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Volksbank RheinAhrEifel eG eröffnet in Mayen das Raiffeisenjahr 2018 mit Vernissage und prominenten Gästen

Gründervater der Genossenschaftsidee feiert 200. Geburtstag

16.04.2018 - 11:27

Mayen/Regeion. Hand aufs Herz: Wer denkt bei der Frage nach der Herkunft des Namens „Raiffeisen“ nicht gleich an ein Stück Metall? Etwas, dass womöglich in der Landwirtschaft Verwendung gefunden hat. Wem erscheint spontan das Gesicht von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dem berühmten Gründervater der Genossenschaftsidee, vor Augen? Um Letzteren dreht sich dieser Tage alles im Verwaltungssitz der Volksbank Rhein - Ahr - Eifel in Mayen. Denn am 30. März wäre Raiffeisen, dessen Visionen das Unternehmen bis heute treu geblieben ist, 200 Jahre alt geworden.

Eine Wanderausstellung, die im Laufe des Jahres allein in 16 Geschäftsstellen der Volksbank RheinAhrEifel e.G. aber auch deutschlandweit an vielen weiteren Orten zu sehen sein wird, zeigt derzeit in Mayen die wichtigsten Stationen im Leben des Genossenschaftsvaters.

Am Donnerstag, den 12. April hatte die Volksbank zur feierlichen Eröffnung der Vernissage rund 130 Gäste eingeladen, denen am Abend kein Geringerer als „Wanderpapst“ Manuel Andrack über das Leben und Wirken Raiffeisens berichtete. Aktuell reist der Journalist und ehemalige „Sidekick“ von Harald Schmidt auf den Spuren des Reformers durch Deutschland und erkundet die bunte Welt der Genossenschaften, die alleine in der Bundesrepublik, von jungen Start-ups bis hin zu Traditionsgenossenschaften, 22 Millionen Menschen vereint; weltweit sind rund 800 Millionen Menschen in Genossenschaften organisiert.


Not macht erfinderisch


Im Jahr 1818 erblickte Friedrich Wilhelm Raiffeisen als siebtes von neun Kindern in Hamm an der Sieg das Licht der Welt, eine Zeit, in der Hungersnot, Armut und politische Verfolgung Millionen Deutsche in die Emigration treiben. Die Familie hat kein Geld, ihren Kindern eine Hochschulausbildung zu ermöglichen - mit 17 Jahren meldet sich der religiös erzogene Junge freiwillig zum Militärdienst, den er aufgrund eines Augenleidens allerdings schon nach acht Jahren quittieren muss. Das muss das Schicksal so gewollt haben, denn Raiffeisen hatte eindeutig eine größere Mission zu erfüllen. 1845 wird er Bürgermeister im westerwäldischen Weyerbusch, initiiert den Schulbau und setzt sich für den Bau einer Straße an den Rhein ein, die den Zweck hat, den Absatz von landwirtschaftlichen Produkten zu erleichtern. Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung sind die Begriffe, die Raiffeisens Handeln lebenslang prägen.

Im Jahr 1846 verursachen Vulkanausbrüche in Asien und im Pazifik Klimaveränderungen in ganz Mitteleuropa: Im Westerwald schneit es im August - dementsprechend fällt die Ernte aus. Als wäre das nicht Elend genug - die Kartoffelfäule setzt dem Ganzen die Krone auf und die Lebensmittelpreise explodieren. Das war die Zeit, in der sicherlich manch einer die Hoffnung aufgegeben hätte - nicht so Raiffeisen: Er gründete den „Weyerbuscher Brodverein“, dessen Auftrag zunächst die Verteilung von Lebensmitteln war und später die gemeinsame Beschaffung von Saatgut und Kartoffeln werden sollte. Ein Gemeindebackhaus, das kurze Zeit später errichtet wurde, gilt heute als die erste genossenschaftliche Einrichtung.1848 wird Friedrich Wilhelm Raiffeisen Bürgermeister von Flammersfeld und gründet ein Jahr später, seinem inneren Kompass folgend, den „Flammersfelder Hülfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte“, der Kredite an Landwirte vergibt - und damit den ersten Verein in Deutschland, dem die Solidarhaftung zugrunde liegt.

Bald darauf werden die Folgen der industriellen Revolution für die

Stadtbevölkerung spürbar - Raiffeisen hat die wieder die passende Idee und gründet den „Heddesdorfer Wohltätigkeitsverein“, dessen Mission die Betreuung und Erziehung verwahrloster Kinder ist, er veranlasst den Kauf von Vieh für unbemittelte Landleute, die Beschäftigung entlassener Sträflinge und die Errichtung einer Kreditkasse für Bedürftige - schon eine dieser Maßnahmen reichte fast, um eine Lebensleistung zu würdigen!

Später gründete Raiffeisen die sogenannten Darlehenskassenvereine, die von ihren Kreditnehmern eine Mitgliedschaft verlangten; 1870 existieren in der preußischen Rheinprovinz bereits 75 solcher Vereine, die als Genossenschaften im Sinne ihres Begründers gelten. Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts erfolgen die Gründungen der Geldausgleichsstelle der „Rheinischen Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank“ und der „Deutschen Landwirtschaftlichen Generalbank“, durch die die Vereine einander finanziell unterstützen werden; mit der Gründung der Landwirtschaftlichen Zentralkasse für Deutschland und des „Anwaltschaftsverbandes ländlicher Genossenschaften“. 1877 entstehen zentrale Einrichtungen für Spar- und Darlehnskassenvereine auf nationaler Ebene.

1888 soll der Ausnahme - Reformer den Ehrendoktortitel der Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn erhalten, doch kurze Zeit vorher, am 11. März desselben Jahres, stirbt Raiffeisen in Heddesdorf.

Immerhin: Vier Jahre vor seinem Tod hat Kaiser Wilhelm I. den Mann, der wie keiner das Motto „Was wir alleine nicht schaffen - das schaffen wir dann zusammen“ wahr gemacht hat, zum „Ritter des Roten Adlerordens“ ernannt. Das wird Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der Zeit seines Lebens ausgesprochen wenig Wert auf Luxus, Rang und Namen legte, sicherlich ein bisschen geschmeichelt haben.

Die Wanderausstellung ist noch einige Zeit in den Räumlichkeiten des Volksbank - Verwaltungssitzes in Mayen zu sehen.

Alle weiteren Infos zu Manuel Andrack Tour auf den Spuren des Reformers und dem „Raiffeisenjahr 2018“ unter www.raiffeisen2018.de

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Kommentare
juergen mueller:
Einblicke?Man ist begeistert von einer Technik,von der man keine Ahnung hat,weiß nicht,was SCR/AdBlue überhaupt bedeutet,dürfte sich auch nicht über Vor- u.Nachteile schlau gemacht haben u.bewertet dies noch damit,dass man auf einem guten Weg für die Umwelt sei.Es interessiert nicht,dass der entscheidende Parameter im SCR-Prozess die richtig dosierte Menge AdBlue (Trägermittel) u.die daraus gebildete NH3(Ammoniak)Konzentration ist.Wird mehr AdBlue bereitgestellt,kommt es zum sogen.NH3-Schlupf,es kommt zu einer Ammoniakgeruchsbelästigung.NH3 ist "giftig" u.führt bei höherer Konzentration zu Verätzungen von Auge,Atemwege u.Haut.Interessant auch,was das Rundumpaket einer Nachrüstung für 41 Busse umfasst u.kostet,bevor man sich über eine Abgasentgiftung freuen kann (oder auch nicht).Wahrheit kann teuer werden.Sich in der Frage UMWELT so zu verhalten zeugt von Interessenlosigkeit u.ist mehr als oberflächlich - unter dieser Voraussetzung ist der Bus noch das Beste auf dem Foto.
Uwe Klasen :
"Einsparmöglichkeiten für Seniorenhaushalte" ---- Die politisch Verantwortlichen und ihre unsoziale Entscheidungen die eher Klientel und Lobbyismus gesteuert wirken, diese Leute sollten die horrenden Steuern und Abgaben senken, dann hätten alle mehr Netto vom Brutto!
Uwe Klasen :
Nun ja, für diejenigen, die in dieser Gesellschaft gut Verdienen, lohnt sich der sogenannte Öko-Landbau (wie Herr Mueller richtigerweise bereits klarstellte)! Sie können sich die teuren Lebensmittel leisten. Leider wird es aber aber durch den sogenannten Ökolandbau für die in Zukunft zu erwartenden 10 Milliarden Menschen nicht genügend Lebensmittel geben. Die in Deutschland verpönte Grüne Gentechnik hilft dort schon heute weiter und nur diese kann für Milliarden von Menschen genügend Lebensmittel bereit stellen, nicht diese Öko Lifestyle-Produkte für einige wenige!
juergen mueller:
Das mit dem "auf was stolz zu sein" bedeutet noch lange nicht,dass hier alles positiv zu sehen ist,vor allem (Alarm),wenn die Politik der Meinung ist,etwas für gut zu befinden.Der ÖKO-Anbau hat eben nicht nur Gutes zu verzeichnen.Die ökologische Landwirtschaft verzichtet angeblich "weitgehend" auf den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln u.Mineraldünger (so sollte es sein - besser wäre noch,ganz darauf zu verzichten).Ökologisch wirtschaftende Betriebe importieren ihre Nährstoffe von "konventionellen" Betrieben,wie konventionelle Betriebe auch.In der ökologischen Landwirtschaft sind "Kupfer u.Schwefel" zugelassen.KUPFER weist aber eine höhere Ökotoxizität als viele Fungizide der konventionellen Landwirtschaft auf,besitzt die Wassergefährdungsklasse 2,ist "sehr giftig",hat in Gewässern (Grundwasser) längerfristig schädliche Wirkungen wie auch gesundheitliche beim Menschen (z.B.Leberschäden).Auch darauf kann Frau Höfken stolz sein,weil sie es nicht für erwähnenswert hält.
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