuetzen-niederbachem.de und auf facebook.com/StSebNiederbachem.
