Stille im Städtischen Kindergarten Zauberwald Mendig
Guter Kontakt trotz geschlossener Kita
Seit dem 16. März ist kein Quietschen und Quatschen zu hören
Mendig. Da wo sonst fast 100 Kinder spielen-lachen-toben-lernen und lärmen, herrscht nun schon die fünfte Woche Ruhe. Die meisten Kinder sind daheim, momentan werden zwei Kinder betreut. Die Erzieher sind in zwei Gruppen geteilt und arbeiten im 14-tägigen Wechsel, damit im Falle einer Corona-Infektion die zweite Gruppe den Betrieb aufrechterhalten kann. Ein Virus so klein, dass es mit dem bloßen Auge nicht erkennbar ist, legt unsere Kita, Deutschland, die Welt lahm.
Shutdown und Lockdown lassen so gut wie keinen persönlichen Kontakt mehr zu.
Erzieher, eine Berufsgruppe, denen im Alltag immer zu wenig Zeit für Vor- und Nachbereitung der Arbeit, Dokumentation und Planung zur Verfügung steht, haben ihr Augenmerk auf die indirekte Arbeit am Kind: die Dokumentationen, Vorbereitungen von Elterngesprächen, das Schreiben von liegengebliebenen Lerngeschichten und Entwicklungsberichten, das Sortieren von Fotos gelenkt. Die Konzeption wird überarbeitet. Im Homeoffice wurden Online-Fortbildungen absolviert. Der Kindergarten ist bis in die letzte Ecke aufgeräumt und blitzblank gereinigt und desinfiziert. Alle vermissen ihren „normalen“ Kindergartenalltag, das Lachen, Leben und Lernen mit den Kindern.
Wie es wohl den Kindern geht, das ist unser ständiger Gedanke. Was die Familien so machen? Die anfängliche Ferienstimmung ist sicher vorüber. Die Struktur des normalen Alltags wird fehlen. „Wir wollen Kontakt zu den Kindern und Eltern, denn wir vermissen euch!“, kommentieren die Pädagogen. So sind folgende Ideen entstanden. Das Kita-Team schickt an die Familien E-Mail Botschaften an Kinder und Eltern. Sie enthalten Anregungen, die Quellen von YouTube Links zu den Frühlings- und Osterliedern zum Selberlernen, die sonst im Morgenkreis gesungen würden.
Texte von Tischsprüchen, die in der Kita vor dem Essen gemeinsam sprechen, Hinweise und Links zu empfehlenswerten Online-Angeboten, wie die von Stiftung Lesen oder Albas tägliche Sportstunde für Kindergartenkinder. Eine Einladung, doch einen Regenbogen zu malen als Zeichen der Hoffnung und Verbundenheit, wurde verschickt, mit der Aufforderung, diesen doch ins Fenster zu hängen. Wenn die Familien bei Spaziergängen dann die Regenbogen in den Fenstern sehen, wissen alle, dort wohnen Kinder, die auch zuhause bleiben müssen.
Den Maxikindern schickt das Team einen Maxi-Brief, darin teilt es ihnen zunächst mit, dass auch das Team ganz traurig ist und mit ihnen fühlt, weil die Übernachtung in der Kita in diesem Jahr ausfallen muss, genauso wie das geplante Schultütenbasteln mit den Eltern. Trösten soll eine positive Geschichte, die von einem Kind handelt, das in Corona-Zeiten auch auf so viel verzichten muss, dann aber mit seiner Phantasie auch tolle Ideen kommt. Verschiedene Aufgaben für den Maxi-Club „zuhause“ fördern das Selbstlernen der Kinder und den Erwerb von Fertigkeiten.
Das Kita-Team verspricht: „Wenn wir nicht mit euch im Kindergarten Schultüten basteln können, dann bereiten wir euch eine Bastelpackung vor, die ihr im Kindergarten abholen könnt. So wird die Schultüte halt zuhause gebastelt.“
Die Bezugserzieher telefonieren mit den Familien ihrer Bezugskinder. Der ungezwungenen telefonische Kontakt ist wichtig, Familien und Betreuer möchten miteinander sprechen, hören wie es den Kindern und Familien geht. So können sie sich mit Eltern und Kindern zwanglos austauschen, haben aber auch ein Ohr für Fragen oder Anliegen.
Und zu Ostern haben sie zu jeder Familie als Überraschung einen dicken „Osterbrief“ gebracht, mit Vorlage zum Basteln eines Osterkörbchens, Samen für das Kresse-Beet als Zeichen für Wachsen und Werden des neuen Lebens, Mal- und Bastelsachen, einer Oster-Geschichte zum Vorlesen und einem kleinen Schoko-Osterhäschen.
Der Einsatz, um mit den Familien im Kontakt zu bleiben, kommt gut an. Die engagierten Betreuer bekommen in vielfältiger Form, ob gemalt, geschrieben oder auch online mit Fotos dokumentiert, nun Rückmeldung von den Familien und Kindern, dass die Ideen und Impulse umgesetzt werden.
