Die Mülhofener wissen wie‘s geht
Handgemachter Karneval
Eine hervorragende Kappensitzung - und alles in Eigenproduktion
Bendorf-Mülhofen. Das der Karneval im Ortsteil Mülhofen ganz hoch gefeiert wird, zeigte die große Kappensitzung der Karnevalsgesellschaft Ganz denewer Mülhofen 1950. „Ganz denewer“ lautet aber auch nur der Name, denn das Programm am vergangenem Samstag bewies das Gegenteil. Vor nahezu ausverkauftem Haus wurde viel gelacht und gestaunt. Ein Dutzend ausgezeichneter Büttenredner, tolle Tanzgruppen, einen gut gelaunten Elferrat und ein Publikum, welches sich von der ersten bis hin zur letzten Minute begeistern ließ, boten einen tollen Rahmen für einen gelungenen Abend. Als um 20:11 Uhr das Licht ausging und zu den Klängen von „das Wasser von Kölle“ der Elferrat mit seinen selbstgebauten Teufelsgeigen einmarschierte, hielt es kaum einen noch auf den Plätzen. Nachdem Sitzungspräsident Rolf Trennheuser die Narrhalla begrüßte, wurde die Sitzung tänzerisch eröffnet.
Nachwuchs wird in jedem Ort großgeschrieben und umso stolzer ist Mülhofen auf die kleinen Nachwuchstänzerinnen. Die Müllowener Strolche - eine Tanzgruppe des Möhnenvereins Mülhofen - boten eine tolle Leistung mit ihrem Tanz „Matrosen“.
Von Politik, kommunalen und weltweiten Zeitgeschehnissen berichtete Rolf Trennheuser gekonnt in seinem Protokoll. Mit spitzer Zunge legte er den Finger auf humorvolle Art und Weise in die Wunde und bot ein geschliffenes Protokoll aus spitzer Feder.
Als nächstes kündigte sich hoher Besuch aus dem Nachbarort an: Das Prinzenpaar aus Engers, welches nicht das erste Mal auf der Mülhofener Bühne stand, marschierte ein. Beide tanzten früher in der Tanzgruppe „Fanta 10“ und somit war es für sie wie ein Heimspiel. Nachdem sie einen flotten Tanz und ein talentiertes Solomariechen präsentierten, blieben sie den ganzen Abend als Gäste der Sitzung. Redegewandt ging es mit Rudolf Pretz weiter, welcher mit einem tollen Vortrag über die unterdrückte Männerwelt berichtete.
Dominik Pretz, welcher aus dem Leben eines Försters erzählte, gehört zu den Nachwuchsrednern des Mülhofener Karnevals, aber auch er ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken.
Das Tanzpaar der Möhnen, Jasmin Kantz und Kevin Schneider, tanzen im dritten Jahr gemeinsam, harmonieren aber als täten sie dies schon ewig. Nicht umsonst galt ihnen die erste Rakete des Abends. Sowohl tänzerisch als auch akrobatisch boten sie eine Meisterleistung. Der altgediente Büttenredner Rolf Kuppler erzählte von seinen Erfahrungen mit einem Hochzeitsgeschenk, ein Elektroschocker, welcher die ein oder andere Tücke für sich verbarg. Auch seine Rede sollte mit einer Rakete belohnt werden. „Entspannt in den Urlaub“, davon wollte Stefan Wirges dem Publikum so einiges berichten, doch seine Erfahrungen vom Schnorcheln und so manch anderer Vorfall machten diesen alles andere als entspannt, lustig jedoch für das Publikum. Voller Schwung und ewiger Jugend ging es weiter mit einem lustigen Gardetanz. Die Golden Girls, eine Tanzgruppe der Möhnen bestehend aus erfahrenen Frauen, boten eine flotte Darbietung. Es folgte Rolf Trennheuser, der kurzfristig mit seiner Rede „alles nur Bekloppte“ für einen Ausfall eingesprungen ist. Björn Kuppler, ein junger Redner mit spitzer Zunge und Humor, rechnete als Antikarnevalist gekonnt ab mit dem Karneval und allem, was dazugehört.
Mit ihrer unnachahmlichen Art (gespielter Sprachfehler) brachte Nicole Fischer eine tolle Rede über ihre Erlebnisse als Kassenpatient. Auch sie wurde selbstverständlich mit einer Rakete belohnt. Tänzerisch ging es weiter nach der Pause. Solomariechen Alexandra Patzig bot ein tänzerisches Feuerwerk und zeigte einmal mehr ihre Ausnahmeklasse.
Ute Müller, eine Rednerin der Spitzenklasse brachte den Saal wieder einmal zum Kochen. Mit ihrem Vortrag „Et Ute regt sich uff 2.0“ rechnete sie auf humorvolle Art mit den sogenannten „Helikoptermuttis“ und der heutigen Erziehung ab. Auch sie sollte nicht ohne eine Rakete von der Bühne gehen.
Immer für eine Überraschung gut sind Josef Keßler, Patric Stamm und Martin Dittmer, die den Kontrast zu Ute Müller boten. Als Babyrocker brachten die Drei schon mit ihrem Einmarsch den Saal zum beben, in witzigen Kostümen rollten sie auf Bobbycars zu den Klängen von „Born to be wild“ in den Saal. Weiter ging es mit einer Tanzgruppe aus den eigenen Reihen der Karnevalsgesellschaft, den MoDancers. Mit ihrem Showtanz Chicago knüpften die jungen Tänzerinnen an ihren gelungenen Erfolg aus dem letzten Jahr an.
Ein Garant für tolle Reden ist wie in jedem Jahr Erich Günther. In seiner Paraderolle als Doof Nuss, brachte er den Saal abermals zum Kochen. Auf gekonnt trockene und lustige Weise berichtete er aus aller Welt und vor allem natürlich über die Sääner.
Den Höhepunkt der Sitzung stellte die mittlerweile am längsten bestehende Tanzgruppe in Mülhofen, die Fanta 10. Mit einer spitzenmäßigen Choreografie und Hebefiguren boten sie eine großartige Darbietung zu ihrem Thema „irische Waldgeister“.
Das Finale mit allen Aktiven wurde mit den Klängen zu dem Vereinslied „Müllowe ganz denwer“ eingeläutet und somit endete ein bunter Abend. Die Karnevalsgesellschaft bedankt sich bei allen Aktiven und Gästen und ist stolz auf eine gelungene Kappensitzung, die komplett aus Programmpunkten von Mülhofener für Mülhofener und Freunde bestand.