GV Mendelssohn Bartholdy Montabaur
Gut besuchtes 168. Stiftungsfest
Montabaur. Wenn ein Chor seinen 168. Geburtstag feiert, hat er schon ordentlich was ‚auf dem Buckel‘ und kann durchaus stolz sein, dieses Alter überhaupt erreicht zu haben! Wenn ein Sänger und Chormitglied für 70 Jahre aktives Singen und Vereinsmitgliedschaft geehrt wird, hat auch er allen Grund, stolz und dankbar auf dieses außergewöhnliche Jubiläum blicken zu können! Beides also Grund genug für einen festlichen Abend, den der erst vor zwei Jahren zum gemischten Chor gewandelte Ex-Männergesangverein Mendelssohn Bartholdy 1855 eV Montabaur Ende Oktober im Saal des Pfarrzentrums Forum St. Peter veranstaltete. Für den würdigen lukullischen Rahmen dieses „Stiftungsfestes“ sorgte ein von den Chormitgliedern organisiertes und in weiten Teilen selbst zubereitetes, breit gefächertes kalt-warmes Buffet.
Eine außergewöhnliche Ehrung erfuhr an diesem Abend Hermann Altenhofen, Horressen, für seine bereits sieben Jahrzehnte andauernde Chormitgliedschaft als aktiver Sänger. Altenhofen, der 1953 dem damaligen MGV im zarten Alter von 16 Jahren beitrat, war in zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen aktiv, darunter 25 Jahre lang als Vorsitzender. 1999 wurde er in Anerkennung seiner vielen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt, nachdem er zuvor bereits als höchste Chor-Auszeichnung die goldene Mendelssohn-Plakette verliehen bekommen hatte. In seiner Laudatio konzentrierte sich Michael Kien, seit Ende 2016 Vorsitzender des Schusterstadt-Traditionsvereins, auf wenige Höhepunkte aus der Sängervita Altenhofens, ehe er ihm im anschließenden Interview weitere „Highlights“ daraus entlocken konnte. So zum Beispiel zu den Auslandsreisen des Chores, die die Sänger bis nach Südamerika führten. Ihm zu Ehren sang der Chor bereits zum Anfang des Abends zwei Wunschlieder, darunter „Ich wollte nie erwachsen sein“ aus dem Musical „Tabaluga“ von Peter Maffay. In seinen Dankesworten lobte der Geehrte den Chor für den Mut, die Transformation vom ‚MGV‘ zum ‚GV‘ überhaupt gewagt zu haben. „Ihr habt erkannt, dass dieser Schritt ohne Alternative war und ihr seid ihn gegangen. Mit hör- und sichtbarem Erfolg! Gratulation!“ Er ermutigte den Chor und dessen Dirigenten Dominik Pörtner, sich nebst dem modernen Liedgut aber auch weiterhin den traditionellen Chorwerken zu widmen, so z.B. den extra für gemischte Chöre geschriebenen Kompositionen ihres Namensgebers Felix Mendelssohn Bartholdy. Abschließend gab er das Ende seiner sängerischen Mitwirkung im Chor bekannt, was großes Bedauern hervorrief, in Anerkennung seines Lebenswerkes aber auch „standing ovations“ zur Folge hatte.
Wie wertvoll, zugleich immer seltener solche feierlichen Anlässe in der Chorlandschaft mittlerweile sind, betonte Alfred Labonte, Vorsitzender des Chorverbands Westerwald in seinem Grußwort und bedankte sich ausdrücklich für die Einladung. Nebst ihm genossen einige altgediente Männerchor-Sänger mit ihren Ehefrauen, sowie Angehörige und Freunde der ChorsängerInnen den festlichen Abend bei bester Stimmung. Da verwunderte es nicht, dass die letzten den Saal erst nach Mitternacht verließen, jedoch nicht ohne vorher in geselliger Runde auch noch das Tanzbein geschwungen zu haben.
Nächster Höhepunkt für den Chor ist die Mitwirkung beim Herbstkonzert des Mandolinenorchester 1932 Untershausen, das am Samstag, den 18.November im dortigen Bürgerhaus ab 19.30 Uhr angeboten werden wird. Karten hierfür sind beim Orchester und den bekannten Vorverkaufsstellen in Montabaur zu erhalten. Alle weiteren Infos zum Chor gibt es jederzeit unter www.mendelssoehne-montabaur.de oder auf den bekannten social-media-Plattformen.
Hermann Altenhofen wurde für 70 Jahre Mitgliedschaft und aktives Singen geehrt.
