Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V.
Happy End für eine Katzenmutter mit vier Babys
Bad Neuenahr. Eine Fangaktion der besonderen Art meisterten die Katzenschutzfreunde in Bad Neuenahr. Besorgte Personen meldeten der Hotline der Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel e.V., dass auf einer Zwischendecke über der Werkstatt im Haus Alexander der tierliebe Hausmeister Abi Geräusche hörte.
Es gab einen Zugang zu diesem Bereich über das Nachbargrundstück und ein kleines Loch in der Werkstatt, die darunter lag. Der Zugang vom Nachbargrundstück war nur für ein Tier möglich. Das Loch in der Zwischendecke war handtellergroß - schwierige Situation - Abi, der Hausmeister hatte zum Glück eine Teleskop Kamera, und so konnten die Ehrenamtlerin des Vereins Sabine Durben und Abi eruieren, dass in dieser sehr niedrigen Zwischendecke eine Katzenmutter sich mit ihren Babys niedergelassen hatte.
So wurde erst einmal die Lage geprüft und besprochen, wie weiter vorgegangen wird, ohne die kleine Familie zu gefährden. Umgehend wurden die Kätzin und ihre Kitten angefüttert. Da nicht abzusehen war, ob die Mutter zahm ist und um wie viele Kitten es sich handelte, wurde überlegt, wie man an die Babys herankommen könnte, ohne dass die Kitten auf der Nachbarseite herunterpurzelten, bzw. die Mutter sie wegschleppte. Es gab nur eine Möglichkeit: die Kätzin mit einer Lebendfalle einzufangen und anschließend die Decke aufzuschneiden, um an die Kleinen heranzukommen. Dies erwies sich als ein schwieriges Unterfangen, da die Katzenmutter nicht in die Falle ging. Tag und Nacht fuhr Sabine Durben an die Fangstelle oder beobachtete mit ihrer Kamera was vor Ort los war. Die Bewohner des Haus Alexander waren alle aufgeregt, so eine Aktion hatten sie wohl in ihrem Leben noch nicht erlebt.
Eine sehr wichtige Information erhielten die Katzenschutzfreunde von einer Anwohnerin, die diese Katze schon im tragenden Zustand gesehen hat. Sie informierte damals einen Tierschutzverein, der leider keine Hilfe anbot. So bekam, laut Aussage der Anwohnerin, die Katzenmutter am 2. Mai ihre Babys. Regelmäßig fütterte die tierliebe Frau die Katze, die sogar in ihre Küche zum Fressen kam. Das war der Moment, auf den die Katzenschutzfreunde gewartet hatten: Die Frau lockte die Katze in ihre Küche, und ehe man sich versah, konnten Sabine Durben und ihr Ehemann die Katze endlich einfangen.
Mittlerweile wurde auch der vermeintliche Vater der Kitten gefangen und zum Tierarzt gebracht, wo er kastriert, gechipt und seine Verletzung behandelt wurde.
Nun war die Rettungsaktion der Babys an der Reihe. Es gab nur eine Möglichkeit, die Decke musste an drei Stellen geöffnet werden. Da die Kitten noch nicht fraßen, machte eine Lebendfalle keinen Sinn, zumal die Zwischendecke so niedrig war, dass eine Falle nicht hineingepasst hätte. Es wurden drei Löcher an verschiedenen Stellen in die Decke geschnitten, in dem einen Loch reichte die Ehrenamtlerin Sabine Durben mit dem Arm hinein, durch das andere Loch schob der Hausmeister die Teleskop Kamera, um zu sehen, wo die Kitten sitzen. Durch das andere Loch schob er mit einem längeren Stock die Kitten langsam zu Sabine hin, so dass sie sie abgreifen konnte. Auf diese Art gelang es, Baby für Baby langsam zu sichern. Man kann es sich nicht vorstellen, wie viele Menschen in diese Fangaktion involviert waren, und wie aufregend alles für Mensch und Tier war.
Die Mutter ist mit ihren vier Babys wieder vereint und es scheint, dass es sich mal wieder um eine zahme Katze handelt, die unkastriert sich selbst überlassen wurde.
Man möchte sich nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn Abi und Sabine sich diesem schwierigen Unterfangen nicht gestellt hätten. Ein ganz besonderer Dank geht an das Ehepaar Durben, den Hausmeister Abi und seinen Chef, die dies alles möglich machten.
Die kleine Familie ist nun im Katzenhaus der Katzenschutzfreunde in Schalkenbach untergebracht und bekommt hier nicht nur gutes Futter, sondern auch Liebe und Zuwendung.
Eines der Kitten in seinem Versteck, aufgenommen mit einer Teleskopkamera.
