Hartmut Pinnow wird Ehrenbergmann
Höhr-Grenzhausen. In der Geschichte des Ruhrgebiets gibt es zahlreiche Traditionen. Eine der bemerkenswertesten Zeremonien fand kürzlich in Gelsenkirchen statt, auf der Zeche ‚Nordstern‘. Diese Zeche, die aufgrund ihrer Lage als das nördlichste Bergwerk des Ruhrgebiets bekannt ist, war Zeuge einer besonderen Ehrung für den Höhr-Grenzhäuser AWO-Vorsitzenden, Hartmut Pinnow (58), quasi ein ‚Ritterschlag‘ .
Während einer Führung durch ehemalige Bergarbeiter der Zeche wurde Pinnow in einem traditionellen Akt gewürdigt. Hierbei wird dem Geehrten ein „Arschleder“, welches im Bergbau unter Tage getragen wurde, über die Hose gelegt. Dann wird eine große Schaufel vor ihm positioniert, und ein zweiter Bergmann führt mit einem großen Hammer einen kräftigen Schlag aus. Das laute Knallgeräusch wird von herzhaftem Lachen der Anwesenden begleitet.
Ernennung zum „Ehrenhauer“ der Zeche Nordstern
Nach diesem humorvollen Akt der Tradition erhält der Jubilar eine offizielle Urkunde. Im Anschluss daran wird er durch Handschlag von den ehemaligen Kumpels zum „Ehrenhauer“ der Zeche Nordstern befördert.
Gemäß den Bräuchen des Ruhrgebiets wird die Ehrung traditionell mit einem Schnaps besiegelt. Dies ist eine Referenz an das Steigerlied „Glückauf“, in dem es heißt: „Wir Bergleut‘ sein kreuzbrave Leut‘! Und wir tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht und saufen Schnaps.“
BA
