Uraufführung in Selters der Musical- und Theatergruppe „Music“
Grusical „Dracula“ fesselte die Besucher
Selters. Großes Theater für kleines Geld, so kann die Relation beschrieben werden, die nach der Uraufführung des Musicals „Dracula“ hängen blieb. Minutenlanger Beifall eines begeisterten Publikums in der fast ausverkauften Festhalle in Selters ist der lautstarke Beweis für diese Behauptung. „Music“ ist eine Musical- und Theatergruppe in Selters, in der sich Jugendliche ab 14 Jahren, und jung gebliebene Menschen die Leidenschaft am Spielen und Singen teilen. Obwohl in den Wochen vor der Premiere Gabi Eutebach-Karasu und Olaf Neumann als Organisatoren und Leiter krankheitsbedingt zusammen ausfielen, wurden die Proben erfolgreich fortgeführt. Das Ensemble besteht aus bis zu 25 Mitgliedern aus den verschiedensten Bereichen, z. B. Schüler, Studenten, Angestellte, Beamte usw., ein bunt gemischter Haufen. Gerade dieser interessante Mix scheint ein Grund für den Erfolg zu sein. Zumindest Olaf Neumann, der Jugendpfleger der VG Selters, konnte sich vor der Premiere vom Krankenbett erheben und zum Gelingen der Vorführung beitragen. Als die Lichter im Saal ausgingen, war die Halle in einem gruseligen Schwarz getaucht und Nebelschwaden flogen von der Bühne aus in den Saal.
Das Geschehen im Musical spielte sich im Wesentlichen an zwei Orten ab: Im verfallenen Schloss des Grafen Dracula in den Karpaten und in einer Irrenanstalt, oder wie es heute Neudeutsch heißt, in einer Klinik für psychisch Erkrankte.
Jeder der Darsteller hatte so sein Scherflein zu tragen, sei es als eine Kleptomanin, die nur Augen für die Sachen anderen Menschen hatte. Obwohl Lucy, eine ansonsten eher biedere Nachtschwester, sich plötzlich in eine Nymphomanin verwandelte, war sie Mitglied im örtlichen Verein für Ordnung und gute Sitten. Dann war da noch der Dr. Renfield, der, obwohl er Vegetarier war, plötzlich anfing, Fliegen zu essen. Weitere obskure Gestalten rundeten den Reigen der Mitspieler ab. Wie gesagt, die Handlung spielte in einer Irrenanstalt, dabei konnten in vielen Szenen durch Situationskomik herzhafte Lacher im Publikum erzeugt werden. Im Schloss des Grafen Dracula ging es dann richtig rund, da knirschten Sargdeckel und aus den Särgen erhoben sich Untote. Graf Dracula hatte mächtig zu tun, seine Zähne in den Hals von jungen Mädchen zu hauen, um deren Blut auszusaugen. Wer weiß, was noch alles hätte passieren können, wäre nicht der Vampirjäger Dr. van Helsing erschienen und dem blutrünstigen Grafen Dracula auf ewig den Garaus gemacht hätte. Letztendlich ging es natürlich auch um die Liebe, denn nachdem Graf Dracula endgültig vertrieben war, konnten alle aufatmen und es fanden sich einige Paare.
Ein Stück mit Happy-End
Trotz der teilweise gruseligen Atmosphäre also doch noch ein Stück mit Happy-End. Lobend erwähnt werden sollten auf jeden Fall die gesangstechnischen Fähigkeiten der Schauspieler, ebenso die Spielfreude und der Spielwitz der gesamten Truppe, ohne jemanden besonders hervorzuheben. Wie bereits anfangs erwähnt, belohnte das sehr zufriedene Publikum die Laienschauspieler mit überschwänglichem Applaus. Olaf Neumann ergriff kurz das Wort, überreichte an die Darstellerinnen und Darsteller Blumen, vergaß aber nicht, die Techniker und die Bühnenbauer lobend zu erwähnen und alle anderen, die zum Gelingen des wundervollen Abends beigetragen hätten. In sein Lob schloss er ausdrücklich seine Mitstreiterin Gabi Eutebach-Karasu mit ein, die sich ganz kurz er Bühne zeigte und ebenfalls mit viel Beifall bedacht wurde. Dankesworte gingen auch an die Stadt Selters für das Bereitstellen der Festhalle und an den Kulturkreis der VG Selters. Olaf Neumann nutze sein Schlusswort auch zu einem Aufruf, wer durch die Vorführung Appetit auf die Teilnahme an Theater- oder Singspielen bekommen hat, der kann sich jederzeit unverbindlich an ihn wenden. Spaß und Freude könnten garantiert werden.
Das gesamte Ensemble von „Music“ beim Schlussapplaus.
Jeder der Darsteller hatte so sein Scherflein zu tragen.
Sogar einen örtlichen Verein für Ordnung und gute Sitten gab es.
