Jobcenter Mayen-Koblenz: „LQA“ soll verhindern, dass Leerlaufzeiten entstehen
Herausforderungen in der alltäglichen Arbeit angesprochen
Miguel Vicente, Integrationsbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz, besucht Andernacher Flüchtlingsprojekt
Mayen. Der Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration, Miguel Vicente, informierte sich bei seinem Besuch über die Flüchtlings- und Integrationsarbeit im Landkreis Mayen-Koblenz. Um ihm den ganzheitlichen Ansatz der Integrationsarbeit zu verdeutlichen, stellte der Erste Kreisbeigeordnete, Burkhardt Nauroth, Vicente das zentrale Flüchtlingsprojekt des Jobcenters „Leben, Qualifizieren, Arbeiten“ in Andernach vor. Miguel Vicente informierte sich im Gespräch mit dem Ersten Kreisbeigeordneten, dem Geschäftsführer des Jobcenters, Rolf Koch, Projektmitarbeitern, Teilnehmern und Netzwerkpartnern über die herausragende Integrationsarbeit im Landkreis. Nauroth ist überzeugt: „Dem Landkreis Mayen-Koblenz gelingt es durch vernetztes Arbeiten, die Herausforderungen des hohen Flüchtlingsansturmes zu meistern.“ Mit dem Projekt „Leben-Qualifizieren-Arbeiten“ (LQA) bietet das Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz allen anerkannten Flüchtlingen im Kreis eine individuelle Hilfestellung an. Im Fokus stehen hierbei das Erlernen und Anwenden der deutschen Sprache und die Integration in Arbeit und Gesellschaft. Durch eine wachsende Zahl von regionalen Netzwerkpartnern wird das Angebot ständig erweitert. So wird zum Beispiel das Modul „Mobilitätstraining“ von der Polizei und dem ADAC mitgestaltet.
Das Ziel von LQA ist, so Jobcenter-Geschäftsführer Rolf Koch, sinnvolle Angebote vor und nach den durch das Bundesamt für Migration geförderten Sprachkursen zu unterbreiten, um keine Leerlaufzeiten entstehen zu lassen. In der Diskussion wurden Herausforderungen in der alltäglichen Arbeit angesprochen: Beispielsweise gibt es nach wie vor Probleme bei der Zuweisung und Umsetzung der Integrationskurse. Vicente sagte für diesen Bereich seine Unterstützung zu.
„Die Traumata durch Kriegs- und Fluchterlebnisse zeigen sich oft erst verspätet“
Interessante Aspekte zum Thema „Flucht und Trauma“ brachte Diplom-Psychologe und Traumatherapeut Markus Schmitt in die Diskussion ein. Sein Vortrag fokussierte einerseits die geflüchteten Menschen, aber auch die vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter, die sich mit den Zugewanderten beschäftigen. „Die Traumata durch Kriegs- und Fluchterlebnisse zeigen sich oft erst verspätet“, erklärte Schmitt. Traumata zeigen sich zum Beispiel durch Lernhemmnisse im Spracherwerb. Sie haben somit direkte Auswirkungen auf den Grad der Integration der Menschen. Auch Helfer und ehrenamtliche Mitarbeiter müssen auf den Umgang mit Traumata vorbereitet werden.
Kreisbeigeordneten Nauroth bestätigte Schmitts These: „Die Integration der Migranten kann nur gelingen, wenn gleichzeitig die Aufnahmegesellschaft unterstützt wird.“
Unterstützung zugesagt
Miguel Vicente zeigte sich äußerst erfreut über die vielseitige und erfolgreiche Arbeit im Kreis. Er bedankte sich bei allen Teilnehmern und versprach seinerseits jede mögliche Unterstützung: „Am Beispiel des Landkreises Mayen-Koblenz kann man in beeindruckender Weise sehen, wie eine Kommune geflüchteten Menschen ein breites Angebot macht, damit Integration in die Gesellschaft und Einstieg ins Berufsleben gelingen“, so Vicente zum Abschluss seines Besuches.
Derzeit betreut das Jobcenter des Landkreises 1987 anerkannte Flüchtlinge.
Pressemitteilung Jobcenter
Landkreis Mayen-Koblenz
Rolf Koch, Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Mayen-Koblenz (1.R.v.l.), Burkhard Nauroth, Erster Kreisbeigeordneter Landkreis Mayen-Koblenz, Miguel Vicente, Beauftragter der Landesregierung für Migration und Integration, und Christoph Kretschmer, Leiter Bereich Projekte im Jobcenter Mayen-Koblenz, mit weiteren Mitarbeitern, Seminarteilnehmern und Netzwerkpartnern beim Besuch des Integrationsbeauftragten.Foto: Jobcenter
