Die Opferschutzbeauftragte und ein Polizeibeamter informieren in Polch
„Häusliche Gewalt ist für alle ein Thema“
Gleichstellungsbeauftragte Martina Kolbinger hat die Veranstaltung am Mittwoch, 25. September, organisiert
Polch. Was tun, wenn in der Nachbarschaft die Fetzen fliegen, wenn Schreie, Gebrüll und Gepolter zu hören sind, wenn offensichtlich Gewalt im Spiel ist? Wie soll ich mich verhalten und wo gibt es Hilfe? Diese und andere Fragen werden am Mittwoch, 25. September, 18 Uhr, in einer Veranstaltung der neuen Gleichstellungsbeauftragten der Verbandsgemeinde Maifeld, Martina Kolbinger, beantwortet. Referenten im Ratssaal der Verbandsgemeinde Maifeld in Polch (Zugang vom Marktplatz aus) sind die Opferschutzbeauftragte des Polizeipräsidiums Koblenz, Michaela Gasber, und Polizeihauptkommissar Peter Thomé.
Beide haben in ihrer Arbeit erlebt, dass in den eigenen vier Wänden oft auch die Gewalt zu Hause ist. Allein im vergangenen Jahr bearbeitete Thomé als einer der beiden für die Stadt Mayen zuständigen Bezirksbeamten 18 Fälle von häuslicher Gewalt.
In sieben der Fälle waren auch Kinder betroffen. Gasber ist seit 16 Jahren als Diplom-Sozialarbeiterin und Opferschutzbeauftragte des Polizeipräsidiums Koblenz für die Beratung von Opfern, Angehörigen und Zeugen nach Straftaten zuständig.
Sie unterstützt dabei auch Frauen und Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden. Im Jahr 2018 waren sie und ihre Kollegin für 115 Beratungen in diesem Bereich zuständig, das sind immerhin 20 Prozent der insgesamt angefallenen Gespräche.
„Häusliche Gewalt ist für alle ein Thema“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Kolbinger. Deshalb können zu der Veranstaltung nicht nur Betroffene, sondern alle interessierten Männer und Frauen kommen. „Jeder kann im Bekannten-, Kollegen- oder auch Nachbarschaftskreis damit konfrontiert werden. Dann muss jeder wissen, wie er damit umgeht und was er tun kann.“ Thomé wird berichten, was bei einem entsprechenden Notruf bei der Polizei passiert und welche Maßnahmen die Beamten zum Schutz der Opfer und der Kinder treffen können.
Gasber wird darauf eingehen, wie die Täter das Selbstbewusstsein der Betroffenen zerstören, wie sie zu Opfern gemacht werden und was sie tun können. Nach den Kurzreferaten beantworten beide gern Fragen und verteilen Infomaterial. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.
Pressemitteilung VG Maifeld
