Allgemeine Berichte | 10.10.2017

Inbetriebnahme-Fest in Cochem gefeiert

Großprojekt „Tunnel“ ist Geschichte

Fahrt zum neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnel im Sonderzug. Bürgermeister Wolfgang Lambertzlässt sich von Triebwagenführer Bodo Jaster das Schienenfahrzeug aus dem Jahr 1956 erklären. Fotos: TE

Cochem. Nach annähernd neun Jahren Gesamtbauzeit wurde das Projekt Neugestaltung Kaiser-Wilhelm-Tunnel am Samstag vergangener Woche mit einem Inbetriebnahme-Fest der Deutschen Bahn AG abgeschlossen. Seit 2008 war man mit dem Bohren und Ausbau einer neuen Tunnelröhre und einer Modernisierung des bestehenden Tunnels von 1879 beschäftigt und hatte zur Realisierung dieses ehrgeizigen, aber erforderlichen Projekts mehr als 200 Millionen Euro investiert.

Im Frühjahr 2010 begann sich die Tunnelvortriebsmaschine ab Eller rund um die Uhr durch den Berg in Richtung Cochem zu fräsen, wo sie dann Anfang November im Jahr darauf durchbrach – dies mit einiger Verspätung, was bei der Bahn ja schon einmal passieren kann.

Geschuldet war diese einer besonderen geologischen Problematik, die auf dem letzten Kilometer unterhalb von Cochem auftrat. Letztlich konnte man mit dem exakt nach Planung durchgeführten Durchbruch neben der alten Tunnelröhre in Cochem dann doch Erfolg vermelden und den neuen Tunnel 2014 offiziell eröffnen. Dieser Erfolg blieb den Tunnelbauern bis 2015 aber nicht treu, denn zu diesem Zeitpunkt wollte man eigentlich auch die Renovierung der alten Tunnelröhre abgeschlossen haben.

Nach mehr als 130 Jahren Durchfahrbetrieb hatte an dieser erheblich der Zahn der Zeit genagt, und sie musste sich, um auf den neuesten Stand der Sicherheit zu kommen, einer kompletten Modernisierung unterziehen.

Annähernd 50.000 Kubikmeter Gestein mussten dafür über Monate hinweg abtransportiert werden, was einige kritische Bürger auf den Plan rief, die eine erhebliche Lärmbelästigung und eine Minderung der Lebensqualität für Einheimische und Touristen befürchteten.

Das ist nun Gott sei Dank alles Geschichte, denn seit Juni dieses Jahres ist auch der alte Kaiser-Wilhelm-Tunnel wieder an den Fahrbetrieb angeschlossen und mit der neuen Röhre über acht Verbindungswerke vorschriftsmäßig miteinander verbunden, was ein zusätzliches Maß an Sicherheit (Fluchtweg für Passagiere in die benachbarte Röhre) bedeutet.

Gefeiert wurde am Samstag vor dem Cochemer sowie dem Ellerer Bahnhof gleichermaßen. Partyzelte mit Bewirtung und Kinderbelustigung lockten nach hier, und überdies setzte die Deutsche Bahn AG nostalgische Sonderzüge für Informationsfahrten durch den Tunnel ein.

Da man dafür ausnahmsweise keine Fahrkarte lösen musste, waren viele Hundert Bahnbesucher mit Kind und Kegel auf der neuen Tunnelstrecke zwischen Cochem und Eller unterwegs und feierten gemeinsam.

TE

Ankunft am Bahnhof von Eller. Zahlreiche Neugierige erfreutensich an der Fahrt durch den neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnel.

Ankunft am Bahnhof von Eller. Zahlreiche Neugierige erfreuten sich an der Fahrt durch den neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnel.

DB-MaskottchenOlli war auch mit vonder Partie und erfreutevor allem die kleinenBesucher.

DB-Maskottchen Olli war auch mit von der Partie und erfreute vor allem die kleinen Besucher.

Fahrt zum neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnel im Sonderzug. Bürgermeister Wolfgang Lambertz lässt sich von Triebwagenführer Bodo Jaster das Schienenfahrzeug aus dem Jahr 1956 erklären. Fotos: TE

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